Neue Hauptrolle in „Soko Hamburg“

 

Pfiati Berge, moin moin Hansestadt – Mirko Lang verlässt nach drei Staffeln die ZDF-Serie „Die Bergretter“ und wird Einsatzleiter in der neuen Serie „Soko Hamburg“. Für ihn ein wichtiger Schritt, denn es ist die erste Serien-Hauptrolle des gebürtigen Bremers. Ich sprach mit Mirko Lang (39) über seine neue Rolle und die Hansestadt Hamburg.

Du verlässt die Serie „Die Bergretter“ und hast in „Soko Hamburg“ deine erste Serien-Hauptrolle. Ein wichtiger Schritt für die Karriere, aber wie schwer fällt es, eine Serie nach drei Jahren zu verlassen und in ein neues Format zu wechseln?

Ich bin ein begeisterter Kletterfreund und ich liebe die Berge. In den Drehpausen war ich gerne am Silberkar, wenn ich viel Zeit hatte. Natürlich bin ich ein wenig traurig, weil das eine Projekt zu Ende geht, umso mehr freue ich mich aber, dass ich nun eine Serien- Hauptrolle spielen darf. Die Rolle als Jan Köhler ist für mich etwas ganz Besonderes und ich hoffe, dass mich die Bergretter Fans auch nach Hamburg begleiten.

Das Soko-Format entstand vor 40 Jahren in München. Nach und nach kamen weitere Städte dazu. Wie wichtig ist es, dass Hamburg nun auch eine Soko bekommt?

Das ist sehr wichtig. Es hat einfach noch gefehlt. Wenn man sich die Stadt einmal genau anschaut, bietet sie so viele Facetten, die für eine filmische Umsetzung viele Möglichkeiten bietet. Die Stadt, der Kiez, der Hafen und die unterschiedlichen Menschen, vom Arbeiter bis zum Bänker, die hier harmonisch zusammenleben. Außerdem gibt das Durchzogensein von Wasser der Stadt einen besonderen Flair. Wenn man an der Alster oder der Elbe steht, hast du ein Meer-Feeling und das Gefühl, es ist nicht mehr weit bis ins offene Meer. Hier gibt es mehr Brücken, als in Venedig Das ist der Wahnsinn.

Du spielst Hauptkommissar Jan Köhler. Wie hast du dich vorbereitet?

Ich hatte vorab zehn Tage Zeit, um mich auf die Dreharbeiten vorzubereiten. Wir hatten ein Festnahmetraining. Den Rest, wie man zum Beispiel einen Täter anspricht, habe ich mir während des Drehs angeeignet. Die Zusammenarbeit mit unseren Regisseuren Sven Fehrensen und Miko Zeuschner hat mir hier sehr geholfen. Sie haben uns viel improvisieren lassen. Einmal wurde ich mit meiner Kollegin in den Verhörraum geschickt mit der Anweisung: Ihr sagt jetzt einfach mal drei Minuten gar nichts und schaut, was bei dem Gegenüber passiert. Das Ziel war, eine Verunsicherung des Gegenübers mit der Kamera einzufangen, was natürlich automatisch passiert, wenn die Kollegen einen einfach nur drei Minuten anschauen und nichts sagen. Egal, was der andere zu uns sagte, er bekam keine Antwort. Mir hat das unheimlich viel gebracht. Ich bekam dadurch eine gewisse Präsenz für mein Spiel und bemerkte, dass egal ist, was ich mache, ich werde immer die höhere Position haben. Damit kann man sehr schön spielen.

Du hast noch nie einen Einsatzleiter oder etwas anderes in der Richtung gespielt. Hast du dir zusätzlich zur Vorbereitung andere Sokos angeschaut?

Nicht explizit, sowas vermeide ich. Während des Drehs habe ich mal in Soko-Leipzig reingeschaut, da ich die Arbeit unseres Regisseurs mir einmal anschauen wollte.

Die Figur Jan Köhler hat mich in der ersten Folge „Gefallener Engel“ sehr überrascht. Er ist ein total ruhiger Einsatzleiter, der nicht nur an seinem Schreibtisch sitzt, sondern auch mit vor Ort ermittelt.

Das ist das Schönste an meiner Rolle. Er ist das komplette Gegenteil zu meiner privaten Person. Ich bin ein ganz schnelllebiger Mensch und eher impulsiv aus dem Moment heraus. Er hingegen ist ein viel ruhigerer Mensch, eher ein abwartender Typ. Dieses Zurücknehmen mag ich sehr an meiner Figur. Der Drehtag war schon fast wie eine Meditation für mich, weil ich so runter kam in dieser Figur. Er hat seine Mitarbeiter, die für ihn vorpreschen und ist der Informationssammler des Teams, der sich irgendwann zurückzieht und die Puzzleteile zu einem Bild formt.

Wie die erste Folge „Gefallener Engel“ zeigt, besteht sein Team aus unterschiedlichen Charakteren und jeder ist für jeden da. Was macht Jan Köhlers Team besonders?

Wir sind in der Serie und auch privat sehr unterschiedliche Charaktere. Jeder bringt somit natürlich andere Eigenschaften mit in die Fälle. Dadurch entsteht ein guter Austausch. Ich finde, das macht unsere Soko und unser Team aus. Wir erfüllen nicht das Klischee.

Cem Aladag, der IT-Spezialist, ist ein gefährlicher Typ. Der gerne auch mal in der Grauzone ermittelt, um die Fälle zu lösen. Lena Terstop prescht auch gerne vor bei der Ermittlung. Auf welches Teammitglied muss Jan Köhler ganz besonders aufpassen?

Cem auf jeden Fall (lacht). Er ist ganz genau der Typ, wo Jan Köhler weiß, so einer kann einem um die Ohren fliegen und er möchte gar nicht wissen, wie er an seine Informationen für die Fälle ran kommt. Denn ab dem Moment, wo er es weiß, würde er sich mit strafbar machen.

Ihr ermittelt in den kommenden sechs Folgen in der Hafencity, auf dem Wasser und im alten Land. Was würdest du gerne noch für die kommenden Folgen umsetzen?

Ich fände es toll, wenn wir einmal in der Elphi drehen würden. Grundsätzlich finde ich, haben wir sehr viel abgedeckt und ich freue mich ganz besonders, dass wir mit einem richtig tollen Speedboot drehen durften. Der Besitzer verriet uns während des Drehs, dass er gerne auch mal von der Polizei angehalten wird, nur weil sie sich das Boot einmal anschauen möchten. Das war echt ein besonderer Dreh.

 

Ab dem 27. März 2018 startet „Soko Hamburg“ um 18:00 Uhr mit dem Fall „Gefallener Engel“ im ZDF. Geplant sind derzeit sechs Folgen, welche jeweils dienstags ausgestrahlt werden. Die ersten Folgen zeigen deutlich, dass es ein Format ist, was der deutschen Fernsehlandschaft noch gefehlt hat. Es ist anders, speziell und mit viel Liebe zum Detail produziert und inszeniert.

Mirko Lang in "Soko Hamburg"

Mirko Lang in seiner neuen Rolle als Jan Köhler. Foto: ZDF/Manju Sawhney

Anna von Haebler und Mirko Lang in ""Soko Hamburg"

Ein unschlagbares Team – Lena Testorp (Anna von Haebler) und Jan Köhler (Mirko Lang) im Einsatz. Foto: ZDF/Manju Sawhney

Mirko Lang, Kathrin Angerer und Arnel Taci in "Soko Hamburg"

Jan Köhler (Mirko Lang, sitzend) ist eher der ruhigere im Team und fügt gerne die Ermittlungsergebnisse wie ein Puzzle zusammen. Foto: ZDF/Manju Sawhney