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„High Society“ Hauptdarsteller – Jannik Schümann: „Das Kostüm war diesmal sehr wichtig“

Mit erster Komödie weiterhin auf Erfolgskurs

 

Wie Iris Berben, die Präsidentin der „Deutschen Filmakademie“, bereits im vorherigen Interview sagte, haben wir eine starke junge Generation. Jannik Schümann (26) ist aus dieser Generation nicht mehr wegzudenken. An der Seite von Jannis Niewöhner, Emilia Schüle und Caro Cult hat er eine ausgefallene Rolle. In Berlin sprachen wir über die Dreharbeiten und wie er mit seiner Berühmtheit umgeht.

 

In „High Society“ spielst du in deiner ersten Komödie den Al glatten reichen Sohn „Albrecht“. Wie war das für dich, sich in so einer Rolle auszuprobieren?

Das macht natürlich riesen Spaß, sich in so einer Rolle auszuprobieren. Dann noch Anika Decker an der Seite zu haben, ist eine sehr schöne Erfahrung für mich gewesen.

Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet?

Ich muss sagen, dort wo ich mich aufhalte, gibt es keine „Albrechts“. Deshalb habe ich versucht, zu schauen was passiert, wenn ich am Set bin und das Kostüm an habe.

Auch wenn es nur ein Anzug war, war das Kostüm trotzdem für dich eine Stütze?

Das Kostüm ist immer wichtig, diesmal war es das sogar sehr. Man kennt es von einem selbst, trägt man einen Anzug, geht und steht man schon ganz anders. Kommt dann ein Morgenmantel dazu, wie ihn „Albrecht“ gerne trägt, fällt es schon viel leichter sich in die Rolle hineinzuversetzen.

Gedreht wurde auch am Teufelsberg. Ein Ort, der aus der amerikanischen Geheimdienstzeit stammt und man einen wunderbaren Blick über Berlin hat. Wie war es für dich, dort zu drehen?

Es ist ein Ort in Berlin, den man unbedingt gesehen haben muss. Ich schicke immer alle dorthin, wenn man mich fragt, war man in Berlin unbedingt gesehen haben muss.

Was ist Luxus für dich?

Luxus ist für mich, die Freiheit zu haben, zwischen den Dreharbeiten zu reisen. Ich liebe es, das Land zu verlassen und in andere Kulturen reinzuschnuppern.

Welches Land hat dich bisher am meisten fasziniert?

Island. Auch wenn die Kultur nicht weit von unserer entfernt ist, hat mich dieses Land zum Weinen gebracht.

Woran lag es?

In Island sind nur 116 Menschen im Gefängnis, das muss man sich einmal vorstellen. Als ich dort hingeflogen bin, war da nur eine Bushaltestelle. Keine Sicherheitskontrollen oder ähnliches waren vorhanden. Gefühlt besteht dieses Land nur aus Frieden. Alle Menschen dort sind super lieb. Das Besondere an dem Land ist, dass es im Inland keine Häuser wegen der starken Vulkanaktivität gibt. Sie leben deshalb alle an der Küste. Eines Morgens bin ich aufgewacht und vor dem Sonnenaufgang an das Meer gefahren. Es war im Winter, die Sonne ging auf und das Wasser war mit Eisbergen bedeckt, die langsam an mir vorbei schwammen. Der Himmel war pink durch die Sonne gefärbt. Das war einfach ein bisschen zu viel für mich und die Tränen sind geflossen. Ein unheimlich schöner Moment, den ich nie vergessen werde.

Wie ist es dann für dich, nach so einem Erlebnis, nach Berlin zurückzukehren?

Ich liebe Berlin total und versuche immer die Ruhe aus dem Urlaub beizubehalten. Mich nicht stressen zu lassen, wenn ich zum Beispiel die U-Bahn verpasse und vier Minuten auf die nächste warten muss. Das gelingt aber meistens nicht so lange. Deshalb versuche ich, immer wieder schnell woanders hinzufahren, im März war ich erst in Mexiko.

Du spielst einen Reichen Sohn, für den Geld selbstverständlich ist. Was bedeutet Geld für dich?

Wir können uns alle nichts vormachen, indem wir sagen: Geld macht uns alle nicht glücklich. Geld nimmt einem die Sorgen, weil man nicht darüber nachdenken muss, kann ich meine Miete zahlen? Irgendwie freue ich mich natürlich, dass es mir meine Reisen ermöglicht. Ich verreise aber nie teuer, da ich immer nur mit Rucksack reise. Ich komme aus einer Familie, in der das wichtigste Liebe ist. Unser Haus gibt es schon in der 4. Generation auf dem Dorf und ich weiß, dass ich jeder Zeit zu meiner Familie zurückkommen kann. Sie fangen mich immer auf und nehmen mich in den Arm. Diese Empathie spüren zu können, ist total schön. Meiner Figur ergeht es da schon viel schlechter. Er hat zwar eine Mama, aber wirklich empathisch ist das Verhältnis nicht. Viel Liebe herrscht auch nicht zwischen den Familienmitgliedern und das ist für mich das wichtigste.

Wie ergeht es dir in der Öffentlichkeit, wirst du viel angesprochen?

Leider sprechen die Menschen mich oftmals nicht direkt an. Ich merke zwar, dass sie mich erkennen, aber meistens werden nur Selfies mit mir im Hintergrund gemacht. Das mag ich nicht besonders. Ich mache den Job und weiß, dass ich in der Öffentlichkeit stehe. Ich finde es total schön, erkannt und angesprochen zu werden. Ich persönlich würde mich das selbst nie trauen, aber auch nicht einfach so ein Foto machen. Erst gestern wurde ich in der Eisdiele angesprochen und um ein Foto gebeten. Das hat mich sehr gefreut und war super nett. Ich bin der letzte, der „Nein“ sagt, wenn man mich um ein Foto bittet.

Zusammen mit den anderen Jungschauspielern hat es Jannik Schümann auf Anhieb auf Platz 1 der deutschen Kinocharts geschafft. Sie verdrängten die Komödie von „Bully Herbig“, mit rund 125.000 Kinobesuchern am ersten Wochenende.

Jannik Schümann bei der Weltpremiere von "High Society" in Berlin

Jannik Schümann spielt den verwöhnten wohlhabenden Sohn Albrecht in der Kinokomödie „High Society“. Foto: Sabrina Heun

 

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