Cast & Crew

„Stralsund“ Hauptdarsteller – Karim Günes: „Wir feilen an jeder Kleinigkeit“

Neue Krimireihe des Erfolgsformates

 

Seit zwei Jahren verkörpert Karim Günes (33) den Kommissar Karim Uthmann in der Kriminalreihe „Stralsund“. Am Samstag erwartet uns mit „Waffenbrüder“ ein spektakulärer Fall, der eine komplexe Verbindung zu einem alten RAF Attentat in den 90er Jahren hat. Absolut spannend und sehenswert. Wir sprachen deshalb mit dem Schauspieler über das Format und fanden heraus, worin das Erfolgsgeheimnis von Cast und Crew liegt.

 

Herr Günes, Sie sind seit 2016 im Cast der Kriminalreihe „Stralsund“. Wie war der Einstieg damals für Sie?

Für mich war es generell am Anfang sehr irritierend im Spiel, dass meine Figur auch Karim heißt (lacht). Außerdem war es für mich nicht einfach, eine Waffe in der Hand zu halten, da ich diese verabscheue. Mich mit dem Gefühl auseinanderzusetzen, wie es sich anfühlt, wenn man jemanden erschießen muss, fiel mir damals sehr schwer.

Also wäre der Kommissar-Beruf in Wirklichkeit keine Option für Sie?

Nach der Schule habe ich tatsächlich überlegt, Polizist zu werden. Aber man denkt nicht weit. Ich habe erst mal nur daran gedacht, für Gerechtigkeit zu sorgen und Menschen zu helfen. Dass man aber vielleicht schwer verletzte Menschen sieht und abscheuliche Morde aufklären muss, das habe ich verdrängt. Von daher bin ich ganz froh, dass ich doch am Ende Schauspieler geworden bin und mich auf diese Art und Weise dem Beruf nähern kann.

Karim Günes, Alexander Held und Katharina Wackernagel in "Stralsund"

Im Film kann er nun das Erleben, was ihn als Polizist erwartet hätte. Foto: ZDF/Gordon Timpen

Was macht das Format für Sie besonders?

Dass es bei uns knallhart zur Sache geht, es düster ist und wir Geschichten in alle Richtungen erzählen. Dies hebt uns von den anderen Krimireihen ab.

Für mich wirkt das Team immer sehr konzentriert und nur auf die Falllösung fokussiert.

Das ist gut, denn jeder von uns nimmt die Rollen sehr ernst und verkörpert sie mit einer glaubwürdigen Haltung. Jede Figur hat seine Vergangenheit und verhält sich dadurch entsprechend, was der Grund für das Düstere ist. Generell ist es uns wichtig, alles originalgetreu zu zeigen. Bei unserem neuen Film „Waffenbrüder“ sieht der Zuschauer dies sehr schön.

Und wie sieht die Zusammenarbeit des Teams hinter der Kamera aus?

Wir sind eine kleine Familie geworden und ich bin sehr froh, ein Teil davon zu sein. Was ich sehr schätze ist, dass wir uns immer gegenseitig zuhören und zusammen an den Texten arbeiten, um das Format weiterhin zu verbessern. Es ist ein Miteinander mit höchster Professionalität.

Wahrscheinlich ist dies das Erfolgsgeheimnis der Kriminalreihe. Das heißt, Sie dürfen sich viel in Ihre Rollenentwicklung miteinbringen?

Ja, und ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie so intensiv an dem Drehbuch oder an einer Szene am Set gearbeitet habe. Wir feilen wirklich an jeder Kleinigkeit, damit die Szene für den Zuschauer am Ende besonders wird. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Drehtag, wo wir zwei Stunden an einer Szene mit dem Regisseur gearbeitet haben, weil sich ein Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen hatte, der uns störte. Uns ist es wichtig, dass alles richtig und gut dargestellt wird und ich schätze es sehr, dass wir in solchen Situationen intensiv zusammenarbeiten, bis das Ergebnis stimmt.

Karim Günes, alexander Held und Katharina Wackernagel in "Stralsund"

Sowohl vor und hinter der Kamera ein unschlagbares Team – von links Karim Uthmann (Karim Günes), Karl Hidde (Alexander Held) und Nina Petersen (Katharina Wackernagel). Foto: ZDF/Gordon Timpen

Sie fahren in Ihrer Rolle aufgrund einer Ermittlung mit dem Rennrad. Sind Sie auch privat ein begeisterter Rennradfahrer?

Nein, ich mache zwar viele verschiedene Sportarten, wie Fußball, Boxen und Wushu. Ich tanze auch sehr gerne. Das Rennradfahren musste ich mir aber für die Rolle aneignen. Es ist wirklich eine Kunst sich in den Klickpedalen einzuhaken und nicht in den Kurven umzufallen (lacht).

Wie viele Stürze waren es?

Zwei bis dreimal habe ich mich schon ziemlich auf die Nase gelegt (lacht).

Gibt es für Sie eine Grenze, was Sie niemals für eine Rolle machen würden?

Das kann ich so nicht genau sagen. Es kommt immer auf das Projekt an. Wichtig ist für mich, dass ich gefordert werde. Ich habe den Beruf gewählt, um mich immer wieder neu zu entdecken und zu verändern. Leider ist es bei uns aber selten möglich, dass man sich mehrere Monate intensiv auf eine Rolle vorbereiten kann. Wenn wir die Möglichkeit in Deutschland hätten, würde ich zum Beispiel für eine Rolle auch stark zu- oder abnehmen. Niemals würde ich aber ein intensives „Method Acting“ betreiben, wo man für einen langen Zeitraum in der Rolle bleibt und nicht mehr in der Wirklichkeit lebt.

Was fordert Sie am meisten?

Am meisten fordert mich, was mir nicht entspricht. Wie zum Beispiel einen Heroinsüchtigen zu spielen. Hier müsste ich mich Stück für Stück der Figur nähern und herausfinden, wie es sich anfühlt, eine Spritze zu setzen. Was macht dies mit mir? Wie verhält sich solch eine Person? Das würde mich enorm fordern, denn solche Thematiken zu erarbeiten ist nicht einfach.

Sie haben selbst keine Schauspielausbildung absolviert und sind von einer Agentin in einem Café angesprochen worden. Dann nahm alles seinen Lauf. Wie erarbeiten Sie Ihre Rollen?

Ich habe zwei verschiedene Coaches, mit denen ich meine Rollen erarbeite. Der eine arbeitet sehr viel mit Energien und der andere sehr technisch. Wir schauen immer gemeinsam, wie wir am besten etwas erarbeiten können. Je nach Figur, ist das Vorgehen immer unterschiedlich.

Welchen Fall würden Sie gerne mal als Karim Uthmann lösen?

Hinter der Rolle steckt noch mehr als man denkt. Vielleicht hat er eine zwielichtige Vergangenheit. Ich würde mir wünschen, dass man das mehr sehen kann. Der Zuschauer erfährt, warum er zur Polizei gegangen ist und es einen Sinn hat, warum er so verbissen in seinem Beruf ist.

Er erscheint oftmals recht ruhig und distanziert. Gibt es außer dem gleichen Vornamen noch Gemeinsamkeiten zwischen ihnen?

Nein, außer den gleichen Namen haben wir eigentlich nichts gemeinsam (lacht). Ich bin das komplette Gegenteil. Ein positiver Mensch, der sehr bewusst lebt, sich für Psychologie interessiert und sehr gerne reist.

Ein Reiseziel wo Sie unbedingt noch hin wollen?

Bora Bora – das wird irgendwann die Reise meines Lebens.

Karim Günes in "Stralsund"

Karim Günes wurde durch Zufall von einer Agentin in einem Café entdeckt. Seitdem steht  er regelmäßig vor der Kamera. Foto: ZDF/Gordon Timpen

Der Krimi „Stralsund – Waffenbrüder“ mit Karim Günes wird am 10. November 2018 um 20:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Mit dabei sind unter anderem Katharina Wackernagel, Alexander Held und Therese Härner.

 

„Stralsund – Waffenbrüder“

Der Bus einer Kindertagesstätte rast über eine Landstraße. Plötzlich gibt es einen ohrenbetäubenden Knall, eine Rauchsäule steigt auf. Nina Petersen und Karl Hidde sind schnell vor Ort, können aber nur noch den Tod des Fahrers feststellen. Erste Ergebnisse ergeben, dass auf den Bus ein Anschlag verübt und dafür ausgefeilte, aber veraltete Technik angewendet wurde – ähnlich wie bei einem Terroranschlag der RAF 1991. Solch eine Technik und Sprengstoff bei einem Anschlag auf einen Kita-Bus? Galt das Attentat möglicherweise dem Fahrer?