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Was macht eigentlich Julia Becker?

Neues Filmprojekt in Planung

 

Vor Kurzem erschien die DVD ihres Spielfilmdebüts „Maybe, Baby!“. Grund für uns, Julia Becker auf einen Kaffee zu treffen. Was macht die Schauspielerin zurzeit?

 

Trotz Regen und starkem Wind kam Julia Becker (35) mit ihrem Roller in ihr Lieblingscafé „Nah am Wasser“ in Berlin-Neukölln. „Ich arbeite derzeit an meinem neuen Film“, strahlt sie. „Die Grundidee zu meinem neuen Film holte ich mir, ähnlich wie bei meinem Spielfilmdebüt, aus meinem Umfeld. Das Treatment haben wir bereits eingereicht und wir hoffen nun auf die Zusage der Förderung.“ Die Chance, eine Filmförderung in Deutschland zu erhalten, liegt bei 25 Prozent. Doch trotzdem geht die Berlinerin es selbstbewusst an. „Ich hoffe, dass sie sehen, was wir mit einem kleinen Budget bei „Maybe, Baby!“ umgesetzt haben und was mit einer Förderung erst möglich wäre.“ Viel möchte sie noch nicht verraten. Es wird wieder eine Tragikomödie werden. Ich liebe es, wenn in der Komödie eine gewisse Tragik ist und umgekehrt. Du kannst in der schlimmsten Situation deines Lebens sein und trotzdem leichte, sowie schöne Momente erleben.“

Julia Becker

Julia Becker arbeitet wieder an einer neuen Tragikomödie. Foto: Marcus Gärtner

Doch was braucht eigentlich für Julia Becker ein guter Film? „Ein guter Film sollte die Figuren ernst nehmen. Wenn ich ihnen glauben kann, bin ich am Ende, genreunabhängig, happy.“ Deshalb investiert die Filmemacherin viel Zeit in die Figurenentwicklung. „Ich konzipiere die komplette Figur mit all ihren Eigenschaften und Charakterzügen bevor ich an das Drehbuch gehe. Das ist für mich sehr wichtig, um ein Gefühl für sie zu bekommen, wie sie sprechen, und untereinander agieren können.“ Ein großer Vorteil für die eigene Produktion sei die Erfahrung vor der Kamera. „Ich habe dadurch ein Gefühl, wie ich mit Schauspielern arbeiten und vor allem wie weit ich mit ihnen gehen kann. Nach 13 Stunden drehen, kann selbst der beste Schauspieler nicht mehr seine volle Leistung erbringen. Das kenne ich nur zu gut aus eigener Erfahrung und versuche, es bei eigenen Produktionen zu vermeiden.“ Die Entscheidung, selbst zu produzieren, fiel ihr einfach. „Ich wollte etwas erschaffen und nicht die ganze Zeit abwarten, bis ein Rollenangebot kommt. Als Schauspieler ist diese Abhängigkeit von anderen für mich nur schwer zu ertragen, denn um eine Rolle zu erhalten, müssen viele Kriterien stimmen.“

Julia Becker

Als Filmemacher ist es nicht leicht. Trotzdem, gibt Julia Becker nicht auf, ihren neuen Film schon bald auf der Kinoleinwand zu sehen. Foto: Julia Becker

Dass auch hin und wieder mal Kritik für ihre eigenen Filmprojekte kommt, sei zu Beginn nicht leicht gewesen. Jedoch habe die Filmemacherin mittlerweile gelernt, dass die Geschmäcker verschieden seien. Mit sich selbst geht sie jedoch recht streng um. „Ich hätte gerne immer alles perfekt, aber man muss sich eingestehen, dass nicht immer alles perfekt sein kann. Selbst die großen Hollywood Regisseure machen Fehler“, lacht sie. Nun heißt es abwarten, bis die Förderung bewilligt oder abgelehnt wird. Der nächste Schritt sei dann, das Drehbuch zu schreiben. „Auch, wenn wir die Förderung nicht erhalten, werde ich weiter an dem Film arbeiten. Es dauert dann zwar länger, aber aufgeben, tue ich so schnell nicht. Ich nutze die Zeit sinnvoll und überlege, was ich an der Geschichte noch verbessern könnte. Ständig habe ich neue Ideen, die ich mir notiere, um es später im Drehbuch verwenden zu können.“

Diesen Monat soll die Rückmeldung von seitens der Filmförderung kommen. Wir drücken die Daumen, dass es für Julia Becker schon bald mit dem neuen Filmprojekt weitergeht. Derzeit steht Julia Becker  für die ARD Degeto Reihe „Käthe und ich“, sowie für den Sat.1 Film „Der Bulle und das Biest“ vor der Kamera“.

"Maybe, Baby!" das Spielfilmdebüt von Julia Becker

Für alle die ihr Spielfilmdebüt verpasst haben – ab jetzt im Handel erhältlich.

Zur Person:

Schauspielerin Julia Becker wurde 1982 in Berlin geboren. Sie absolvierte ihre Ausbildung am „International Network of Actors“ in Berlin und am „Lee Strasberg Theatre an Film Institute“ in New York. Um ihre Kreativität besser ausleben zu können und unabhängiger als Schauspielerin zu sein, produzierte sie 2015 den Film „Das Floß“. Dort übernahm sie auch die Hauptrolle. 2017 folgte ihr Spielfilmdebüt mit „Maybe, Baby!“ als Regisseurin.