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Was macht eigentlich Jytte-Merle Böhrnsen?

Bald zurück in „Bettys Diagnose“

 

Ob Komödie, Kinderfilm oder die totale Verwandlung bis zur Unkenntlichkeit – Jytte-Merle Böhrnsen kann es einfach. Was viele von ihr nicht wissen: Sie schreibt neben der Arbeit als Schauspielerin erfolgreich Drehbücher. Grund für uns, einmal bei ihr anzurufen, um sie über ihre derzeitigen Projekte auszuquetschen.

 

Die Telenovela „Bianca – Wege zum Glück“ war die erste große TV-Rolle von Jytte-Merle Böhrnsen (34). „Die Serie war für mich eine sehr intensive Zeit und der Ersatz für eine Kamera-Schauspielausbildung. Ich spielte Theater seit meinem sechsten Lebensjahr und studierte zwar ein Jahr Schauspiel in New York am „Lee Strasberg Theatre Institute“, aber ich lernte bei dieser Produktion sehr viel für meinen weiteren Weg.“ Rollen in Komödien scheinen der Berlinerin besonders zu liegen, gerade wenn man sie als „Anna“ an der Seite von Samuel Finzi in der Erfolgskomödie von Til Schweiger „Kokowääh 2“ sieht. „Ich bin jemand, der gerne improvisiert. Gerade an der Seite von Samuel Finzi gelingt es mir immer wieder sehr gut, da er wie ich das Improvisieren sehr mag und so ein toller Schlagabtausch entstehen kann.“ Dies sei mit ein Grund warum die Mutter eines fünfjährigen Sohnes oft gebucht werde. „Die Regisseure wissen, dass ich immer meine eigene persönliche Note in meine Rollen miteinbringe. Manchmal darf ich es mehr, manchmal weniger.“ Ihre persönliche Note bringt sie nun vermehrt in Drehbücher ein. Zusammen mit Natja Brunckhorst schrieb sie das Drehbuch für den Kinderfilm „Amelie Rennt“, welche mit dem „Deutschen Filmpreis 2018“ in der Kategorie „Bester Kinder- und Jugendfilm“ ausgezeichnet wurde. „Derzeit schreiben wir an dem zweiten Teil und warten auf die Förderungen. Nebenbei arbeite ich noch an weiteren Drehbüchern.“ Das Schreiben entdeckte die Schauspielerin durch Zufall. „Ein Regisseur sprach mich für eine Rolle an. Jedoch bestand zu diesem Zeitpunkt das Drehbuch aus gerade einmal 40 Seiten. Er bat mich um meine Meinung. Ich sagte zu und gab ihm ein paar Hinweise, wie ich mir meine Rolle vorstellen könnte. Das war der Beginn einer großen Leidenschaft.“ Generell mache es für sie keinen Unterschied, ob sie die Geschichten auf der Bühne, vor der Kamera oder auf einem Blatt Papier erzählt. Jahrelang stand sie daraufhin für viele als Lektorin zur Verfügung und hat sich auf diesem Wege, die benötigten Kenntnisse angeeignet. Vieles habe sie durch ihren Mann, den Regisseur und Drehbuchautor Tobias Wiemann („Großstadtklein“) gelernt. „Es ist immer ein jahrelanger Prozess, bei dem du viel Ausdauer und Geduld brauchst, um am Ende den Film auf der Leinwand zu sehen. Trotzdem: Ich liebe es.“ Die Stoffauswahl falle ihr manchmal nicht so leicht gesteht sie. „Ich mag Filme, die einem Hoffnung schenken, auch wenn sie vielleicht eine schwere Zeit thematisieren. Derzeit schreibe ich neben der Fortsetzung von „Amelie rennt“ an einem Drehbuch über zwei Kinder, die im zweiten Weltkrieg flüchten. Es ist ein ernstes Thema, wo ich gerne versuche, das Dramatische zu brechen und somit Hoffnung und Zuversicht zu wecken. Mir ist es unheimlich wichtig, für den Zuschauer einen Mehrwert zu schaffen.“ Was sie bestenfalls mit ihren Filmen erreichen will, kann sie klar benennen. „Die Filme sollen bei dem Zuschauer hängen bleiben. Egal, ob sie ihn einmal oder mehrmals sehen, bestenfalls denkt er lange über ihn nach und er bleibt ihm lange in Erinnerung.“ Selbst Regie zu führen, schließt Böhrnsen nicht aus. „Ich zäume das Ganze jetzt von hinten auf und ich bin mir sicher, dass ich irgendwann selbst mal Regie führen werde“, lacht sie. Vor der Kamera wird sie uns weiterhin erhalten bleiben, wie sie uns versprach. „Mit fünf Jahren war für mich klar, dass es nur den einen Weg gibt – Schauspielerin. Das jetzt noch das Schreiben hinzukam empfinde ich als große Bereicherung. So wie momentan das Gleichgewicht zwischen dem Schreiben und der Arbeit vor der Kamera ist, kann es gerne bleiben. Es ergänzt sich perfekt und bietet mir die Möglichkeit, viel Zeit mit meinem Sohn zu verbringen.“

Jytte-Merle Böhrnsen

Ein schöner Moment festgehalten für die Ewigkeit – Jytte-Merle Böhnsen an einem See, abgelichtet von ihrem Mann, dem Regisseur und Drehbuchautor Tobias Wiemann. Foto: Tobias Wiemann

Ab 26. Oktober 2018 um 19:25 Uhr ist sie wieder in der ZDF-Erfolgsserie „Bettys Diagnose“ als Pharmazeutin Josephine Herz im Einsatz. „Sie wird ein wenig Trubel in das Leben von Dr. Lewandowski bringen. Er ist frisch in Schwester Talula verliebt und Josephine ist wahnsinnig in ihn verliebt. Mehr verrate ich aber noch nicht“, lacht sie lauthals. Wir dürfen uns also auf spannende Folgen mit ihr und schon bald auch auf neue Kinder- und Jugendfilme freuen.