Ein Besuch am Filmset

Wir alle kennen ihn als Charmeur, Romantiker oder Tatort-Kommissar. Doch in seinem neuen Film „Wir sind doch Schwestern“ (AT), der derzeit noch gedreht wird, darf Benjamin Sadler (46) um rund 30 Jahre altern. Für ihn ist es das erste Mal in seiner langen Schauspielkarriere. Während des Drehs in Vettweiß-Müddersheim in der Nähe von Düren, habe ich mit ihm über seine neue Rolle gesprochen und erkannte ihn von weitem kaum wieder.

Herr Sadler, Sie spielen in der Romanverfilmung nach Anne Gesthuysens Buch die Figur „Heinrich Verhoeven“. Wie ist es für Sie persönlich plötzlich so gealtert zu sein, vor allem optisch?

Das ist natürlich spannend – für mich ist es in dieser Form jetzt zum ersten Mal. Natürlich ist die Maske interessant, aber das sehe ich eher als technisch an. Ich finde es interessant, wie ich mich jetzt in diese Rolle reindenken muss: wie ist das, wenn man 30 Jahre älter ist? Das bringt großen Spaß.

Was ist „Heinrich Verhoeven“ für eine Person?

Meine Figur, ist Regularien unterworfen. Ein vermeintliches Monster, so geht es nicht für mich. Es war spannend für mich herauszufinden warum er so ist. Das Alter gibt mir eine Maske und ich kann es jetzt emotionaler gestalten, denn Gefühle altern nicht. Die bleiben immer gleich.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Die Rollenkonstitution ist aus dem historischen Kontext vorgegeben. Dann überlegt man sich, wie man in den einzelnen Szenen vorgeht. Man arbeitet sich Stück für Stück vor.

Haben Sie dafür viel mit älteren Menschen gesprochen?

Ich habe eher viel beobachtet und teilweise mit älteren Menschen gesprochen. Daraus habe ich mir dann ein Kaleidoskop zusammen gebaut. Das sind viele Versatzstücke, die dann letztendlich das Gesamtbild ergeben.

Sie spielen an der Seite von Hildegard Schmahl, Jutta Speidel und Gertrud Kroll. Wie ist es für Sie mit solchen Powerfrauen zu drehen?

Ich freue mich sehr mit ihnen zusammen zu spielen und bin immer froh, wenn wir gemeinsam Drehtage haben, wie heute. Das ist alles sehr jung, sehr vital und laut (lacht). Vor allem in der Maske. Das bringt totalen Spaß.

Was wird den Zuschauer bei der Ausstrahlung des Films erwarten?

Ein sehr bewegendes und ein sehr ehrliches Bild von drei älteren Menschen, deren Leben auf eine Entscheidung basiert. Till Endemann unser Regisseur hat es bis jetzt sehr charmant in Szene gesetzt. Ich glaube, dass der Film ein Alleinstellungsmerkmal haben wird, denn so wie in dieser Form hat es einen Film über ältere Menschen noch nicht gegeben.

Derzeit steht noch kein Sendetermin fest. Aber Regisseur Till Endemann teilte mit, dass wir uns ab November darauf freuen können.

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Hätten Sie ihn erkannt? Hinten links steht Benjamin Sadler neben dem Regisseur Till Endemann. In der ersten Reihe von links: Buchautorin Anne Gesthuysen, Christiane Bärwald, Hildegard Schmahl, Jutta Speidel und Gertrud Roll. Foto: Sabrina Heun

Benjamin Sadler und Sabrina Heun am Filmset von "Wir sind doch Schwestern"

Benjamin Sadler und ich in der Drehpause. Die Maske macht es möglich – ich habe ihn kaum wiedererkannt.