Cast & Crew

„Maximilian“ Hauptdarstellerin – Christa Théret: „Maria von Burgund war mutig“

Herausragende Rolle für die junge Französin

 

Wer war die zauberhafte Schauspielerin an der Seite von Jannis Niewöhner am gestrigen Abend im ZDF? Das fragten sich wahrscheinlich sehr viele die den ersten Teil des Dreiteilers „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ gesehen haben. Christa Théret (26) gehört in Frankreich längst zur Elite der Schauspielszene, spielte sie bereits schon in jungen Jahren an der Seite von Sophie Marceau und Gerard Depardieu. 2013 erhielt sie auf der Berlinale den Nachwuchspreis. Ich sprach mit ihr über „Maria von Burgund“ und ihr Leben hinter der Kamera.

 

Gestern im ersten Teil konnten wir eine eher kühle jedoch sehr starke Frau kennenlernen. Was war „Maria von Burgund“ wirklich für eine Frau?

Sie hatte unglaublichen Mut, aber auch eine naive Seite. Fast hatte sie schon etwas Männliches in ihrer Durchsetzungskraft. Sie geht bis ans Ende ihrer Ideen und hat irgendwie auch eine spirituelle Seite.

Wie haben Sie sich in der Vorbereitung mit der Figur auseinandergesetzt?

Da ich sie nicht kannte, versuchte ich anhand von Dokumentationen mehr über sie zu erfahren. Leider gibt es in Frankreich sehr wenig Literatur über sie. Da sie damals gemalt wurde, versuchte ich anhand der Bilder ihre Essenz herauszufinden. Außerdem habe ich drei bis vier Monate sehr intensiv mit einem Sprachcoach zusammengearbeitet, weil ich als Französin sehr schnell spreche und dies passte nicht zu der damaligen Zeit. Ich musste lernen ganz nuanciert und langsam zu sprechen.

Die damalige Zeit, war keine einfache. Nicht nur politisch gesehen. Was denken Sie über das Mittelalter und vor allem über die arrangierte Ehe, welche „Maria“ zu befolgen hatte?

Natürlich gab es auch sehr schöne Sachen, ich denke da vor allem an die Kleidung. In dieser Epoche leben wollte ich aber nicht, das macht mir eher Angst. Die Frau war gezwungen Dinge zu tun, die sie nicht wollte. Im Grunde war es wie ein Gefängnis, denn es ging um sozialen Status und um den Erhalt der Dynastie. Da „Maria von Burgund“ diese spirituelle Eigenschaft besaß, konnte sie sich über das Geistige dem Ganzen zum Teil entziehen.

Gibt es eine persönliche Lieblingsszene von Ihnen?

Das ist die Szene wo ich das erste Mal auf „Maximilian“ (Jannis Niewöhner) treffe. Die Szene fand im Thronsaal statt. Plötzlich sind wir da in dieser Intimität zu zweit. Das war unsere erste gemeinsame Szene, die wir zusammendrehten.

Es war zum Teil ein sehr aufwendiger Dreh, mit rund 3.000 Komparsen. Worin lag für Sie die größte Herausforderung während der Dreharbeiten?

Es war unglaublich viel Text, den ich lernen musste. Um so entspannt wie möglich zu sein lernte ich das ganze Drehbuch vorher auswendig, was mir nicht leichtfiel, denn es handelte sich um das alte Französisch was schwierig war.

Jannis Niewöhner erzählte bereits im Interview, dass er extra den Text auch auf Französisch lernte, um den genauen Einsatz nicht zu verpassen. Wie haben Sie sich beholfen? Denn er sprach ja Deutsch.

Ich kann ein bisschen Deutsch, musste es zwar nicht im Film sprechen, aber ich habe mir alles was er auf Deutsch sagte in mein Drehbuch vom Deutschen ins Französische übersetzt und mitgelernt.

Im Film haben sie Beide einen sehr engen Blickkontakt, dass es zum Teil schon fast intim scheint. Wie kam es dazu?

Es war von Anfang an eine gute Zusammenarbeit, obwohl wir nicht die gleiche Sprache gesprochen haben. Jannis Niewöhner arbeitet sehr konzentriert, lacht aber auch genauso gerne. Wir haben uns beide im Blick gefunden. Der Blick war unser Bindeglied.

Sie sind als Kind auf dem Pausenhof entdeckt worden. Wie schaffen Sie es nicht durch das Filmbusiness abzuheben?

Ich bin überhaupt nicht in dem „Star-System“. Da habe ich mich komplett zurückgehalten. Wenn ich nicht drehe, fotografiere ich sehr gerne. Am liebsten gehe ich auf die Straße und fotografiere drauf los. Ich mag es mit Menschen zusammen zu sein. Außerdem male ich auch sehr gerne oder forme Skulpturen aus Ton.

Sie haben schon sehr früh mit Größen wie Sophie Marceau und Gerard Depardieu gearbeitet, aber keine klassische Ausbildung gemacht. Waren die Anfänge für Sie sehr schwierig?

Weder Sophie Marceau noch Gerard Depardieu haben eine Ausbildung gemacht. Gerard kommt aus dem Theater, was er noch heute sehr viel macht. Es gibt auch Regisseure in Frankreich, die ausschließlich mit Laien zusammenarbeiten. Man darf dann am Set nicht schüchtern sein und muss gut beobachten können. Wie spielen die anderen? Was wird von mir erwartet? Es ist ganz wichtig, natürlich am Set zu sein.

Was wird den Zuschauer heute Abend im zweiten Teil erwarten?

Eine sehr schöne Liebesgeschichte.

 

Heute um 22:15 Uhr wird im ZDF der zweite Teil ausgestrahlt. Schon bald steht Christa Théret wieder in Deutschland vor der Kamera. Diesmal für eine Dreierbeziehung zwischen einem Mädchen und einem Deserteur während des Zweiten Weltkrieges. Gedreht wird unter anderem im Elsass. Regie führt Matthias Lutthard.

Christa Théret in "Maximilian - Das Spiel von Macht und Liebe"

Christa Théret als „Maria von Burgund“. Foto: ZDF/Thomas W. Kiennast

 

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