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„Die andere Tochter“ Hauptdarstellerin – Paula Schramm: „Herzkino Filme sind Märchen für Erwachsene“

Besonderer Inga Lindström Film

 

Paula Schramm (28) ist am Sonntag im Herzkino zu sehen. In dem Film „Die andere Tochter“ der Inga Lindström Reihe wird eine bezaubernde Geschichte über zwei Familien erzählt, welche ein schweres Schicksal tragen müssen. Wir sprachen mit der Hauptdarstellerin über ihre Rolle Jette und das schöne Land Schweden.

 

Für Ihren neuen Film „Die andere Tochter“ haben Sie in Schweden gedreht. Wie erlebten Sie das Land und die idyllische Landschaft?

Schweden ist ein wunderschönes Land. In den Drehpausen bin ich oft mit dem Auto unterwegs gewesen und habe Orte erlebt, wo nichts, außer Naturgeräusche, zu hören waren. Zum Teil war keine Menschenseele anzutreffen, das war für mich als Berlinerin schon fast beängstigend.

Welche Orte können Sie empfehlen?

Alles eine Autostunde um Norrköping herum kann ich empfehlen. Dort findet man das Meer und jede Menge stille Orte. Stockholm ist aber auch eine Stadt, die man sich anschauen sollte, ich liebe sie. Wer es schafft, früh morgens oder abends auf der Landstraße unterwegs zu sein, hat vielleicht auch Glück, einen Elch zu sehen. Das war für mich ein besonderes Erlebnis.

Wie lief die Zusammenarbeit mit den schwedischen Kollegen ab?

Es war sehr schön, mit ihnen zu arbeiten. Da wir Deutsch und sie Englisch sprachen, hatten sie es oft nicht leicht, ihren Einsatz zu finden.

Jette ist mehr für andere da, als ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Gute oder schlechte Eigenschaft?

Ich kann mich sehr gut mit der Eigenschaft identifizieren und bin leider auch so. Es hat gute und schlechte Seiten. Wenn man zu sehr für einen anderen da ist, kann dies die Person gegenüber auch sehr einengen. Bei ihr ist es eher eine Flucht vor ihren eigenen wichtigen Entscheidungen und die Sehnsucht, geliebt zu werden. Aber der Zuschauer wird im Film sehen, dass sie sich auch anders verhalten kann und selbstbestimmt anfängt, für ihre Träume zu kämpfen.

Paula Schramm und Leonard Lansink in "Die andere Tochter"

Jette (Paula Schramm) ist mehr für ihren blinden Vater (Leonard Lansink) da, als nach ihren eigenen Zielen zu schauen. Foto: ZDF/Avid Uhlig

Wie haben Sie sich auf den Dreh vorbereitet?

Vor dem Dreh haben wir drei Tage gemeinsam mit allen vor Ort proben können, dies ist schon sehr ungewöhnlich, hat aber mir und Max Woelky für unsere Liebesgeschichte sehr geholfen. Ich hatte auch sechs Kostümproben dieses Mal, weil Stefanie Sycholt gerne ein rotes Kostüm haben wollte. Am Ende kamen die absurdesten Rotkombinationen heraus, wie der Zuschauer am Sonntag sehr schön sehen wird.

Wie entspannen Sie in den Drehpausen?

Ich versuche tatsächlich, zu schlafen. Dann achte ich stark auf meine Ernährung. Kein Kaffee, wenig Pasta und Gnocchi, damit ich nicht müde werde. Die Landschaft, gibt einem auch jede Menge Möglichkeiten. zu entspannen und sich einfach mal zurückzuziehen.

Sie sind seit dem siebten Lebensjahr im Filmbusiness. Was hat sich im deutschen Film verändert?

Man versucht, mehr Frauen in das Business zu holen. Leider sind aber immer noch sehr wenige Frauen unter den Herzkino-Regisseuren. Vieles ist schneller und austauschbarer geworden, aber das ist in vielen Bereichen so. Mit den jungen Kollegen möchte ich allerdings nicht mehr tauschen. Sie haben wenig Zeit, viel Druck. Das finde ich sehr schade, weil ich sehe es bei mir, wie effektiv es ist, wenn man seine Räume hat im Spiel. Was natürlich super ist, ist dass wir viele internationalen Co-Produktionen in Deutschland und viele Serien auf Netflix haben. Das gibt uns Schauspielern einen großen Raum.

2015 sahen wir Sie bereits in dem Lindström Film „Die Kinder meiner Schwester“ – Was macht diese Verfilmungen besonders?

Es sind Märchen für Erwachsene (lacht).

Immer mit einem „Happy End“.

Ja, das ist immer. Was ich immer wieder spannend finde, ist, dass ich während der Dreharbeiten ein großes Bedürfnis nach Liebesfilmen bekomme. Ich habe die ganze Palette der berühmten Liebesklassiker, wie zum Beispiel „Pretty Woman“ geschaut.

Paula Schramm in "Die andere Tochter"

Ob es auch für Jette (Paula Schramm) ein „Happy End“ gibt? Foto: ZDF/Avid Uhlig

Das ist das Verführgeheimnis der Filme. Man ist gestresst vom Alltag und die Landschaft, sowie die Liebesgeschichten fangen einen ein und man ist völlig entspannt.

Das stimmt. Dazu muss die Geschichte aber auch sehr gut sein. Sie darf nicht gestellt für den Betrachter rüberkommen, das ist sehr wichtig.

Gab es einen besonderen Film, der Sie dazu bewegt hat, Ihren Lebensweg einzuschlagen?

Nein, als ich damals als siebenjährige beim Theater anfing, hat mich alles interessiert. Bei meinen ersten Rollen am Theater habe ich alles hinterfragt. Wollte genau vom Regisseur wissen, warum die verschiedenen Dinge so gemacht werden. Diese Welt hat mich schon sehr früh fasziniert.

Trotzdem sind Sie Schauspielerin geworden und nicht Regisseurin.

Im Spiel habe ich eine Freiheit, die ich als Paula nicht habe. Das sind Entwicklungen, da bin ich süchtig nach. Man muss sich irgendwann klar für einen Bereich entscheiden und ich entschied mich für die Schauspielerei.

Worauf dürfen die Zuschauer sich bei dem Film am Sonntag freuen?

Wir begegnen einer jungen Frau, die auf der Suche nach sich selbst ist. Dabei natürlich eine große Liebe trifft, die eher als Bonbon oben drauf ist. Was das Besondere an dem Film ist, dass sich Menschen mit einer Echtheit begegnen. Und wir dürfen uns auf eine tolle Liebesszene freuen, die auf diese Art noch nie im Herzkino gezeigt wurde.

 Paula Schramm und Max Woelky in "Die andere Tochter"

Paula Schramm und Max Woelky spielen am Sonntag eine besondere Liebesgeschichte. Foto: ZDF/Avid Uhlig

Am 30. September 2018 um 20:15 Uhr ist Paula Schramm in dem ZDF-Herzkino Film „Die andere Tochter“ zu sehen. Der Film wurde an 31 Tagen überwiegend in Norrköping gedreht.

 

„Die andere Tochter“

Seit Jahren kümmert sich Kellnerin Jette (Paula Schramm) um ihren erblindenden Vater Henrik (Leonard Lansink). Nun muss sie erfahren, dass sie bei der Geburt vertauscht wurde und eigentlich aus der wohlhabenden Familie Borgen stammt. Jette, die von Henrik allein großgezogen wurde, sehnt sich danach, ihre leibliche Mutter (Marion Kracht) kennenzulernen. Doch Nele (Nina Brandt), die an Jettes Stelle bei den Borgens aufwuchs, und ihr Bruder Malte (Tobias van Dieken) wollen um jeden Preis verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Denn Jette hätte Anspruch auf ihren Anteil an der familieneigenen Firma. Kurzerhand engagieren sie Anwalt Steffen Kronberg (Max Woelky): Er soll Jette mit allen Mitteln von der Familie fernhalten. Doch Steffen verliebt sich prompt in Jette.