Nächste Woche Dienstag startet die neue ZDF-Serie

Arnel Taci (31) verkörpert in der neuen ZDF-Serie „Soko Hamburg“ Cem Aladag, den coolsten IT-Nerd des Nordens, der gerne auch mal in der Grauzone ermittelt. Für ihn ist es die zweite Serie nach „Türkisch für Anfänger“. Erneut beweist er, welch großartiges schauspielerisches Talent in ihm steckt und ist kaum in seiner Rolle wiederzuerkennen. Wir sprachen in Hamburg über die neue Serie, die immer noch vorhandene Aufregung bei Castings und seine altenglische Bulldogge Roco.

 

„Cem ist jemand, der einem ganz schön um die Ohren fliegen kann, wenn man nicht auf ihn aufpasst“, hat dein Schauspielkollege Mirko Lang über deine Figur gesagt. Wie würdest du seinen Charakter beschreiben?

Sympathisch, leicht naiv, aber auf eine gewisse Art auch sehr intelligent. Er bringt das Team oft auf eine interessante Fährte, auf die sie vielleicht nicht gekommen wären. Cem ist einer, der nicht zurückschreckt. Wenn er etwas haben will, dann zieht er es durch. Es gibt dann natürlich auch Situationen, wo er seinen Chef Jan Köhler nicht fragt und sich zum Beispiel einfach die Bankdaten besorgt, oder in Kameras einhackt. Er arbeitet als externer Ermittler bei der Polizei, aber meistens nicht ganz auf legale Art und Weise, um die kniffligen Fälle lösen zu können. Das macht ihn sympathisch.

Was unterscheidet die „Soko Hamburg“ deiner Meinung nach von den anderen Sokos?

Wir sind eine spezielle Soko, da wir ein großes Gebiet abdecken. Wir haben in Hamburg, im alten Land und in Niedersachsen gedreht. Außerdem haben wir interessante Fälle im Hafen, auf dem Wasser und auf der Reeperbahn in den kommenden sechs Folgen. Bieten somit dem Zuschauer die Stadt mit all ihren Facetten. Es würde nur noch fehlen, dass wir aus der Luft ermitteln. Ich hoffe, dass die Soko beim Publikum gut ankommt. Auch, wenn ich von Herzen Berliner und Hertha Fan bin, aber es gibt keinen schöneren Ort in Deutschland als Hamburg. Gerade im Sommer ist es wunderschön hier.

Wäre das dein Wunsch – einmal aus dem Hubschrauber zu ermitteln?

Das wäre natürlich cool, das ist so ein Jungs Traum. Mit einem Hubschrauber zu fliegen und mit tollen Autos zu drehen.

Das ZDF ist bei seinen Produktionen bekannt dafür, dass sich die Schauspieler sehr viel miteinbringen dürfen, wie sah es bei euch aus?

Ja, wir konnten uns gut selbst mit einbringen. Das ZDF hat uns immer den Freiraum gegeben, unsere Wünsche zu äußern. Manche Wünsche kamen nicht so gut an, aber das haben sie auch entsprechend argumentiert. Dass ich mich mit einbringen kann, erleichtert mir die Arbeit natürlich sehr und ich kann meine Figur besser darstellen, was wiederum der Zuschauer am Ende merkt.

Ich habe dich ehrlich gesagt erst nicht erkannt. Was hast du an Cem verändert?

Das ist etwas, was ich als Schauspieler auch versuchen möchte und es ist schön zu hören, wenn man mich nicht auf den ersten Blick erkennt. Mein Wunsch war es, dass er kein typischer IT-Nerd wird, der nur am Rechner sitzt und keine Freunde hat. Er sollte einfach keine typischen Klischees erfüllen und einfach cool sein.

Wenn du die Möglichkeit hättest, deine Figur weiterzuentwickeln, wie würde es mit Cem weitergehen?

Ich fände es sehr gut, wenn Cem bei der Polizei eine Ausbildung machen würde. Ein Tollpatsch, der gerne rebelliert und gegen den Strom schwimmt. Ich glaube, das könnte viele Reibungspunkte haben und sehr interessant werden.

Was habt ihr beide gemeinsam?

Ich interessiere mich auch sehr für Technik, leider bin ich nicht so begabt wie Cem.

Deine Schauspielkollegen bekamen ein Festnahmetraining. Wie konntest du dich auf die Rolle vorbereiten?

Ich hätte glaube ein Gedächtnistraining gebraucht. Cem spricht eine Sprache, die man in diesem Alter nicht so benutzt. Ich saß dadurch doppelt solange an meinem Text, bis er saß.

Ein Seriendreh ist nochmal anstrengender, als ein Filmdreh. Viel weniger Drehtage stehen zur Verfügung und man hat dadurch weniger Zeit zum Drehen. Wie entspannst du nach einem anstrengenden Drehtag?

Das kommt darauf an. Wichtig ist vor allem, sich auch mal Zeit für sich zu nehmen. Wenn man den ganzen Tag am Set von so vielen Menschen umgeben ist, braucht man das. Entweder liege ich im Hotel auf dem Bett und höre Musik oder gehe in ein Spa. Wenn ich in Berlin drehe, gehe ich auch viel mit meinem Hund Roco spazieren.

Darf er auch mal mit zum Set?

Wenn ich in Berlin bin, ja. Dann schauen immer alle, weil er so ein großer, kräftiger Hund ist, aber eigentlich ist er eher ein Kuschelhund. Er begrüßt jeden am Set und springt alle an. Beim Caterer ist er am liebsten, weil er weiß, dass es da Leckerlies gibt. Das macht schon Spaß, meine altenglische Bulldogge ist schon ein tolles Wesen. Das Schöne ist, wenn ich mal etwas lauter mit meiner Freundin oder meiner Schwester rede, stellt er sich vor die Damen wie ein Bodyguard und knurrt mich an, weil ich seiner Meinung nach etwas falsch gemacht habe. Dann wird Roco zum richtigen Macho (lacht).

Vor 15 Jahren hattest du deinen großen Durchbruch mit der Erfolgsserie „Türkisch für Anfänger“. Seitdem ist viel passiert. War dir damals bewusst, welchen Hype die Serie auslöst?

Ich konnte mich einem großen Publikum präsentieren und hatte eine super Rolle, wo ich nach oben hin keine Grenzen hatte und spielen konnte, ohne in einem Raum gefangen zu sein. Diese Freiheit wurde mir von dem Regisseur Bora Dagtekin gelassen. Ich bin dankbar für diese Chance. Es fasziniert mich immer wieder, dass nach so langer Zeit die Fans zu mir kommen und mich bitten, dass ich mit Bora spreche und wir einen zweiten Film oder eine vierte Staffel drehen. „Aber ihr müsst!!!“, flehen sie mich nach so langer Zeit immer noch an. Damals war uns nicht bewusst, welchen Hype wir auslösen.

Ein Fan hat mich gebeten, dich zu fragen, ob du immer noch aufgeregt bist vor Castings oder ob es irgendwann zur Routine wird?

Ich bin davor aufgeregt und laufe in meiner Wohnung hin und her. Kleine Filmen laufen in meinem Kopf ab. Mir ist es wichtig, dem Regisseur schon eine fertige Figur zu bieten und investiere viel in die Vorbereitung rein. Überlege zum Beispiel: Welchen Bildungsstand hat meine Figur? Was macht ihn besonders? Während des Castings bin ich total entspannt und habe keine Angst oder Selbstzweifel. Ich bin dann wie in einem Tunnel. Dafür kommen die Zweifel dann danach.

Am 27. März 2018 wird die erste Folge „Gefallener Engel“ der „Soko Hamburg“ um 18:00 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Insgesamt folgen noch weitere fünf Folgen, welche jeden Dienstag ebenfalls um 18:00 Uhr ausgestrahlt werden.

Arnel Taci als Cem Aladag in "Soko Hamburg"

Nordens coolster IT-Nerd Cem Aladag (Arnel Taci) im Einsatz. Er löst einen spektakulären Fall, leider nicht ganz legal. Foto: ZDF/Manju Sawhney

Das Team der "Soko Hamburg"

Er berichtet den Kollegen von seinen Ermittlungsergebnissen. Foto: ZDF/Manju Sahwney

Das Team der "Soko Hamburg

Das Team der „Soko Hamburg“ ist ab 27. März 2018 im Einsatz – von links: Jan Köhler (Mirko Lang), Lena Testorp (Anna von Haebler), Maria Grundlach (Kathrin Angerer), Oskar Schulz (Marek Erhard) und Cem Aladag (Arnel Taci). Foto: ZDF/Marion von der Mehden