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Anne Schäfer im großen Weihnachtsinterview: „Wichtig ist das Zusammensein“

Fantastischer Weihnachtsfilm im Ersten

 

Was brauchen wir eigentlich wirklich an Weihnachten? Die teuersten Geschenke oder reicht nur eins – das Zusammensein? „Der Wunschzettel“ ist ein fantastischer und herzerwärmender Film, der uns an die wirklich wichtigen Dinge im Leben und der Weihnachtszeit erinnert. Anne Schäfer (39) spielt dort die Ordnungsbeamtin Pauline Schwebe. Eine herzerwärmende Rolle, von der wir viel lernen können. Wir sprachen mit der Hauptdarstellerin über Ihre Weihnachtstraditionen und alles, was noch zu der besinnlichen Zeit gehört.

 

Frau Schäfer, in gut drei Wochen ist Weihnachten. Wie verbringen Sie die Vorweihnachtszeit?

Kurz vor der Weihnachtszeit habe ich immer die Vision, durch die Straßen in leichtem Schneegestöber zu laufen. Dass ich Glühwein trinke, ich mich von einer entspannten Weihnachtsfeier zur nächsten begebe und Freunde treffe. Die Realität sieht leider meistens so aus, dass ich verzweifelt die letzten Unterlagen für die Steuererklärung zusammenkratze. Mit dem Fahrrad durch Nieselregen in Hamburg fahre und versuche, mich mit Freunden zu treffen, was meistens aus Zeitgründen nicht klappt. Man rast wie ein Zug, der immer mehr Geschwindigkeit aufnimmt, auf das Weihnachtsfest zu und freut sich, dass atok der ganze Stress stoppt. Man das Handy in die Ecke legt und endlich seine Ruhe hat.

Für Ihre Figur Pauline ist der typische Weihnachtsduft der Geruch einer Mandarine. Welcher ist Ihrer?

Ich glaube, das ist etwas, was ich mit ihr teile. Für mich beginnt die Weihnachtszeit, wenn man die ersten Mandarinen in den Geschäften kaufen kann. Ich liebe den Duft, der aus der Schale spritzt, wenn man sie schält.

Sie bekommt an Weihnachten etwas Gebasteltes geschenkt. Freuen Sie sich eher über selbstgebastelte oder gekaufte Geschenke?

Seitdem ich meine Tochter habe, freue ich mich wahnsinnig über ihre kleinen selbstgebastelten Geschenke. Die sind für mich unbezahlbar. Prinzipiell sind mir Geschenke an Weihnachten gar nicht so wichtig. In meiner Familie sind wir auch dazu übergegangen, dass wir Erwachsenen uns nur das Beisammensein und ein gemeinsames Essen schenken.   Den Kindern schenken wir gemeinsam Geschenke, damit sie nicht in einer Flut von vielen Geschenken ersticken.

Sebastian Ströbel und Anne Schäfer in "Der Wunschzettel"

Pauline (Anne Schäfer, rechts) war eigentlich mit ihrem Single Leben zufrieden, bis sie auf Daniel (Sebastian Ströbel, links) trifft. Foto: ARD Degeto/Christian Lüdeke

Das klingt sehr besinnlich. Was ist bei Ihnen Tradition an Weihnachten?

Wir haben die Tradition, dass wir alle gemeinsam von der Ur-Oma bis zum Ur-Enkel in Hamburg feiern. Es gibt ein großes Essen und wir Frauen gehen mit den Kindern in die Kirche in St.Pauli, während die Männer das Essen zubereiten. In der Zwischenzeit kommt das Christkind bei uns vorbei, was wir leider mit den Kindern immer ganz knapp verpassen (lacht). Ein schöner Weihnachtsbaum ist ebenfalls Tradition bei uns, zudem wir uns jedes Jahr immer extravagante Weihnachtskugeln schenken und ihn gemeinsam schmücken.

„Der Wunschzettel“ wurde vor gut einem Jahr in Frankfurt und Umgebung gedreht. Wie haben Sie sich auf die Rolle von Pauline vorbereitet?

Für diese Rolle musste ich mich nicht viel vorbereiten, da vieles über das Kostüm automatisch passierte. Man verhält sich anders in einer Ordnungsamtsuniform, was mir einen schnellen Einstieg in die Rolle ermöglichte. Das Interessante während des Drehs war, dass viele Leute auf der Straße auf mich zukamen und sich leider manchmal in einem nicht sehr freundlichen Ton über die Dreharbeiten oder andere Kleinigkeiten beschwerten (lacht). So lernte ich schnell meine Rolle sehr gut kennen und merkte, dass wenn man den Menschen mit einer Freundlichkeit begegnet, man ihnen schnell den ganzen Ärger und Unmut vertreibt, sie wieder freundlicherer reagieren.

Der Film hat eine wunderbare Message für mich. Dass man trotz Schicksalsschläge wunderschöne Weihnachten feiern kann, wenn man sich mit den kleinen Dingen im Leben zufrieden gibt. Was nehmen Sie für eine Message aus dem Film mit?

Dass es das perfekte Weihnachten eigentlich nicht gibt und man keineswegs perfekt sein muss. Weihnachten zählt vor allem das Zusammensein.

Anne Schäfer in "Der Wunschzettel"

An einer Ampel findet Pauline (Anne Schäfer) einen Wunschzettel. Sie ahnt nicht, wie sehr diese rührenden Zeilen ihr Leben verändern werden. Foto: ARD Degeto/Christian Lüdeke

Was steht auf Ihrem Wunschzettel für dieses Jahr?

Dass es endlich ein landesweites Verbot für sinnlosen Plastikmüll gibt. Ich würde mir auch wünschen, dass wir mehr unsere Freiheit zu schätzen wissen, die wir in unserem Land haben. Wir offener sind, um Lösungen zu finden, anstatt Ängste zu schüren.

Gab es denn mal ein Geschenk, was Sie total schrecklich fanden?

Ja, tatsächlich und es wurde eines meiner nachhaltigsten Geschenke (lacht). Vor 20 Jahren hat mir mein damaliger Freund eine Nagelschere geschenkt. Ich dachte mir zu diesem Zeitpunkt nur: Wie kann ein Mann einer Frau nur eine Nagelschere schenken? Sowas Bescheuertes und Unromantisches Aber sie war sehr toll und scharf. Ich habe sie tatsächlich immer noch und wenn ich sie, sehe muss ich jedes Mal schmunzeln. Es war wirklich von all meinen Geschenken eines der nachhaltigsten (lacht).

Sebastian Ströbel und Anne Schäfer in "Der Wunschzettel"

Sebastian Ströbel (links) und Anne Schäfer (rechts) verzaubern die Zuschauer mit einer zauberhaften Liebesgeschichte. Für uns der Weihnachtsfilm des Jahres 2018. Foto: ARD Degeto/Christian Lüdeke

Am 07. Dezember 2018 ist Anne Schäfer („Hot Dog) zusammen mit Sebastian Ströbel („Die Bergretter“) um 20:15 Uhr im Ersten in der herzerwärmenden Weihnachtsverfilmung „Der Wunschzettel“ zu sehen. Eine tolle Verfilmung, die uns an das Wesentliche im Leben erinnert – Liebe, Freundschaft, Familie und Gesundheit. Eine herzerwärmende Geschichte, welche nicht besser hätte dargestellt werden können. Regie führte Marc Rensing („Wilsberg“) und das Drehbuch stammt von Martina Mouchot („Die Eifelpraxis“).

„Der Wunschzettel“

Ordungsbeamtin Pauline Schwebe (Anne Schäfer) wünscht sich das Weihnachtsgefühl aus glücklichen Kindertagen zurück. Wie ein wunderbares Zeichen erscheint ihr der handgeschriebene Wunschzettel eines kleinen Jungen, den sie an einem Ampelmast findet: Der siebenjährige Leo Golombeck (Leander Menzel) bittet den Weihnachtsmann, eine einsame Seele zu schicken, die mit seiner Familie das Fest feiern möchte und vielleicht sogar Geschenke mitbringt. Paulines Herz hat er damit schon gewonnen, als sie mit dem Zettel in der Hand bei den Golombecks eintrifft. Auch Leos ältere Schwester Lotte (Mathilda Smidt) und sein etwas trauriger Papa Daniel (Sebastian Ströbel), der seine Frau nach Leos Geburt verloren hat, sind ihr auf Anhieb sympathisch. Obwohl die Erwachsenen trotzdem ein wenig fremdeln, nimmt das Wunder den von Leo gewünschten Verlauf: Pauline lädt die Golombecks zur großen Weihnachtsfeier mit ihren Eltern, Geschwistern und Ehepartnern mit Kindern ein! Als ihre Mutter Wanda (Lena Stolze) und ihr etwas zu direkter Vater Birger (Hans-Uwe Bauer) dem jungen Mann, den sie für den langersehnten Freund ihrer Tochter halten, auf den Zahn fühlen, müssen sich Daniel und Pauline tatsächlich als Paar bewähren. Was wie ein Fehlstart in Sachen Romantik wirkt, bekommt nun eine wundervolle Wendung. Denn Daniel weiß, Pauline mit einem kleinen Geschenk zu verzaubern, wie sie es seit Kindertagen nicht mehr kennt.