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„Bauhaus“ Hauptdarsteller – Noah Saavedra: „Es hat etwas magisches“

Ein Newcomer hat seinen Weg gefunden

 

Mit 21 Jahren entschied sich Noah Saavedra (27) für das Schauspiel. Der Österreicher stand bereits für die Hollywood-Produktion „James Bond 007: Spectre“ vor der Kamera und hatte seine erste Hauptrolle in „Egon Schiele – Tod und Mädchen“. Bis vor kurzem drehte er den ARD- Eventfilm „Bauhaus“ in Dessau. All das, obwohl er sich noch in der Ausbildung befindet. In einer Drehpause sprachen wir über seine derzeitige Ausbildung und seine Rolle Paul Seligmann.

 

Du hast dich sehr spät für das Schauspiel entschieden. Wie kamst du zum Film?

In der „Jungen Burg“ am Burgtheater Wien traf ich auf viele ambitionierte Kollegen, die selbstgemachte Videos an Caster verschickten. Das habe ich dann auch gemacht. Viel später wurde ich von der Wiener Casterin Eva Roth für ein Casting angefragt. Noch am gleichen Tag bekam ich die Absage. Aber sie lud mich sofort für ein zweites Casting ein. Völlig unvorbereitet platzte ich dann in mein zweites Casting. Ich hatte unglaubliches Glück und timing: die ersten beiden Castings am gleichen Tag und am Ende die Hauptrolle für „Egon Schiele“!

Die Verfilmung von Dieter Berner über den außergewöhnlichen Maler ist phänomenal. Wie weit warst du mit deiner Ausbildung, als die Dreharbeiten begannen?

Es war am Ende meines ersten Jahres, als wir zu drehen begannen.

Du bist vom „Konservatorium“ in Wien zur „Ernst Busch“ nach Berlin gewechselt. Wie kam es dazu?

Ich merkte im ersten Jahr in Wien, dass es nicht ganz für mich stimmt. Deshalb entschied ich mich für den Wechsel.

Noah Saavedra, Alicia von Rittberg und Jörg Hartmann am Set von "Bauhaus"

Noah Saavedra (links außen) mit seinen Kollegen Alicia von Rittberg (mitte, „Charité“) und Jörg Hartmann („Tatort“) am Set von „Bauhaus“ in Dessau. Foto: Sabrina Heun

Dort bist du jetzt im dritten Jahr. Wir sitzen gerade am Set von „Bauhaus“ in Dessau, dem neuen ARD-Eventfilm, welcher im Frühjahr 2019 ausgestrahlt wird. Wie regelst du es mit der Schule, schließlich verpasst du dort einiges?

Da wir während des Drehprozesses auch lernen, schauen unsere Lehrer sich die Angebote genau an und unterstützen uns bei großen Rollen, diese umzusetzen. In den ersten zwei Jahren der Ausbildung wird es nicht gerne gesehen, wenn wir drehen. Gerade das zweite Jahr ist eines der zeit- und arbeitsintensivsten. Im dritten Jahr weitet sich der Stundenplan und ich habe nur noch wenig Körperunterricht und Tanz. Da sind Dreharbeiten sehr gut umsetzbar.

Du verkörperst Paul Seligmann, einen Bauhaus-Studenten. Was darfst du uns schon über deine Rolle verraten?

Paul kommt aus gutem Hause, ist ein liberal erzogener junger Wilder, der sich Halsüberkopf in den rohen Diamanten Lotte Brendel verliebt. Er läuft Lotte in einer Demonstration um und es entwickelt sich daraus eine künstlerisch befruchtende Romanze. Er hat mitunter einen diplomatisch agierenden Charakter und ich würde ihn aber auch als Lebemann bezeichnen.

Vor rund einhundert Jahren haben hier die Studenten Geschichte geschrieben und eine Revolution ausgelöst. Wie fühlst du dich, wenn du hier durch die Räume gehst und dir dies bewusst machst?

Es ist total schön und inspirierend. Verrückt, wie modern und wie aktuell diese Art von Entwicklung ist. Ich habe einen guten Freund, der studiert in Wien an der Universität für angewandte Kunst „Industrial Design“, was quasi die moderne Fortführung des „Form follows function“ ist. Er setzt sich mit ähnlichen Themen, wie die damaligen Studenten, auseinander. Diese Räume haben generell etwas Magisches. Mich hat es auch fasziniert, dass in Weimar am „Bauhaus“ immer noch Menschen studieren. Sie studieren größtenteils in Richtung Architektur und Landschaftsplanung, aber es war wirklich interessant zu sehen, wie sich die Studenten in den Räumen bewegen. Wie sie überlegen, für ihr jetziges Haus und deren Zukunft Geschichte schreiben zu können.

Noah Saavedra und Sabrina Heun am Set von "Bauhaus"

Noah Saavedra und ich vor dem beeindruckenden „Bauhaus“ Gebäude in Dessau, welches heute durch die „Stiftung Bauhaus Dessau“ als Museum erhalten wird. Besucher aus aller Welt pilgern täglich dorthin, um sich die außergewöhnliche prägende Kunst von Begründer Walter Gropius anzuschauen.

 

Die Verfilmung „Bauhaus“ wird im Frühjahr 2019 zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ im Ersten ausgestrahlt werden. Zuvor ist Noah Saavedra in der Tragikomödie „Doch wir Lächeln zurück“ zu sehen. Ein genauer Ausstrahlungstermin steht für beide Filme derzeit noch nicht fest. Aber wie gewohnt werdet ihr hier auf der Seite oder über die Social-Media-Kanäle darüber informiert.

 

In weiteren Interviews geben euch Darstellerin Nina Gummich und Produzent Nico Hofmann weitere Einblicke zur Verfilmung. Ein Blick hinter die Kulissen gibt es hier.