On Set

Held(t) müsste man sein

Morgen startet die fünfte Staffel der Krimikomödie im ZDF

 

Mit der Folge „Killtube“ meldet sich der Bochumer Polizeikommissar Nikolas Heldt (Kai Schumann) zurück. Rund 18 Folgen werden in den kommenden Wochen ausgestrahlt. Derzeit wird bereits in Overath die sechste Staffel gedreht. Ich besuchte das Filmteam und konnte so manches Geheimnis entdecken.

 

„Ich bin auf dem Weg in das Polizeipräsidium Bochum“, meldet sich mein Taxifahrer in der Zentrale ab, als er mich vom Bahnhof zur alten Hauptschule fährt. Seine Kollegin antwortet flapsig: „Ist klar.“ Der Fahrer freut sich wie ein kleines Kind, was voller Vorfreude an einen geheimen Ort fährt. „Gestern war ich auch schon da, um Maskenbildner hinzufahren. Heldt ist eine super Serie und vor allem, dass es diese schon so lange gibt.“ Mitten im Wohngebiet auf einem Berg gelegen, befindet sich das alte Schulgebäude, welches nun als Filmset dient. Auf dem Schulhof fällt sofort die Lore (Schienentransportwagen aus dem Bergbau) auf, Producerin Carina Hackemann verrät: „Wir haben Kai Schumann endlich seinen Traum erfüllt, einmal nackt in der Lore aufzuwachen. Mehr verraten wir aber noch nicht.“ Am Gebäude selbst prangt das Schild „Polizeipräsidium Bochum“. Der altbekannte Flur zu „Heldts“ Büro befindet sich gleich links vom Eingang gelegen. Der Süßigkeiten Automat, welchen er bei der Rückkehr aus Mallorca zu Beginn der vierten Staffel aus dem Keller gerettet hat, ist bestückt mit den vielen ungesunden Süßigkeiten, die der Kult-Cop sich gerne in Stresssituation einverleibt. Sein Schreibtisch ist, wie immer, das reinste Chaos. „Held(t)“ müsste man sein, da stören selbst die leeren Süßigkeiten Tüten oder zahlreichen durcheinander geworfenen Akten auf dem Schreibtisch keinen. „So ist er, unser Heldt“, lacht Hackemann. Gerade wird gedreht. Kai Schumann steht im Flur, bekleidet mit „Heldts“ brauner Lederjacke. Janine Kunze steht vor ihm. „Jetzt Flirten sie aber hier mit mir“, sagt der Cop in seinem bekannten Tonfall. „Nein, ich doch nicht“, kontert Staatsanwältin Ellen Bannenberg. „Danke, machen wir nochmal, mit ein bisschen mehr Emotionen bitte“, ruft Regisseur Andi Nissner in den Flur. Und dann beginnt es wieder von vorne, bis die Szene im Kasten ist. Das Team ist klein, doch jeder Handgriff sitzt. Seit 2013 ist die Erfolgsserie nun im ZDF zu sehen, was für sie spricht, ist ein dauerhaft beständiges Cast. Bisher gab es noch keinen Wechsel in den Hauptrollen. „Für mich ist es immer wieder wie ein nach Hause kommen. Das Team ist mittlerweile meine zweite Familie geworden“, schwärmt Kai Schumann während der Mittagspause. „Das Schöne ist, dass wir den großen Luxus haben, selbst unsere Ideen einzubringen. In den Drehbuchleseproben, die wir nach Drehschluss oftmals haben, können wir unsere Wünsche äußern. Meistens wird es dann auch immer umgesetzt.“ Er selbst wünscht sich unbedingt eine Folge bei dem Musical „Star Light Express“. „Dafür würde ich sogar lernen, Rollschuhe zu fahren.“ Seit Mai dreht das Team bereits an der fünften und derzeit schon an der sechsten Staffel. Insgesamt werden 33 neue Folgen bis Dezember in Bochum, Köln und Umgebung entstehen. Eine Folge braucht im Durchschnitt knapp siebeneinhalb Drehtage. „Für uns gibt es keine festen Arbeitszeiten“, sagt Steffen Will, der sich als „Mario Korthals“ ein Büro mit „Heldt“ teilt. Seine Rolle ist aus dem Team heraus entstanden, ist niemals zu Beginn vorgesehen gewesen. „Ich bin froh, dass sie für mich diese Rolle entwickelt haben.“ Er hat seine Figur zu Beginn der ersten Staffel so überragend gespielt, dass sie nun nicht mehr wegzudenken ist. Eine Flexibilität der Drehbuchautoren und Produzenten, die es nur selten in der Filmbranche gibt. Auch wenn die Schauspieler zum Teil zwölf Stunden am Tag drehen und sich anschließend noch zwei Stunden auf den kommenden Drehtag vorbereiten müssen, sind alle überglücklich, Teil dieser Serie zu sein. Kai Schumann kann in seiner Rolle nun endlich seine Kindheitsträume verwirklichen: „Schon damals schlüpfte ich auf dem Schulweg in Rollen wie „Zorro“, „Bruce Lee“ oder eines Superhelden, um meine Schulkameradinnen zu retten. Aber im wahren Leben wäre ich ein schlechter Polizist. Ich bin naiver und blauäugiger als Nikolas. Außerdem bin ich nicht so schlagfertig wie er.“ „Heldt“ ist für ihn zu einer Art zweites „Ich“ geworden, wie er sagt.  Ob der Polizeikommissar und Staatsanwältin Bannenberg nun endlich zueinander finden? Janine Kunze schmunzelt: „Es gibt immer wieder Wendungen, mit denen man nicht rechnet. Es wird so einige Überraschungen geben.“ Schumann fügt hinzu: „Die beiden sind füreinander bestimmt und lieben sich von Herzen, aber das Leben treibt sie immer wieder auseinander. Vielleicht bekommt sie auch Konkurrenz, wer weiß?“ Morgen ab 19:25 Uhr geht es im ZDF wieder los – Heldt ist back.

Kai Schumann und Janine Kunze am Filmset von "Heldt"

Da geht doch was? Janine Kunze und Kai Schumann sind schnell in ihrer Rolle. Foto: Sabrina Heun

 

Interviews des Casts:

„Heldt“ Darsteller – Steffen Will: „Mario Korthals ist der Held(t) aller Recherchen“

Kai Schumann im Interview des Monats: „Heldt ist mein Zwilling“