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„Ku’damm 59“ Hauptdarstellerin – Sonja Gerhardt: „Monika imponiert mir sehr“

Fortsetzung einer ergreifenden Familiengeschichte startet Sonntag

1959 – drei Jahre sind vergangen seitdem Monika Schöllack (Sonja Gerhardt) von zu Hause ausgezogen ist, um sich den Traum von einem freien und selbstbestimmten Leben zu verwirklichen. Die ersehnte Karriere kommt ins Rollen, doch das Wichtigste fehlt: Dorli, ihre Tochter. In einer Zeit, wo die starre Gesellschaft geprägt ist von strikten Konventionen und starren Rollenbildern, begibt sie sich in einen endlosen Kampf für das Sorgerecht ihrer unehelichen Tochter. Sonja Gerhardt (28) spielt die Rolle herausragend und beweist wieder einmal, welch großartiges schauspielerisches Talent in ihr steckt. Wir sprachen über die besonderen Dreharbeiten und die damalige Zeit.

 

Monika ist in den letzten drei Jahren nicht nur erwachsener geworden, sondern kämpft auch meiner Meinung nach intensiver für ihre Rechte. Wie siehst du ihre Entwicklung?

Sie springt über ihren Schatten und überwindet ihre Ängste. Sie geht unbeirrt und selbstbestimmt ihren eigenen Weg, ohne dabei jemanden zu gefährden. Viele Menschen scheitern an ihren Ängsten oder lassen sich davon abhalten, ihre Lebensträume zu verwirklichen. Diese Entschlossenheit imponiert mir an Monika.

Was mich sehr an ihr fasziniert, ist ihre liebevolle Art. Obwohl ihre Schwester Helga im Sorgerechtsstreit um Dorli nicht zu ihr hält, verzeiht sie ihr. Ist dies eine besondere Stärke von ihr?

Definitiv. Monika Schöllack ist ein gutmütiger Mensch, der natürlich auch Fehler macht, zu denen sie dann aber auch steht.

Ihre Karriere kommt nun richtig ins Rollen und wir dürfen dich dadurch vermehrt singen hören. Kannst du dir vorstellen, einmal in einer reinen Musical-Verfilmung zu inszenieren?

Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass ich bei zukünftigen Projekten nochmal die Gelegenheit bekomme, Schauspiel und Gesang miteinander verbinden zu können.

Schauspielern, tanzen und gleichzeitig singen – macht es das Inszenieren dadurch nicht schwerer, weil man noch punktgenauer arbeiten muss?

Das war eine ganz neue, aber sehr schöne Herausforderung. Die Lieder habe ich allerdings vorab in einem Studio aufgenommen.

Wie sieht die Vorbereitung auf solche Drehtage aus? Wie viel Training musst du vorab ableisten?

Für jeden neuen Film recherchiere ich zunächst, informiere mich über die Zeit, treffe mich mit Zeitzeugen oder spreche, wenn möglich, mit der Autorin oder dem Regisseur über das Buch. Außerdem bereite ich mich zusammen mit einem Schauspielcoach auf meine Rolle vor. Im Fall von „Ku’damm“ kam dann noch mehrmals die Woche Tanz- und Gesangstraining hinzu. Das ist schon ein ganz schönes Pensum (lacht).

Wir beide haben das große Glück, in einer Zeit aufgewachsen zu sein, wo wir frei über unseren Lebensweg bestimmen können. Wie ist es für dich gewesen, sich mit den Normen der damaligen Zeit auseinanderzusetzen? Lernt man vielleicht dadurch die heute gebotenen Möglichkeiten mehr wertzuschätzen?

Auf jeden Fall. Ich bin sehr dankbar dafür, im Hier und Jetzt mit all den Freiheiten leben zu dürfen. Ich finde es äußerst spannend, in historischen Filmen mitzuspielen. Ich erfahre dadurch so viel aus dieser Zeit, was man selbst in der Schule nicht gelernt hat. „Kudamm 56“ und „Ku’damm 59“ spielen in der Jugendzeit meiner Großeltern. „Deutschland 83“ und „Deutschland 86“ thematisieren die deutsch-deutsche Geschichte, die meine Eltern selbst miterlebt haben. Vieles kann ich nun besser nachvollziehen.

Der Rock `n` Roll war damals eine musikalische Revolution, die Teenager drehten nicht nur in Amerika durch, auch in Deutschland sorgte er für Furore. Modetechnisch veränderte sich ebenfalls einiges für die Frauen. Was ist dein persönliches Highlight aus dieser Zeit und warum?

Mir gefällt die Mode der 50er Jahre im Allgemeinen gut, weil die Kleider der weiblichen Figur sehr schmeicheln.

Wenn du die Möglichkeit hättest, die Lebensgeschichte von Monika fortzuschreiben, wie würde sie im Jahre 2018 aussehen? Was hätte sie erreicht?

Ich würde mir für sie wünschen, dass sie ihr Glück gefunden hat. Und mich natürlich gerne mal auf einen Kaffee mit ihr treffen (lacht).

Am Sonntag um 20:15 Uhr beginnt die Fortsetzung der faszinierenden Familiengeschichte im ZDF. Die weiteren Teile werden am Montag, 19. März 2018 und am Mittwoch, 21. März 2018 jeweils um 20:15 Uhr ausgestrahlt. Für alle, die „Ku`damm 56“ verpasst haben, oder sich noch einmal anschauen möchten, stehen alle drei Teile in der ZDF Mediathek zur Verfügung.

Sonja Gerhard und Trystan Pütter in "Ku'damm 59"

Monika (Sonja Gerhardt) und Freddy (Trystan Pütter) stehen gemeinsam auf der Bühne und feiern zahlreiche Erfolge. Foto: ZDF/Stefan Erhardt

Sonja Gerhardt und Trystan Pütter in "Ku'damm 59"

Ihr neues Lied „Rock ’n‘ Roll Fever“ ist der Druchbruch. Foto: ZDF/Stefan Erhardt

Sonja Gerhardt und Maria Ehrich in "Ku'damm 59"

Trotz des großen Erfolgs gibt es Schattenseiten in ihrem Leben. Ihre Tochter Dorli wächst bei ihrer Schwester Helga auf. Es kommt oft zum Streit, denn sie will das Sorgerecht zurück. Foto: ZDF/Stefan Erhardt

Sonja Gerhardt iund Alma und Smilla Löhr in "Ku'damm 59"

Sie kämpft vor Gericht um Dorli (Alma und Smilla Löhr). Foto: ZDF/Stefan Erhardt

Sonja Gerhardt in "Ku'damm 59"

Ob sie es am Ende schafft ihre Tochter und vielleicht ihre alte Liebe zurückzugewinnen, könnt ihr ab Sonntag 20:15 Uhr im ZDF sehen. Foto: ZDF/Stefan Erhardt

 

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