Der knuffigste Londoner ist zurück

Roter Schlapphut, blauer Dufflecoat und ein klein wenig tollpatschig – das sind ein paar Eigenschaften von Paddington Brown. Ab dem 23. November startet sein neues Abenteuer in den deutschen Kinos. Am vergangenen Sonntagnachmittag feierten mehr als 1.200 Gäste die Premiere der Fortsetzung im Berliner Zoopalast. Mit dabei waren die Schauspieler Hugh Grant, Hugh Bonneville und die deutsche Synchronstimme Elyas M`Barek. Aber auch Paddington ließ es sich nicht nehmen, bei der Premiere vorbei zu schauen, tapste er als erster über den roten Teppich und erfüllte bis spät abends zahlreiche Selfie-Wünsche.

Dichtes Gedränge herrschte am vergangenen Sonntag auf dem roten Teppich der „Paddington 2“ Premiere. Ein Grund dafür war die wunderschöne Atmosphäre – ein typisch britischer Bus und die bekannten roten Telefonzellen, es fehlte an nichts. Selbst die Jahrmarktstimmung, welche Mittelpunkt im Film ist, wurde mit einem nostalgischen Zuckerwatten Automat und Leierkastenmusik erzeugt. Es war eindeutig eine besondere Premiere für einen besonderen Film. Nachdem Paddington aus Peru nach London kam, lebt er nun bei Familie Brown, die ihn adoptiert hat. Seine Tante Lucy feiert ihren 100. Geburtstag und Paddington wäre nicht Paddington, wenn er nicht mit allen Kräften versuchen würde, ihr eine Freude zu machen. Auf der Suche nach einem besonderen Geschenk, wird er in Grubers Antiquitäten Laden fündig – ein einzigartiges Pop-Up Bilderbuch mit Londoner Sehenswürdigkeiten soll es werden. Nur leider ist es viel zu teuer für ihn und somit nimmt er zahlreiche Nebenjobs an, um das nötige Kleingeld zu verdienen. Blöderweise wird das Buch gestohlen und der kleine Bär gerät in das Visier der Fahnder. Das Schicksal lehrt Paddington wichtige Lektionen – Freundschaft, Liebe, Hoffnung und Vertrauen verhelfen ihm den richtigen Weg aus der Misere zu finden.

Regisseur Paul King („Harry Potter“) ist glücklich über seinen neuen Film: „Es ist immer eine große Challenge, eine Fortsetzung zu verfilmen. Paddington sollte dieses Mal mehr von der Welt sehen und zu einem kleinen Helden werden“, erzählt er stolz am roten Teppich. Aber wie ist es eigentlich, mit einer Figur zu drehen, die man während des Drehs nicht sieht und auch nicht mit einem spricht? „Schauspielern hat viel mit Fantasie zu tun. In so einem Fall muss man sie noch intensiver einsetzen, aber es ist natürlich eine Herausforderung und nicht gerade einfach“, erinnert sich Hugh Bonneville, der den Adoptivvater von Paddington verkörpert. Hugh Grant zeigt in der gelungenen Fortsetzung als Phoenix Buchanan, welche Maskenfacetten er spielen kann und sorgt damit für mächtig Chaos in dem Leben des kleinen Bären. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit den verschiedenen Maskierungen zu arbeiten, die meine Rolle hat. Die Verkleidung der Nonne war allerdings nichts Neues für mich, denn in meiner Schulzeit auf der reinen Jungenschule durfte ich immer die Frauenrollen im Theater übernehmen. Da spielte ich bereits einmal eine und somit war ich schon geübt darin“, lacht der Brite. Elyas M` Barek schenkt dem Bären auch in der Fortsetzung seine Stimme und schwärmt bei der Premiere von der Arbeit als Synchronsprecher: „Es ist nicht so aufwendig, da zum Beispiel die Maske entfällt. Außerdem arbeitet man in einem kleinen Team und wird auch nicht dabei gefilmt. Man kann sich einfach auf die Stimme konzentrieren, diese dann gezielt einsetzen und mit ihr arbeiten.“ Auf die Frage, ob er denn Gemeinsamkeiten mit dem knuffigen Bären hat, lacht der Frauenschwarm verschmitzt: „Wir sind beide süß würde ich sagen und ziemlich beharrt. Was wir auf keinen Fall gemeinsam haben ist die Vorliebe für Orangenmarmelade – ich hasse sie. Ich bin dann doch eher der Nutella mit Butter Typ und dazu noch oben drauf Erdnussbutter auf mein Sandwich.“ Zur Premierenvorstellung kamen auch zahlreiche deutsche Schauspieler, die sich die Fortsetzung nicht entgehen lassen wollten. Und was haben sie alles für Nebenjobs gemacht, um sich etwas Besonderes leisten zu können? „Ich trug jede Art von Werbeprospekten aus“, erinnert sich Milan Peschel („Schlussmacher“) nur ungern an den anstrengenden Nebenjob. Martina Gedeck („Terror“) hat als Schreibkraft im Büro sich durchgekämpft: „Ich war so langsam im Tippen und obwohl ich es ganz genau wusste, bewarb ich mich damals. Dies hatte zur Folge, dass ich alles in der Mittagspause aufholen musste, um am Ende meine Arbeit zu schaffen.“

Die kleinen Zuschauer sind von dem zweiten Teil begeistert gewesen: „Er ist nicht so gruselig, wie der erste. Dafür an manchen Stellen sehr traurig, aber auch total lustig“, schwärmt ein kleines Mädchen. Es ist ein grandioser Kinospaß für die ganze Familie und Martina Gedeck bringt es an dem Premierennachmittag auf den Punkt: „Paddington verwirklicht uns einen Menschheitstraum den wir seit Jahrhunderten träumen – mit Tieren sprechen und ihre Sprache verstehen zu können. Die Geschichte ist wie ein großer Zauber, nicht nur für Kinder.“

Paddington und ich bei der Premiere von "Paddington " in Berlin

Auch ich konnte nicht ohne ein Foto an ihm vorbei.

Hier noch ein paar Schnappschüsse vom roten Teppich:

Fotos: Sabrina Heun