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Sebastian Ströbel im großen Weihnachtsinterview: „Ich bin wunschlos glücklich“

Herzerwärmender Weihnachtsfilm im Ersten

 

In gut drei Wochen ist es soweit – das alljährliche Weihnachtsfest steht vor der Tür. Um richtig in Festtagsstimmung zu kommen, empfehlen wir den wundervollen Weihnachtsfilm „Der Wunschzettel“ mit Sebastian Ströbel (41) im Ersten. Zusammen mit seinen vier Kindern und seiner Frau legt auch er Wert auf kleine Traditionen zum Fest. Welche diese sind und worauf er sich am meisten freut, verriet er uns im großen Weihanchtsinterview.

 

Herr Ströbel, „Der Wunschzettel“ ist eine wundervolle Inszenierung, welche den Zuschauer am Freitag erwartet. Was hat Sie an diesem Filmprojekt gereizt?

Zum einen liegt mir die Produktionsform „U5“ sehr am Herzen, mit denen ich schon oft zusammengearbeitet habe. Zum anderen empfand ich es als eine schräge und skurrile Geschichte, die sehr humorvoll, dramatisch, aber alles in allem sehr herzerwärmend ist, weil sie einfach aus dem Leben gegriffen ist. Die Emotionalität meiner Figur Daniel hat mich ebenfalls sehr berührt. Selten bekommt man solch ein gutes Buch.

Daniel Golombeck ist für mich eine faszinierende Persönlichkeit. Durch einen Zufall begegnet er Pauline Schwebe, die ihn aus seinem Schneckenhaus lockt. Wie haben Sie seine Entwicklung empfunden?

Er hat nach dem Tod seiner Frau sein Leben nicht mehr auf die Reihe bekommen, war damit völlig überfordert und funktionierte nur noch. Seine Kinder haben ihm viel Kraft gegeben. Für mich ist er jemand, der seine Talente und alles, was er hatte völlig liegen gelassen hat im Leben. Alles, was er wollte, war das Familienglück mit seiner Frau. Es war unheimlich spannend für mich, zu erleben, dass er durch Pauline wieder eine Perspektive bekam. Er wieder gemerkt hat, dass es auch noch schönes im Leben gibt. 

Er bastelt ein unheimlich schönes Geschenk für Pauline zu Weihnachten. Sind Sie eher der Bastel – oder Käufer-Typ, wenn es um Geschenke geht?

Ich bin eher der Käufer-Typ. Was aber daran liegt, dass meine Bastelei nicht herausragend ist (lacht). Ich arbeite sehr gerne mit altem Holz, baue Regale oder Boards. Aber das mache ich nicht für meine Kinder. Ich glaube, da würden Sie sich nicht besonders freuen. Was ich ihnen auch nicht verübele, da ich früher genauso war. Generell versuche ich aber, mit ihnen aus den alten Dingen etwas Neues zu kreieren. Damit man nicht immer gleich alles neu kauft oder einfach nur wegschmeißt. Das finde ich sehr wichtig.

Sebastian Ströbel und Anne Schäfer in "Der Wunschzettel"

Daniel (Sebastian Ströbel, links) erobert das Herz von Pauline (Anne Schäfer, rechts) mit einem selbstgebastelten Geschenk. Foto: ARD Degeto/Christian Lüdeke

Dann haben Sie schon mal eine Sache mit Daniel gemeinsam. Gibt es noch etwas?

Ich empfinde genauso wie er, dass mich Weihnachten sehr anstrengt. Es ist immer wieder sehr schön, aber mittlerweile ist es so wahnsinnig viel, was man erfüllen muss und dadurch komme ich nicht wirklich zur Ruhe. Das finde ich sehr schade, weil das Besinnliche des Festes dadurch einfach verloren geht.

Ich empfinde, dass der kommerzielle Faktor jedes Jahr mehr wird. Wie sehen Sie das?

Ich glaube, dass dies eigentlich immer gleich war in den letzten Jahren. Der Wohlstand hat sich schon lange durch die Vorgaben der Werbung geändert und gesteigert. Dadurch wurden die Geschenke immer größer und wertvoller. Die Kinder wollen natürlich mittlerweile nicht mehr unbedingt mit Puppen spielen und die ganzen Elektrogeschichten sind halt alle teuer. Früher hat man den Atari gekauft und die Spielekonsole hielt dann für zehn Jahre. Kinder werden einfach auch durch die Schule und durch den ganzen gesellschaftlichen Anspruch auf Leistung alle viel mehr in die Cyber Geschichte mit reingedrückt. Das ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die ich sehr bedenklich finde und mich auch eigentlich belastet. Es ist schade, dass Kinder nicht mehr Kinder sein können. Wenn man bedenkt. dass sie alle schon mit 17 Jahren mit der Schule fertig sind und dann immer irgendwelche Überbrückungsgeschichten suchen, bis sie mal die Idee haben, was sie machen möchten. Ich finde das alles viel zu schnelllebig.

Was würde denn auf Ihrem Wunschzettel dieses Jahr stehen?

Ich bin ehrlich gesagt wunschlos glücklich. Gesundheit, Familie und Freunde – das ist für mich wichtig.

Hand aufs Herz – was war Ihr schlimmstes Weihnachtsgeschenk?

Ich habe als Kind von meiner Oma einen Strickpullover bekommen. Sehr eng am Hals und total kratzig. Er war auch noch in so einem rost-orange. Heute wäre er wahrscheinlich „In“, aber damals fand ich es total schlimm. Ich hoffe, meine Oma nimmt es mir jetzt nicht übel, wenn sie dies im Himmel hört (lacht).

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Sie an das bevorstehende Weihnachtsfest denken?

Auf das Funkeln in den Augen meiner Kinder, wenn wir gemeinsam feiern. Außerdem habe ich zehn Tage frei und nur die Familie steht im Vordergrund, da freue ich mich schon riesig drauf.

Sebastian Ströbel in "Der Wunschzettel"

Trotz wenig Geld und jeder Menge Sorgen, schafft Daniel (Sebasatian Ströbel, links) es seine Kinder glücklich zu machen. Foto: ARD Degeto/Christian Lüdeke

Was ist bei Ihnen Tradition am Fest?

Der Weihnachtsbaum ist bei uns immer Tradition, genauso wie der Besuch in der Kirche.

Pauline hat die Mandarine als Weihnachtsgeruch – was ist Ihr persönlicher?

Das Tannenholz mit dem Wachs von echten Kerzen und was man heute leider nicht mehr macht, Wunderkerzen abbrennen. Der Duft von den abgebrannten Stäben habe ich immer als Kind geliebt. Außerdem mag ich den Geruch, wenn man am Morgen nach dem Fest den Raum betritt. Alles riecht nach Plätzchen oder anderen leckeren Sachen.

Welche Zutaten braucht ein guter Film für Sie?

Eigentlich eine einfache Geschichte und Figuren, denen ich gerne folge. Außerdem möchte ich nicht belehrt werden und er muss ein gutes Ende haben. Er sollte nicht auf Show und Spektakel gemacht sein.

Was war für Sie eigentlich der Auslöser, dass Sie Schauspieler wurden?

Das war einfach das Gefühl. Ich bin einfach auf die Bühne, stand da und wusste, ich will spielen. Es gab einfach nichts anderes im Leben für mich. Es hat mich damals so gepackt, dass ich keine Alternative für mich mehr im Leben gesehen habe.

Was machen Sie, um den Ausgleich zum Drehalltag zu bekommen?

Ich lese sehr gerne Romane oder Bücher mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Außerdem treibe ich auch sehr viel Sport. Ich habe einen riesen Bewegungsdrang und benötige dies auch für die körperlich sehr anstrengende Rolle bei den „Bergrettern“.

Zeitgeschichte haben Sie noch nie gedreht, wenn ich richtig liege. Wäre dies auch etwas, was Sie gerne mal ausprobieren würden?

Auf jeden Fall. Gerade solche Serien wie „Game of Thrones“ oder „Vikings“ würden mich sehr reizen.

Sebastian Ströbel in "Der Wunschzettel"

Daniel (Sebastian Ströbel) ist ein spannender Charakter, von dem wir viel lernen können. Foto: ARD Degeto/Christian Lüdeke

Gerade dreht Sebastian Ströbel in München „Der Alte“, bevor es im Februar wieder in die Ramsau am Dachstein nach Österreich zu den Dreharbeiten für die ZDF-Erfolgsserie „Die Bergretter“ geht. „Der Wunschzettel“ wird am 07. Dezember 2018 um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Das Spiel der Hauptdarsteller Sebastian Ströbel („Die Bergretter“), Anne Schäfer („Hot Dog“), Leander Menzel („Weingut Wader – Das Familiengeheimnis“) und Mathilda Smidt („Geschichten von überall – Flaschendrehen“) ist herzerwärmend. Die Geschichte ist wunderbar aus dem Leben gegriffen und gibt Hoffnung, dass man trotz schwerer Schicksalsschläge auch schöne Weihnachten feiern kann. Er erinnert uns wieder an die wesentlichen Dinge im Leben – Liebe, Freundschaft, Familie und Gesundheit, was ihn dadurch noch sehenswerter macht. Regie führte Marc Rensing („Wilsberg“) und das Drehbuch stammt von Martina Mouchot („Die Eifelpraxis“).

 

„Der Wunschzettel“

Ordungsbeamtin Pauline Schwebe (Anne Schäfer) wünscht sich das Weihnachtsgefühl aus glücklichen Kindertagen zurück. Wie ein wunderbares Zeichen erscheint ihr der handgeschriebene Wunschzettel eines kleinen Jungen, den sie an einem Ampelmast findet: Der siebenjährige Leo Golombeck (Leander Menzel) bittet den Weihnachtsmann, eine einsame Seele zu schicken, die mit seiner Familie das Fest feiern möchte und vielleicht sogar Geschenke mitbringt. Paulines Herz hat er damit schon gewonnen, als sie mit dem Zettel in der Hand bei den Golombecks eintrifft. Auch Leos ältere Schwester Lotte (Mathilda Smidt) und sein etwas trauriger Papa Daniel (Sebastian Ströbel), der seine Frau nach Leos Geburt verloren hat, sind ihr auf Anhieb sympathisch. Obwohl die Erwachsenen trotzdem ein wenig fremdeln, nimmt das Wunder den von Leo gewünschten Verlauf: Pauline lädt die Golombecks zur großen Weihnachtsfeier mit ihren Eltern, Geschwistern und Ehepartnern mit Kindern ein! Als ihre Mutter Wanda (Lena Stolze) und ihr etwas zu direkter Vater Birger (Hans-Uwe Bauer) dem jungen Mann, den sie für den langersehnten Freund ihrer Tochter halten, auf den Zahn fühlen, müssen sich Daniel und Pauline tatsächlich als Paar bewähren. Was wie ein Fehlstart in Sachen Romantik wirkt, bekommt nun eine wundervolle Wendung. Denn Daniel weiß, Pauline mit einem kleinen Geschenk zu verzaubern, wie sie es seit Kindertagen nicht mehr kennt.