Interview des Monats

Christian Tramitz im Interview des Monats: „Staller ist für mich nicht weg“

Großer Weihnachtsfilm und ein Abschied

 

Hubert ohne Staller ist wie Fußball ohne Ball – funktioniert nicht. Oder doch? Bevor die neue Staffel im Januar startet, sprachen wir mit Christian Tramitz (63) über die Neuerungen, das bevorstehende Weihnachtsfest und wir wollten natürlich wissen: Wie geht es mit Hubert ohne Staller weiter?

 

Herr Tramitz, Helmfried von Lüttichau alias Johannes Staller scheidet nach sieben Staffeln aus. Wer wird der neue Partner an Franz Huberts Seite?

Helmfried reisst ein brutales Loch rein und wir dachten alle: Wie soll das jetzt weitergehen? Dann kam der Redaktion und Produktion ein genialer Schachzug in den Sinn, wie ich finde. Girwidz nach unten degradieren und die beiden Menschen, welche sich am meisten hassen, zusammen in ein Büro setzen.

Das stimmt, etwas Schlimmeres hätte man beiden eigentlich nicht antun können.

Ja, es wird einige Spannungs- und Druckmomente zwischen den beiden geben.

Helmfried von Lüttichau war sieben Jahre dabei. Wie groß war für Sie die Umstellung bei den Dreharbeiten?

Wir brauchten lange, um uns daran zu gewöhnen. Aber ich habe die Entwicklung der ersten vier Folgen gesehen und finde die neue Konstellation sehr spannend. Außerdem ist ja Staller in der Serie nur in Rom und kehrt vielleicht eines Tages zurück.

Paula Paul, Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau in "Hubert und Staller - Eine schöne Bescherung"

Staller (Helmfried von Lüttichau, rechts) trifft im Zug seine Traumfrau (Paula Paul, links). Hubert (Christian Tramitz, Mitte) signalisiert ihm vom Bahnsteig, dass er vor lauter Vorfreude auf Rom, seinen Koffer am Gleis stehen gelassen hat. Foto: ARD/TMG/Chris Hirschhaeuser

Während des Drehs passieren manchmal die skurrilsten Dinge, welche man sein Leben nicht mehr vergisst. Was war Ihr persönliches Highlight in den letzten sieben Staffeln?

Ein Highlight war für mich die Folge „Der Räuscherschorsch dreht durch“. Dort wird Barbara Hansen, gespielt von Monika Gruber, von Georg Meißner, gespielt von unserem Kollegen Sebastian Bezzel, entführt. Das war für mich eine wahnsinnig gelungene Folge. Sie war anders, spannender, dunkel und ein bisschen düster.

Die neue Staffel ist ebenfalls anders und sehr abwechslungsreich.

Das stimmt. Gerade die sechste Folge „Schönes Wochenende“, wo Hubert, Girwidz und die neue Revierleiterin Sabine Kaiser an einem Survival Camp teilnehmen, ist wirklich komplett was anderes im Vergleich zu dem, was wir bisher gedreht haben. Solche Abwechslungen müssen wir unbedingt weiter beibehalten. Das Sehverhalten der Zuschauer hat sich in den letzten Jahren durch Netflix und Co sehr verändert, da müssen wir einfach mitziehen. Mutig sein und die Dinge so umsetzen, wie wir sie für richtig halten.

„Hubert und Staller“ wurde aus ihrer alten Serie „Tramitz and Friends“ aus den Land– der Berge-Sketche entwickelt. Wie viel dürfen Sie in die Geschichten heute noch miteinbringen?

Ich habe gerade erst mit meinem Sohn ein Drehbuch für eine Folge geschrieben. Durch die Erfahrung der letzten Jahre haben wir ein Gespür bekommen, welche Elemente gut funktionieren. Zum Beispiel würden bei uns lange Verhörszenen nicht gut ankommen. In Drehbuchbesprechungen diskutieren wir deshalb immer gemeinsam im Team die Bücher, haben die Möglichkeit, einzubringen oder uns Änderungen zu wünschen. Da bin ich der Redaktion sehr dankbar. Das ist sehr gut für die Stimmung am Set und das Endergebnis.

Christian Tramitz in "Hubert und Staller"

Christian Tramitz gehört zu den wenigen Schauspielern, die das Comedy Genre beherrschen. Franz Hubert ist nur eine seiner Figuren, die er grandios verkörpert. Foto: ARD/TMG/Chris Hirschhaeuser

Wie sieht Ihr klassischer Drehtag in Wolfratshausen aus?

Wir haben ein enormes Drehpensum, sodass wir meistens in den Umbaupausen mit dem Regisseur den Text durchgehen und gegebenenfalls ein paar Änderungen vornehmen. Wir drehen immer alles Schritt für Schritt nacheinander, da wir an bis zu vier Folgen gleichzeitig arbeiten. Die Script Continuity hilft mir dann immer am Set. Sagt mir, wo ich in der Serie gerade bin und wie es weitergeht. Sonst würde ich komplett den Überblick verlieren.

Im Weihnachtsspezial zeigt sich, dass „Hubsi“ kein besonderer Weihnachtsfreund ist. Wie sieht ein typisches Weihnachtsfest bei Ihnen aus?

Wir sind eine große Familie und jeder hat viele Kinder. Deshalb finde ich es immer wieder schön, an Weihnachten mit allen bei meiner Schwester zusammenzukommen. Wir trinken und essen gemeinsam, haben immer wieder sehr viel Spaß miteinander. Ich mag Weihnachten sehr.

Gehören Sie zu denen, die auf den letzten Drücker Geschenke kaufen?

Ja, immer am Weihnachtstag. Man kennt mich auch schon in meinen einschlägigen Geschäften. Sie machen nicht zu bevor ich da war, weil sie schon wissen, dass ich auf den letzten Drücker reingestürmt komme, um schnell alles zu kaufen.

Wie wird es nach dem Abschied von Staller an Weihnachten mit Hubsi weitergehen?

Er wird zu der neuen Revierleiterin ein gewisses Spannungsverhältnis haben und sie wird ihm ziemlich Druck machen, weil sie seine Arbeitsweise nicht akzeptieren kann. Das merkwürdige Spannungsverhältnis zwischen den beiden hat aber großes Potential. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich das weiterentwickelt.

Christian Tramitz, KAtharina Müller-Elmau und Michael Brandner in "Hubert ohne Staller"

Ab Januar 2019 wird es heiß her gehen in Wolfratshausen – Franz Hubert (Christian Tramitz, links) und Reimund Girwidz (Michael Brander, rechts) bekommen eine neue Chefin (Katharina Müller-Elmau, Mitte). Foto: ARD/TMG/Emanuel A. Klempa

 

Bevor es den großen Umbruch des Erfolgsformates gibt, wird am 19. Dezember 2018 um 20:15 Uhr im Ersten der große Weihnachtsfilm ausgestrahlt. Einen schöneren Abschluss eines wunderbaren Serienensembles hätte es nicht geben können. Ab 09. Januar 2019 dürfen sich dann die Zuschauer auf neue spannende Folgen freuen. Dann unter dem neuen Serientitel „Hubert ohne Staller“.

 

„Hubert und Staller – Eine schöne Bescherung“

Sie besuchen Rentnerin Hannelore Eissner, die seit einem Jahr ihre Rundfunkgebühren nicht gezahlt hat. Damit die 85-Jährige keinen Ärger mit den Behörden bekommt, hat das Revier für die Seniorin den fehlenden Betrag gesammelt. Allerdings kann sich die Seniorin über die Spende der Polizei nicht mehr freuen – sie sitzt mumifiziert in ihrem Sessel und das schon seit geraumer Zeit. Schnell stellt sich heraus: Die Weihnachtsdeko im Haus der Seniorin ist vom letzten Weihnachtsfest! Ein Jahr lang hatte niemand den Tod der alten Dame bemerkt. Pathologin Dr. Fuchs geht angesichts des stattlichen Alters der Toten zunächst von einem natürlichen Tod aus. So ist es auch kein Problem, dass sich Staller nach dem Leichenfund spontan in einen vorweihnachtlichen Shopping-Urlaub nach Rom verabschiedet, den er bei einer Weihnachtstombola im Revier gewonnen hatte. Kaum jedoch sitzt Staller im Zug, passieren die außergewöhnlichsten Dinge in Wolfratshausen. Nicht nur die unbekannte Tochter von Hubert taucht auf, zum großen Entsetzen verabschiedet sich auch noch Staller von ihm, um seiner großen Liebe zu folgen.