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Ausstellung Armin Müller-Stahl: „Jedes Bild erzählt seine eigene Geschichte“

Werke des Schauspielers in Bad Soden am Taunus ausgestellt

„Die Schauspielerei hat mein ganzes Leben dominiert“, sagt der Hollywoodstar vor drei Wochen bei seiner Vernissage Eröffnung nachdenklich. Rund 140 Filme hat er bis heute inszeniert, machte Karriere in Hollywood und wirkt mit seinen 86 Jahren sichtlich zufrieden. Müller-Stahl ist seit langem auch als Maler bekannt, „jedes Bild erzählt seine eigene Geschichte“, sagt er über seine Werke.

 

„Menschenbilder“ heißt die derzeitige Ausstellung des Künstlers, die noch bis zum 26. November 2017 im Badehaus am Taunus zu sehen ist. Portraits berühmter Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Bob Dylan oder den Beatles, können die Besucher betrachten. Diese male er jedoch ungern. „Manchmal ist es das Gesicht eines Bettlers, was viel interessanter ist. Es erzählt mir mehr Geschichten, als die eines berühmten Menschen“, gibt der Maler zu bedenken. Acryl, Öl oder eine einfache Zeichnung mit dem Bleistift. Das Repertoire ist groß und vielfältig. Manchmal düster und manchmal farbenfroh. „Ich hatte mir fest vorgenommen, dass in meinem letzten Lebensabschnitt das Malen am wichtigsten für mich ist und nicht das Schauspielern. Es kommen zwar immer wieder Angebote aus Hollywood, aber bis jetzt halte ich durch“, gibt er stolz zu. Derzeit widmet er sich ausschließlich voll und ganz der Kunst und Musik. Bereits in frühen Jahren lernte er, die Geige zu spielen. „Die Musik und das Malen gibt mir die Freiheit, die ich als Schauspieler nicht hatte. Ich war früher immer abhängig vom Drehbuch und von dem Regisseur, deshalb mag ich meinen jetzigen Lebensabschnitt so sehr.“

Das Malen sei jedoch eine große Herausforderung und dem Nachwuchs rät er deshalb: „Es ist ein langer Prozess, bis man das Gefühl hat, gut malen zu können. Ich habe es heute noch nicht. Man muss sich gedulden.“ Außerdem fügt er hinzu: „Je mehr man sich mit dem Medium befasst, desto mehr ändert sich der Stil. Man versucht sich im Abstrakten und will dann irgendwann auch mal konkreter werden. All das dauert seine Zeit.“ Er selbst malt viel abstrakte Bilder „Ich fühle mich derzeit noch etwas unwohl dabei, überwiegend nur abstrakt zu malen, weil ich das Gefühl habe, dass es ein Betrug gegenüber den Leuten ist. Wir haben so viele abstrakte Dinge um uns herum, zum Beispiel der Strand – was da an abstrakter Kunst geschieht, kann man gar nicht malen.“ Der Betrachter muss sich Zeit nehmen, um die „Menschenbilder“ und deren Geschichten auf sich wirken zu lassen. So entdeckt man versteckt in einem Werk zum Beispiel die Silhouette von Müller-Stahl oder andere liebevolle Details. Eines hat der ehemalige Schauspieler jedoch nicht abgelegt: „Er ist wie bei dem Schauspielern auch beim Malen sehr perfektionistisch“, erzählt seine Ehefrau. „Meist läuft klassische Musik oder Jazz im Hintergrund. Dann greift er zum Pinsel, nimmt die Farbe und das Bild entsteht wie von selbst“, lacht sie.

Die Ausstellung „Menschenbilder“ ist noch bis zum 26. November 2017, jeweils von Mittwoch bis Donnerstag, in der Zeit von 15:00-18:00 Uhr im Badehaus in Bad Soden geöffnet. Veranstaltet wird die Ausstellung von der Galerie am Dom in Wetzlar und der Stadt Bad Soden.

Armin Müller-Stahl zeigt eines seiner Werke in Bad Soden am Taunus

Armin Müller-Stahl vor enem seiner Werke. Foto: Sabrina Heun