Ab Donnerstag startet die Actionkomödie in den Kinos

Im Kinofilm „Hot Dog“ verkörpert Tim Wilde (51) den knallharten GSG-10 Einsatzleiter Reiners, welcher mit zwei Personen in seiner Truppe besonders zu kämpfen hat – Theo Ransoff (Matthias Schweighöfer) und Luke Steiner (Til Schweiger). Der erste ein Computernerd, der die Hoffnung nicht aufgibt, irgendwann einmal befördert zu werden. Der zweite ein Einzelkämpfer, welcher das pure Chaos hinterlässt. Vor der Weltpremiere in Berlin sprachen wir über die besondere Actionkomödie und seine Rolle.

Einsatzleiter Reiners sehe ich als knallharten Typen, der seine Mitarbeiter überwiegend anschreit. Ist er wirklich so ein knallharter Typ?

Er ist einer, der das Handwerk ganz genau versteht, weil er selbst einmal bei der GSG-10 war. Ihm ist klar, dass er Hochleistungspferde in seiner Einheit hat und man sie aus diesem Grund irgendwie unter Kontrolle kriegen muss. Reiners weiß ganz genau, was er an seinen Leuten hat. Natürlich geht es ihm auf den Keks, wenn Ransoff und Steiner im Einsatz übertreiben, Luke Steiner fällt ja völlig aus der Reihe und übertreibt maßlos. Da er selbst einen Vorgesetzten über sich hat, muss er den beiden klare Grenzen setzen. Ich kann ihn sehr gut nachvollziehen und glaube auch, nur so ein Charakter kann so eine Truppe unter Kontrolle halten. Ich persönlich hatte so jemanden bei der Armee. Er war hart, aber wenn es darauf ankam, konnte man sich auf ihn verlassen.

War diese Erfahrung für dich eine Hilfe, um deine Figur zu formen?

Nein, er war von der Statur schon ein wenig anders.

Luke Steiner und Reiners haben eine besondere Beziehung, finde ich. Mir erscheint es manchmal so, als wollte er ihn ein wenig beschützen.

Beschützen würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Ich glaube, er hat auch einfach eine Verantwortung für seine Leute. Es gibt eine brenzliche Situation, wo es um einen Kirchenschatz geht, da hätte auch Luke mehr passieren können, als dass er nur ein Chaos mit Millionenschaden hinterlässt. Gerade heute habe ich im Radio gehört, dass das SEK einen Mafia Ring in Deutschland gesprengt hat. Zu solchen Einsätzen muss man gute Leute hinschicken, sonst kann das für alle Beteiligten sehr gefährlich werden, vor allem für die Kollegen. Es nutzt einem dann nichts, dass einer einen Alleingang startet, wie Steiner es gerne macht. Man muss eher die Einheit ein wenig vor ihm schützen, würde ich sagen.

In gewissen Szenen schreist Du ununterbrochen. Oftmals müssen Szenen beim Drehen wiederholt werden. Wie oft warst du heißer?

Das ging. Der Cutter hat zu mir allerdings gesagt, dass sie in manchen Szenen Schwierigkeiten hatten, mich zu schneiden, weil ich ohne Luft zu holen geredet habe. Til Schweiger und Torsten Künstler haben die Angewohnheit, meistens die erste Szene die wir drehen, zu nehmen. Sie ist oft authentischer. Deshalb konnte ich meine Kraft gut einteilen. In meiner Ausbildung habe ich aber auch gelernt, meine Stimme eine ganze Weile zu stützen und dadurch kann ich lange schreien, ohne heißer zu werden.

Du hast sehr oft schon mit Til Schweiger gearbeitet. Wie ist die Zusammenarbeit nach langer Zeit? Würdest du sagen ihr versteht euch ohne Worte?

Absolut. Das tolle an Til ist, dass der Dreh schnell geht. Vorher kann man Absprachen über die eigene Rolle mit ihm treffen, aber wenn gedreht wird, wird gedreht. Da haben wir keine Zeit, über irgendwelche Befindlichkeiten zu reden. Schön ist, dass ich genau weiß, was er von mir will und ich vertraue ihm zu tausend Prozent. Würde er zu mir sagen: Dreh die Szene auf dem Kopf. Ich würde es ohne zu überlegen machen, weil ich genau weiß, was er tut und es am Ende gut wird.

Du bist sehr lange im Filmgeschäft tätig. Welche Charaktere spielst du am liebsten?

Die Bösen sind natürlich die Interessantesten. Ich glaube, es ist so ein Teil in mir und ich denke, da spreche ich auch im Namen vieler meiner Kollegen, als Bösewicht darf man endlich mal einfach alles rauslassen. Man geht während des Drehs zu jemandem hin, bedroht ihn auf das Fieseste und bekommt noch Applaus dafür. Wenn ich das in einem Fast Food Restaurant machen würde, fragt mich jeder: Sag mal geht`s noch?

Wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich gerne einmal eine Polizistin spielen.

Aber der Punkt ist, wenn du vier Mal ein Polizist warst, dann wird es schwierig, irgendwann der Coole zu sein. Wenn man ständig mit irgendwelchen Gesetzen und Regelungen kommt, die man dort immer wieder in der Rolle aufsagt, ist man irgendwann einfach nicht mehr cool.

So wie Theo, der aufgrund seiner Korrektheit schnell zu einem unbeliebten Kollegen geworden ist?

Genau, der ist doch nicht cool. Ständig kommt er mit Gesetzestexten oder anderen Vorschriften, aber Matthias spielt es grandios. Er und Til sind einfach ein unschlagbares Team.

Das stimmt, die bisherigen schlechten Kritiken kann man kaum nachvollziehen.

Ja, bei dem Testscreening, war der Film auch noch nicht ganz fertig und irgendjemand meinte, da schon drüber schreiben zu müssen, was totaler Quatsch ist. Der Film ist am Ende toll geworden und wir hoffen, dass ihn eine Menge Leute sehen wollen.

Was sollte ein guter Schauspieler deiner Meinung nach mitbringen?

Auf jeden Fall, muss er sich im Kopf sehr schnell leer machen können. Er muss sich, auf die Forderungen vom Regisseur, schnell einlassen und umswitchen können. Früher habe ich meine Rollen, bis ins kleinste Detail vorbereitet. Am Ende wollte der Regisseur es ganz anders.

Worauf dürfen sich die Kinozuschauer ab Donnerstag freuen?

Auf eine supertolle Popcorn-Unterhaltung.

Bei mir gehört es zur Tradition, dass sich Fans aus einem Fragenkatalog etwas aussuchen dürfen, was ihr Lieblingsschauspieler ohne groß nachzudenken ergänzt:

Ein guter Drehtag endet für mich mit:

Entspannen auf dem Sofa.

Ein schlechter:

Dampf ablassen beim Sport.

Ich lerne meinen Text, indem ich:

Das Drehbuch auf mein Diktiergerät im iPhone spreche und meine Passagen rauslasse. Dann höre ich es mir immer wieder an und spreche meinen Text bei den offenen Sequenzen.

Wenn ich mir den Text nicht merken kann:

Dann improvisiere ich. Das ist das, was ich eben sagte. Wenn ich leer bin, kann ich improvisieren, bis der Arzt kommt.

Schauspielern bedeutet für mich:

Alles. Das ist mein Leben.

Ich entspanne während des Drehs mit:

Autogenem Training. Ich habe auf meinem Handy eine App. Ich stecke mir die Kopfhörer in die Ohren und schlafe ein. Das kann ich mitten am Set. Sie drehen vor mir eine Explosion und ich sitze im Stuhl und schlafe.

Ab Donnerstag ist Tim Wilde in der Rolle des Einsatzleiters Reiners zu sehen. Er hat einiges zu tun mit Ausnahme-Cop Luke Steiner. Ob er am Ende vor lauter hinterlassenem Chaos bei den Einsätzen durchdreht?

Tim Wilde in "Hot Dog"

Einsatzleiter Reiners (Tim Wilde) hat zu kämpfen. Foto: 2016 Warner Bros. Ent.

Matthias Schweighöfer und Til Schweiger in "Hot Dog"

Theo (Matthias Schweighöfer) nervt wegen seiner Korrektheit und ständigen Bewerbungen für eine Beförderung. Luke (Til Schweiger) hinterlässt nur Chaos bei den Einsätzen.  Foto: 2016 Warner Bros. Ent.

Til Schweiger, Anne Schäfer und Matthias Schweighöfer in "Hot Dog"

Ob er begeistert ist, dass Luke (Til Schweiger), Nicki (Anne Schäfer) und Theo (Matthias Schweighöfer) einen Alleingang starten? Seht ihr ab dem 18. Januar 2018 im Kino. Foto: 2016 Warner Bros. Ent.