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#throwback mit Timur Bartels: „Andere glücklich machen bereichert dich“

Derzeit in zwei Kinofilmen

 

Die Rolle „Alex der Hübsche“ in der VOX-Erfolgsserie „Club der roten Bänder“ brachte Timur Bartels den Durchbruch. Vor Kurzem wurde der Kinofilm über die Clique auf der Krankenstation abgedreht, welcher 2019 in die Kinos kommt. Wir trafen den Schauspieler in Berlin, um mit ihm auf seinen Durchbruch zurückzublicken.

 

Trotz seines großen Erfolgs mit der VOX-Serie „Club der roten Bänder“ begegnete uns in Berlin ein bodenständiger, junger Mann, der für jeden Spaß zu haben ist. Erst seit vier Jahren ist Timur Bartels (23) im Filmbusiness tätig, doch schon jetzt kann der Schauspieler auf eine spannende Schauspielkarriere zurückblicken. Doch wie fing eigentlich alles an?

„Club der roten Bänder“

In der Abiturzeit entdeckte Timur Bartels die Schauspielerei. „Meine Freunde nahmen mich zu Dreharbeiten und ihrem Schauspielunterricht mit. Als ich merkte, dass man dies auch beruflich machen kann, kniete ich mich rein und setzte alles daran, Schauspieler zu werden.“ Schnell folgte die Einladung für ein E-Casting. Es war die Rolle des Autisten „Toni“ in „Club der roten Bänder“. „Ich habe für die Vorbereitung die originale Serie auf Spanisch gesehen. Eigentlich wollte ich nur kurz reinschauen, aber ich war so gepackt und fasziniert, dass ich alle Folgen in zwei Tagen durchschauen musste.“ Nach der Absendung des Bewerbungsvideos hörte der Schauspieler ein halbes Jahr nichts und glaubte, die Rolle sei für ihn aussichtslos. „Drei Wochen vor Drehstart bekam ich eine Einladung für ein Live-Casting nach Köln. Ich dachte, mein Agent hat sich getäuscht, denn ich sollte diesmal für die Rolle des Alex vorsprechen. Meine Kollegen hatten alle viel mehr Dreherfahrung und das machte mich total nervös.“ Doch Bartels setzte sich durch. „Ich war gerade mit meinem Freund im Auto unterwegs, als mein Handy klingelte und sie mir mitteilten, dass ich für die Rolle besetzt werde. Zum Glück fuhr ich nicht selbst, denn ich freute mich riesig, bei diesem Projekt dabei sein zu dürfen. „Club der roten Bänder“ ist ein wichtiges Serienprojekt. Es macht Mut und gibt viel Kraft. Egal, ob selbst erkrankt, oder nur betroffen durch das eigene Umfeld.“ Der Erfolg zeigte sich schnell. Rund drei Millionen Zuschauer verfolgten die Clique auf der Krankenstation regelmäßig. Insgesamt erhielt die Produktion bis heute 14 Auszeichnungen. Darunter der „Bayerische Fernsehpreis“, der „Deutsche Fernsehpreis“ und der „Grimme Preis“. „Wir gingen alle nicht von so einem riesen Erfolg aus. Viele scheuten sich, mit den Krankengeschichten und dem Leid jugendlicher auseinanderzusetzen. Glücklicherweise konnten wir am Ende Vieles mit Serie bewegen.“ Tausende Briefe erreichten den Schauspieler bis heute. Darin enthalten: Viel Lob und Dankbarkeit für den Mut, den er betroffenen oder Angehörigen durch seine Rolle des herzkranken Alex schenkte. „Viele wünschten sich auch, einen Tag mit mir zu verbringen. Einem Mädchen habe ich den Wunsch erfüllt.“ Genau, wie seine Rollenfigur Alex, sei ihr Bruder herzkrank gewesen und verstarb nach der ersten Staffel. „Es war sein größter Wunsch, mich einmal kennenzulernen und sie verwirklichte diesen Traum für ihn nach seinem Tod. Wir hatten einen super Tag in Berlin mit einem Fotoshooting und vielen anderen Dingen.“ Eine wunderbare Geste – trotz vollem Terminkalender. „Wenn du anderen mit deiner Arbeit Mut und glücklich machen kannst, ist es eine Bereicherung für dich selbst und ein guter Grund, den Beruf weiterhin auszuüben.“ Vor kurzem schloss der Schauspieler die Dreharbeiten für den Kinofilm „Club der roten Bänder – Der Film“ ab, welcher am 14. Februar 2019 in den deutschen Kinos startet. „Es erwartet uns eine spannende Verfilmung, die unabhängig von der Serie sein wird. Für die Fans wird es besonders spannend. Sie werden mehr über die einzelnen Figuren erfahren. Alex war immer sehr fies, jetzt kommt raus, warum er sich so verhalten hat“, verriet der Schauspieler.

Timur BArtels

Etwas was Timur Bartels und Til Schweiger gemeinsam haben – die Vorliebe für Kaschmir Pullover. Foto: Barefoot Living GmbH

Die Zukunft

Derzeit ist Timur Bartels in zwei großen Verfilmungen auf der Leinwand zu sehen. Am vergangenen Donnerstag ist die neue Komödie von Til Schweiger „Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken“ in den Kinos gestartet. Bartels spielt dort Lenny, den Freund von Andreas (Samuel Finzi) Tochter. „Natürlich hatte ich Bedenken, eine Art Branding durch den Club zu bekommen. Umso mehr freut es mich, dass mir Til in seinem neuen Film eine Rolle angeboten hat. Er ist mein Vorbild, ein grandioser Filmemacher, zu dem ich aufschaue. Es ist einzigartig, mit welcher großen Leidenschaft bei ihm die Filme entstehen.“ Schweiger habe ihm zahlreiche Tipps für seine berufliche Laufbahn gegeben. „Er riet mir zum Beispiel von einer Schauspielausbildung ab, um das Unschuldige und dadurch Authentische zu bewahren.“ Trotz des großen Erfolgs ist der Schauspieler bodenständig geblieben und nimmt gerne auch kleine Nebenrollen an. „Ich achte als Erstes besonders auf das Drehbuch, weil ich nur gute Arbeit leisten kann, wenn die Rolle mir im Ganzen gefällt.  Danach schaue ich, wer mit mir vor und hinter der Kamera steht. Ich möchte noch viel lernen und da verzichte ich lieber auf eine Hauptrolle, wenn ich mit großartigen Filmemachern zusammenarbeiten kann.“ Wer den neuen Thriller von Bully Herbig „Ballon“ ab dem 27. September 2018 in den Kinos sieht, wird genau diese Aussage überprüfen können. Denn dort spielt Bartels eine so kleine Rolle, dass er kaum auffällt und der Zuschauer zweimal schauen muss, ob er auch wirklich den Soldaten in einer kurzen Verhörszene verkörpert. „Mir war es unheimlich wichtig, mit Bully zu arbeiten. Er hat im Vergleich zu Til eine ganz andere Arbeitsweise. In meiner Szene sitzen wir in einem großen Raum, an einem langen Tisch. Bully hat mit einem Laser exakt nachgemessen, dass die Stühle genau in einer Reihe am Tisch stehen“, schwärmt Bartels über die Detailverliebtheit Herbigs.

Thomas Kretschmann, Timur Bartels und Sebastian Schwarz

Timur Bartels (rechts hinten), Sebastian Schwarz (rechts vorne) und Thomas Kretschamnn in der Verhörszene des neuen  Bully Herbigs Film „Ballon“.  Foto: Studiocanal GmbH/Marco Nagel

In der Zukunft könne er sich vorstellen, selbst einen Film zu produzieren. Doch bis dahin möchte er noch viele Genres ausprobieren. „Eine Coming of Age Geschichte oder etwas Historisches, es gibt noch so viel, was ich gerne einmal ausprobieren möchte. Das ist das Schöne an meinem Beruf. Du kannst dich 30 Tage auf ein Projekt und Thema konzentrieren, dann kommt das nächste. Ich liebe diese Abwechslung.“ Wir dürfen also sehr gespannt sein, welche Seiten uns Timur Bartels von sich noch zeigen wird. Alle Fans des Clubs sollten sich den 14. Februar 2019 merken, dann kommt „Club der roten Bänder – Der Film“ in die Kinos.