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„Nix Festes“ Hauptdarstellerin – Josefine Preuß: „Es ist gut, an seinen Träumen festzuhalten“

Neue Sitcom auf ZDFneo

 

„Nix Festes“ – im Job und in der Liebe. Doch die vier Freunde Wiebke, Jonas, Basti und Jenny haben sich. Tagtäglich versuchen sie ihren Platz im Leben zu finden, feiern gemeinsam phänomenale Erfolge und grandios Rückschläge. Josefine Preuß (32) verkörpert das typische Berliner Girl Wiebke Busch, welches versucht, ihren Weg zu finden und dabei einiges lernen muss. Wir sprachen in Köln über ihre Rolle und darüber, ob es wirklich so gut ist, Jahre seinen Träumen hinterherzulaufen.

 

Wiebke Busch ist ein besonderer Charakter. Ich bewundere ihre Hartnäckigkeit, aber launisch ist sie schon ein wenig. Wie würdest du sie beschreiben?

Det is en typisches Berliner Girl. Ein Satz von Jonas beschreibt sie sehr gut, er sagt zu ihr: Ja, jetzt nicht wieder zurück in deinen Berliner will ick nich Panzer. Wenn du so einen Satz vor dem Casting liest, hast du sofort das Bild von ihr mit einer verzogenen Schnute vor dir. Von einer Person, die alle anmotzt und sich danach wieder in ihren Panzer zurückzieht. Genau das liebe ich an dieser Figur so sehr. Es macht einfach Spaß, so etwas zu spielen.

Vier Jahre versucht sie, ihren Traum als Drehbuchautorin zu verwirklichen und damit Geld zu verdienen. Würdest du sagen, es ist eine besondere Stärke, wenn man so an seinen Träumen festhält und dafür kämpft? Oder sollte man sich lieber nach einer Zeit eingestehen, dass es nicht funktioniert und nach einem Plan B suchen?

Das zeigt, dass man für etwas kämpft und sich dadurch auch weiterentwickelt. Aber wenn nach 20 Jahren nichts dabei raus springt, sollte man rechtzeitig den Absprung schaffen und sich vielleicht eingestehen, dass es das nicht ist. Dies ist auch das Thema der Generation Y, die wir ansprechen. Es ist eine neue Generation, die derzeit entsteht. In Berlin habe ich die lebenden Beispiele direkt vor meiner Haustür: Ich guck mal hier und guck mal da und hab hier ein Start Up und schaue, was draus wird. Das ist auch okay. Wir haben das große Glück, dass wir diese Wege gehen können und nicht gleich von der Schule ins Studium oder Berufsleben müssen. Ich sage immer: Geht raus, guckt, was ihr wollt und seht die Welt. Meine Eltern konnten das früher nicht, wir kommen aus der DDR und da war es verboten, zu reisen. Umso schöner, dass wir diese Möglichkeit haben und jede Ecke in der Welt sehen können, also nutzt die Chance. Mit Mitte 30 sollte man allerdings seinen Weg gefunden haben und für sich Sorgen können.

Was wäre denn dein Plan B?

Gibt’s nicht. Ich musste mir neulich vor Augen führen, was ist, wenn es nicht weitergeht. Saß da und dachte: Krass. Ich habe keine Abi, ich habe kein Studium oder eine Ausbildung. Wo könnte ich mich überhaupt bewerben? Aber darüber will ich mir gar keine Gedanken machen, weil es gut aussieht. Ich bin dankbar und demütig, dass es so gut läuft. Es ist in unserer Branche leider nicht selbstverständlich. Deshalb versuche ich, so professionell wie nur möglich zu arbeiten und ein gutes Bild zu hinterlassen.

Wenn ich an deine historischen Verfilmungen wie „Das Sacher“ oder „Das Adlon“ denke, hinterlässt du meiner Meinung nach ein sehr gutes Bild. Manchmal erkenne ich dich nur auf den zweiten Blick, was für dein schauspielerisches Talent spricht. Ist es für dich im Vergleich zur Sitcom eine größere Herausforderung, diese Rollen zu spielen?

Sehr viel mehr, das beginnt schon in der Vorbereitungszeit. Wenn ich zum Beispiel „Das Adlon“ nehme, da ist die Vorbereitung aufgrund der vielen Jahrzehnte eine Herausforderung. Die politische Rolle mit dem jüdischen Mann im KZ. Da muss ich genau wissen, an welchem Tag es stattfindet, weil die politische Situation sich in dieser Zeit immer schnell änderte. Für „Das Sacher“ setzte ich mich mit der ungarisch-österreichischen Geschichte auseinander und las darüber sehr viel. Außerdem lernte ich den österreichischen und Wiener Dialekt und durfte mich in die Kaiserzeit entführen lassen. Dieses ständige Dazulernen und Abtauchen in die verschiedenen Welten liebe ich so sehr an meinem Beruf.

Worin liegen die Unterschiede zum Dreh einer Komödie und einer Sitcom?

Komödie ist die Königsdisziplin und Sitcom ist noch schwieriger, weil alles sehr schnell ist und es muss alles genau auf den Punkt sein. Da gibt es nichts zu verändern, die Pointen müssen stimmen. Jemanden zum Lachen zu bringen und einen gewissen Humor anzusprechen ist weitaus schwerer, als jemanden zum Weinen zu bringen. Dafür benötigt man nur eine traurige Geschichte, ein paar Krokodilstränen und traurige Musik.

In „Nix Festes“ geht es um vier Freunde, die vieles zusammen durchstehen. Was macht eine gute Freundschaft deiner Meinung nach aus?

Dass man ehrlich ist und nicht immer jedem gut nach dem Mund reden muss. Als Freund darfst du Kritik geben und nehmen. Trotzdem musst du loyal sein. Immer als Team funktionieren und Spaß haben. Du suchst dir zum Glück die Freunde aus, die dir guttun. Freundschaft ist nicht immer nur „Ja“ und „Amen“ sagen, sondern es ist auch das genaue Gegenteil, weil Freunde vielleicht noch ein bisschen ehrlicher sind, als die eigene Familie.

Was erwartet den Zuschauer ab morgen? Worauf dürfen wir uns freuen?

Auf unheimlich verrückte Charaktere, die es so nur in Berlin geben kann. Es wird lustig, ich mag dieses Format sehr.

Morgen um 22:45 Uhr startet die neue ZDFneo Sitcom mit Josefine Preuß.

Josefine Preuß, Sebastian Fräsdorf und Marie Rathescheck in "Nix Festes"

Freunde – mit das wichtigste im Leben. Wiebke (Josefine Preuß), Jonas (Sebastian Fräsdorf) und Jenny (Marie Rathscheck), suchen nach ihrem Platz im Leben. Foto: ZDF/Christoph Assmann

Josefine Preuß und Sebastian Fräsdorf in "Nix Festes"

Jonas (Sebastian Fräsdorf) und Wiebke (Josefine Preuß) machen Kassensturz. Es muss dringend wieder eine Einnahmequelle her und ein Drehbuch verkauft werden. Foto: ZDF/Christoph Assmann

Dirk Martens, Sebastian Fräsdorf, Josefine Preuß, Marie Rathscheck und Tim Kalkhof in "Nix Festes"

Das Cast von „Nix Festes“ (von links): Dirk Mertens, Sebastian Fräsdorf, Josefine Preuß, Marie Rathscheck und Tim Kalkhof. Foto: ZDF/Christoph Assman