Interview des Monats

Jannis Niewöhner im Interview des Monats: „Filme motivieren mich fürs Leben“

Herausragende Rolle in einem filmischen Meisterwerk

 

„Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ heißt das neue Meisterwerk von Regisseur Andreas Prochaska. Jannis Niewöhner (25) spielt in der dreiteiligen Coming of Age Geschichte die Hauptrolle und verkörpert den „letzten Ritter“ Maximilian. In Hamburg sprachen wir, über die besonderen Dreharbeiten und seine Zukunft.

 

Derzeit können wir dich in zwei Filmen auf der Kinoleinwand und ab Sonntag in dem Dreiteiler als „Maximilian“ im ZDF sehen. Dein Erfolg reißt nicht ab, was kommt als Nächstes? Gibt es Pläne?

Ja, es gibt grundsätzlich die Idee mehr Teil der Filme zu sein. Ich würde gerne später selbst produzieren oder auch Regie führen. Diesen Weg langsam zu gehen ist derzeit ein Gedanke von mir.

Maximilian ist noch mal eine andere Herausforderung, als zum Beispiel die Trilogie von „Smaragdgrün“. War die Vorbereitung im Vergleich zu damals anders?

Ja, es war sehr intensiv. Was das Besondere an einem Dreiteiler ist, ist dass man lernen muss die Motivation über ein und dieselbe Geschichte über einen Zeitraum von vier Monaten aufrechtzuerhalten. Das ist gar nicht so einfach, aber gelingt, wenn man das gleiche Team um sich hat. Da wir im Ausland gedreht haben, war es für mich auch wichtig am Set einen Ort zu schaffen, wo ich mich wohlfühle. Das erleichtert die Entspannung und ist für den Dreh sehr wichtig.

Wie findest du am Filmset Entspannung?

Da ich das Team vor den Dreharbeiten kennenlerne, fühle ich mich nicht so beobachtet, wenn wir drehen, und bin dadurch ruhiger. Ich entspanne auch, wenn ich ein angenehmes Team um mich habe. Dadurch wird mir Raum gegeben, wenn ich spiele und ich kann mich gut in eine Szene reinfallen lassen.

Was ist das Besondere an „Maximilian“?

Das Schöne ist, dass es eine Coming of Age Geschichte ist. Das „Maximilian“ jemand war der in einer anderen Zeit und Position aufwuchs. Ich glaube, jeder kennt das, dass man gewissen Zwängen ausgeliefert ist und andere von einem Erwartungen haben. Trotzdem entwickelt sich der eigene Charakter, der Instinkt und auch die eigenen Wünsche für das, was einen dann selbst ausmacht. Genau in dieser Phase musste „Maximilian“ mehr für sein Volk handeln als für sich selbst. Das war eine große Aufgabe für einen jungen Menschen. Am Ende hat es jedoch gut geklappt und es kamen zwei Menschen zusammen, die sich liebten. Wenige Historienfilme schaffen es den Ausgleich zwischen historischer Aufklärung und einer spannenden tiefgefühlten Geschichte zu erzählen. Wir haben eigentlich Kino fürs Fernsehen gemacht, das finde ich sehr beeindruckend.

Wie denkst du über die damalige Zeit? Die arrangierte Ehe und die Unterdrückung.

Grundsätzlich finde ich, dass sich alles zum Guten gewendet hat und man in so einer Zeit nicht leben wollte. Es ist spannend zu beobachten, dass die Machtgelüste und Intrigen fast die gleichen sind wie heute. Sowohl politisch als auch charakterlich sind das Dinge wo ich sehr viel aus meiner Gegenwart erkenne und wiederfinde. Das finde ich faszinierend, weil sich wenig Historienfilme trauen Dinge anzusprechen, die uns alle etwas angehen.

Diese Verbindung auch mit dem Sprachstil macht den Film sehr speziell.

Absolut. Das macht ihn nahbar.

Du hast mit der französischen Schauspielerin Christa Théret zusammen gespielt. Ist dir vom Dreh mit ihr etwas Besonderes in Erinnerung geblieben?

Das was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die erste Begegnung mit ihr. Ich wusste nicht wie es werden wird, mit einer französischen Schauspielerin zu spielen und nicht zu verstehen, was sie eigentlich sagt. Sie sagte ihren Teil nämlich auf Französisch und ich meinen auf Deutsch. Ich habe es zwar mal gelernt, aber spreche es nicht mehr. Deshalb lernte ich ihren Text auf Französisch mit um den Einsatz nicht zu verpassen. Es war spannend festzustellen, wie gut es ging. Das Schauspielern kam mir am Ende sogar leichter vor, weil ich mich mehr auf die Augen und den Menschen mir gegenüber konzentrierte. Eine sehr schöne und spannende Erkenntnis, dass es auch körperlich oder spirituell während des Drehs zwischen zwei Menschen funktioniert.

Der Blickkontakt ist sehr stark bei euch beiden. Ich fand es dadurch zum Teil sehr intim.

So habe ich es auch empfunden.

Gibt es etwas, was du von dem Film mitnimmst?

Ich glaube, das Düstere bleibt mir sehr in Erinnerung. Das steht ja auch eigentlich für den Film, sich in Düstere und dunkle Gänge zu begeben. Was ich auch nicht vergessen werde, sind die Ritterrüstungen. Die Wogen vierzig Kilo und machten mir so starke Schulterprobleme das ich einmal in die Klinik musste.

Kannst du dir vorstellen wieder einmal zurück zum Theater zu gehen – dort wo alles begann?

Theater ist nicht so meins. Ein Film berührt mich, einen Film verstehe ich, ein Film motiviert mich fürs Leben, lässt mich ans Leben und an mich glauben. Ich finde der Film ist wahnsinnig wichtig, um ins Leben gehen zu können und an Dinge zu glauben. An die große Liebe oder an die große Romanze und an sich selbst als Superheld. Es macht uns vieles möglich, es lässt uns Kind bleiben.

Du stehst schon fast dein ganzes Leben auf der Bühne oder vor der Kamera. Wie schaffst du es die Distanz zum schnelllebigen Filmbusiness zu gewinnen?

Von Anfang an gab es für mich diese andere Welt, die größer, glamouröser und luxuriöser ist. Für mich war es eine Herausforderung diese anzunehmen, dass alles auch genießen zu können und mitzuspielen. Gleichzeitig wusste ich, was das Wichtigste ist, nämlich Freunde und Familie. Sie haben es immer von mir verlangt zu ihnen zurückzukehren und dass sie immer der größte und höchste Wert für mich bleiben. Ich glaube die Gefahr abzuheben besteht nie, wenn man sich bewusst macht, warum man Schauspieler ist. Wenn man es macht weil man Geschichten erzählen will und nicht wegen einem Auftritt auf dem roten Teppich, ist die Gefahr gering abzuheben.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Fanaussagen, die du bitte spontan ergänzt:

Wenn ich nicht Schauspieler geworden wäre, wäre ich wohl jetzt:

Schreiner.

Mein perfekter Sonntagmorgen:

Ein langer Spaziergang am See.

Wenn ich mir den Text nicht merken kann:

Dann bin ich von mir enttäuscht und weiß das ich mich das nächste Mal mehr hinsetzen muss.

Schauspielern bedeutet für mich:

Dass der Beruf das Leben ist.

Mit dieser Person würde ich gerne einmal essen gehen:

Mit Roberto Benigni von „Das Leben ist schön“. Er ist, als er den Oscar bekam einfach über die Stühle gerannt, hat eine riesen Show hingelegt. Einfach ein witziger Typ, der den Leuten ein Lachen auf das Gesicht zaubert.

Jannis Niewöhner könnt Ihr in seinem neuen historischen Dreiteiler „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ zu folgenden Sendezeiten im ZDF sehen:

01.10.2017: 22:00 Uhr

02.10.2017 22:15 Uhr

03.10.2017 22:00 Uhr

Story:

1477 fällt „Karl der Kühne“, Herrscher des Hauses Burgund, in der Schlacht von Nancy. „Maria“ seine einzige Tochter erbt das mächtige Herzogtum des 15. Jahrhundert. Doch als Frau kann sie nicht herrschen, nur ein Mann kann regieren – sie muss heiraten. Friedrich lll (gespielt von Tobias Moretti), der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, weiß das Burgunds unermesslicher Reichtum der Schlüssel zur Macht ist. Er verlangt, dass sein Sohn „Maximilian“, um die Hand von „Maria von Burgund“ anhält. Am Ende siegt jedoch das wichtigste.

Fazit:

Der Film ist aufgrund einer akribisch ausgearbeiteten Historie mehr als sehenswert. Der Zuschauer hat die Möglichkeit sich auf eine Zeitreise, dem Übergang vom Mittelalter in die Renaissance zu begeben. Durch die Liebe zum Detail in der Ausarbeitung der Charakteren sowie der Verdeutlichung der damaligen Umstände ist es auch für nicht Mittelalterfanatiker ein besonderes Erlebnis. Den Zuschauer erwartet ein Kinohighlight im Fernsehen.

Jannis Niewöhner in "Maximilian - Das Spiel von Macht und Liebe"

Jannis Niewöhner als „Maximilian“. Foto: ZDF/ Thomas W. Kiennast

Jannis Niewöhner und Christa Théret

Und es wurde doch Liebe – Maximilian (Jannis Niewöhner) und Maria von Burgund (Christa Théret). Foto: ZDF/Thomas W. Kiennast

Jannis Niewöhner und Sabrina Heun im Interview zu "Maximilian"

Jannis Niewöhner und ich in Hamburg.