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Schauspieler – Daniel Rodic: „Filme müssen mit Herz bedacht sein“

Seit zehn Jahren erfolgreich im Filmbusiness

 

Am Donnerstag ist Daniel Rodic (27) wieder in der RTL-Serie „Der Lehrer“ zu sehen. Vor zehn Jahren begann er mit seiner Schauspielausbildung und musste so manche Hürde nehmen. Seitdem hat er schon viele verschiedene Genres ausprobiert. Zeit, um auf das Vergangene zurückzublicken. Im Interview sprachen wir über seine Leidenschaft zum Film.

 

Du bist am Donnerstag wieder in der RTL-Serie „Der Lehrer“ als Cem zu sehen. Er hat ziemlich mit seinem Ziel „Abitur“ zu kämpfen. Wie wichtig ist es, für seine Ziele zu kämpfen, auch wenn mal nicht alles glatt läuft?

Es ist wichtig, wieder aufzustehen, wenn man fällt und sich nicht runterziehen zu lassen. Das macht einen stärker. Als ich vor zehn Jahren an die Schauspielschule ging, haben alle gedacht, es sei ein Witz. Ich habe mich damals von ihrem Spott nicht runterziehen lassen, es machte mich stärker und zu dem, was ich heute bin.

Wie geht es mit Cem weiter?

Er wird auf seinen Vater treffen. Seine Familie war immer der Grund, warum er Probleme hat. Das Kapitel wird jetzt abgeschlossen und ein neues beginnt. Es geht darum, was er nach seinem Abitur macht.

Vor zehn Jahren bist du in die Filmbranche gegangen. Was war der Auslöser?

Unterbewusst wollte ich schon immer Schauspieler werden, weil ich immer gerne für Unterhaltung gesorgt habe. Mein Bruder zeigte mir mit neun oder zehn Jahren den Film „Good Fellas“ mit Robert de Niro. Von da an gab es für mich nur das Ziel, Schauspieler zu werden.

Was hat dich damals so fasziniert?

Ich war total geflasht von dem Film und dachte, es ist alles Realität, weil es so authentisch war. Im Nachhinein erfuhr ich, dass es alles gespielt ist. Diese Kunst wollte ich unbedingt beherrschen.

Wie schwer war es für dich, die passende Schauspielschule zu finden?

Ich bin nach meinem Realschulabschluss nach Köln gefahren und wollte direkt an der Schauspielschule anfangen. Deshalb habe ich mir die verschiedenen Schulen angeschaut. Ich fand das „Deutsche Zentrum für Schauspiel und Kunst“ in Hürth. Sie sahen Potenzial in mir, bemängelten aber meinen Slang. Diesen musste ich abtrainieren, das war die Bedingung für die Aufnahme.

Wie hast du dir das abtrainiert?

Zum einen hatte ich einen Coach an der Schule, zum anderen habe ich zu Hause sehr viel Rapp Lieder gehört, diese dann umgewandelt und nachgesprochen.

Deine erste Hauptrolle hattest du in der Krimireihe „Alles Verbrecher“. Dann folgten diverse Komödien. Welches Genre spielst du am liebsten?

Das ist schwer zu sagen, ich achte nicht so stark auf das Genre. Für mich ist es wichtig, dass ein guter Film mit Herz bedacht und umgesetzt ist, sonst ist es nichts für mich.

Letzte Woche gingen die Dreharbeiten zu dem ARD Film „Die drei von der Müllabfuhr“ zu Ende. Wie sieht ein klassischer Drehalltag bei dir aus?

Das ist immer unterschiedlich. Bei dieser Verfilmung habe ich die meiste Zeit mit Warten verbracht. Da wir mit einem großen Müllwagen für die Dreharbeiten unterwegs waren, gab es immer wieder Pausen, bis er richtig rangiert war. Das war schon ziemlich stressig. Die Dreharbeiten hatten dadurch ein richtiges Tempo.

Das stelle ich mir anstrengend vor, denn richtig abschalten ist nicht möglich, wenn man auf den Punkt wieder da sein und einhundert Prozent geben muss. Was machst du während der Wartezeit?

Es kommt immer auf die Szene an. Wenn man im Anschluss eine dramatische Szene hat, dann fahre ich runter. Versuche, zu meditieren oder Powernaps zu nehmen. Allerdings muss man aufpassen, dass man diese nicht länger als 20 Minuten macht, sonst ist man im Anschluss danach total platt. Ich höre aber auch komponierte Filmmusik. Es regt immer die Fantasie und die Gefühle bei mir an. Hans Zimmer mag ich zum Beispiel sehr.

Welche Rolle würde dich einmal reizen?

Einen sympathischen Antagonisten würde ich gerne einmal spielen. Das gibt es in Deutschland kaum. Bei uns gibt es immer nur die Bösen oder die Guten. In einem meiner Lieblingsfilme „Training Day“ mit Denzil Washington ist ein Antagonist. Das finde ich total super.

Du hast zu Beginn im Theater gespielt, hast du dich bewusst für den Film entschieden?

Schauspiel und Film war immer meins. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn ich als Kind mehr im Theater gewesen wäre. Martin Skorsese hat einmal gesagt: Du kannst in einem Augenzwinkern viel erzählen. Man ist beim Film sehr reduziert, aber das ist das Große daran und hat mich so fasziniert.

Was muss ein guter Film für dich haben?

Er muss alles haben, vor allem ehrlich sein und Herz haben.

Wäre das ein Anreiz für dich, selbst einmal Regie zu führen?

Klar, warum nicht. Man merkt selbst beim Drehen, wie viele Ideen man für die Umsetzung hat. Ich würde es gerne einmal ausprobieren.

 

Im Frühjahr wird der Kölner in dem Kinofilm „So viel Zeit“ an der Seite von Jan Josef Liefers zu sehen sein. Der Film „Die drei von der Müllabfuhr“ wird voraussichtlich im Herbst 2018 in der ARD ausgestrahlt. Wenn er gerade nicht vor der Kamera steht, ist er bei seiner Familie in der Kölner Südstadt in der Créperie anzutreffen. Wo er gerne, dass ein oder andere Crépe zubereitet.

Schauspieler Daniel Rodic

Daniel Rodic ist seit zehn Jahren erfolgreich im Filmbusiness tätig. Foto: Lars Henning Schröder