Interview des Monats

Hans Sigl im Interview des Monats: „Ich empfinde sehr viel Dankbarkeit und Stolz“

Winterspecial und Staffelstart des „Bergdoktors“

 

Seit mehr als 100 Folgen verkörpert Hans Sigl (49) den liebevollen Bergdoktor Martin Gruber. In dieser Woche wird das Winterspecial im ZDF ausgestrahlt, bevor am 10. Januar 2019 die zwölfte Staffel startet. Im Interview sprachen wir mit Hans Sigl über die neue Staffel und die Anforderungen der Dreharbeiten.

 

Herr Sigl, gerade hat das neue Jahr begonnen. Was ist bei Ihnen Tradition am Neujahrstag?

Keine Traditionen, das ist wohl unsere Tradition. Ein gemütlicher Tag ohne Termine, ohne Verpflichtungen, ohne Rituale.

Nächste Woche startet die zwölfte Staffel. Wie bereiten Sie sich vorab auf die Dreharbeiten vor? 

Ich habe ja das große Glück, die Rolle des Martin Gruber nun schon über einen so langen Zeitraum spielen zu dürfen. Insofern benötige ich, abgesehen vom Studium der Drehbücher, keine besondere Vorbereitung. Die Figur ist mir so vertraut, dass es wenig braucht, um sich wieder einzufinden. Die Vorbereitung ist stets geprägt von großer Vorfreude.

Hans Sigl, Monika Baumgartner, Ronja Forcher und Heiko Ruprecht in "Der Bergdoktor"

In der neuen Staffel ist das gewohnte Schauspielensemble wieder dabei – von links: Hans Sigl, Monika Baumgartner, Ronja Forscher und Heiko Ruprecht. Foto: ZDF/Roland Defrancesco

 

Sie verkörpern Martin Gruber nun seit mehr als 100 Folgen. Was reizt Sie besonders an dem Format?

Das Schöne an einer Serie an sich ist für einen Schauspieler die Möglichkeit, seine Figur über einen langen Zeitraum prägen zu können. Es ist eine große Herausforderung, dieser Person eine konstante Authentizität zu geben.  Wenn ich mir heute Folgen aus den ersten Jahren ansehe, wird mir zudem bewusst, wie sehr sich die ganze Serie über die Jahre verändert hat. Dramaturgisch, aber auch technisch, sind wir heute auf einem ganz anderen Level. Diese Entwicklungsmöglichkeit hat man uns seitens des Senders gegeben und unterstützt uns nach wie vor im steten Überdenken und Neuordnen. Es ist ein mir durchaus bewusstes Privileg, weit mehr Einfluss nehmen zu können, als es bei einem Einzelstück ginge. Am Format selbst reizt mich die Mischung aus teils recht komplexen medizinischen Fällen, die aber immer auch eine emotionale Hintergrundgeschichte mitbringen, die von Dr. Martin Gruber nie außer Acht gelassen wird. Es kommen ethische Fragen auf, die er nicht immer auf Anhieb zu beantworten weiß. Er ist nicht unfehlbar, hat seine Ecken und macht auch Fehler. Auch die zweite Ebene, die familiäre Geschichte von Martin und den Grubers, hat einen großen Reiz für mich. Das liegt maßgeblich daran, dass wir von Anfang an in derselben Besetzung dabei sind und so, abseits der Kamera, großartige Freundschaften entstanden sind. Von der spektakulären Kulisse, vor der wir spielen dürfen, ganz zu schweigen.

„Der Bergdoktor“ hat sich zu einem Quotenhit in den letzten Jahren entwickelt. Die Serie hat bei Jung und Alt einen Kultstatus erlangt und vor kurzem enthüllten Sie sogar eine Wachsfigur von sich zu Ehren Ihrer Rolle im „Madame Tussauds“ Wien. Wie gehen Sie mit dem Druck um, eine Rolle, welche einen so hohen Markenwert erlangt hat, zu verkörpern?

Einen Druck verspüre ich nicht, aber ich empfinde sehr viel Dankbarkeit und gleichzeitig Stolz auf unser tolles Team vor und hinter der Kamera. Es sind so viele Kollegen seit so vielen Jahren mit großem Engagement dabei. Es freut mich für uns Alle, dass diese Mannschaftsleistung so vom Publikum gewürdigt wird.

Martin Gruber ist ein Vorzeige-Arzt, der sich manchmal vielleicht ein bisschen zu viel um seine Patienten sorgt. Wie gewinnen Sie den notwendigen Abstand nach einem emotionalen Dreh?

Ich nehme diese Emotionen in der Regel nicht mit nach Hause. Besonders emotionale Szenen sind vor allem auch handwerkliche Herausforderungen. Da überwiegt hinterher eher die Freude über eine geglückte, komplexe Szene als die Schwermut über die Probleme, die darin Thema waren.

Ronja Forscher und Hans Sigl in "Der Bergdoktor"

Ein abendliches Vater-Tochter-Gespräch. Lilli Gruber (Ronja Forcher, links) und Martin Gruber (Hans Sigl, rechts). Foto: ZDF/Stefanie Leo

Gerade bei dem Winterspecial „Der Bergdoktor – Preis des Lebens“ sieht der Zuschauer sehr schön, unter welchen Bedingungen Sie gerade im Winter drehen – Eiseskälte und sehr viel Schnee.  Wie schöpfen Sie nach solch anstrengenden Drehtagen wieder Energie?

Die finden bei uns ja zum Glück nicht so oft statt. Im Kampf gegen die Kälte hilft schon vorab die richtige Kleidung unter dem Kostüm und zwischendurch heißer Tee. Nach einem solchen Drehtag geht es dann schnell nach Hause. Die berühmte heiße Wanne und dann ist es wieder gut. 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie gerne einmal in der Rolle von Martin Gruber erleben?

Ich denke, er sollte mal nach Kanada reisen und einen guten Freund besuchen.

Wie wird es mit Martin Gruber in der zwölften Staffel weitergehen?

Lassen Sie sich überraschen!

Hans Sigl in der Erfolgsserie "Der Bergdoktor"

Hans Sigl alias Martin Gruber genießt die Aussicht in die Berge. Ein schöner Moment, eingefangen in der ersten Folge „Ein neuer Anfang“ der neuen neuen Staffel. Foto: ZDF/Stefanie Leo

Am 03. Januar 2019 wird um 20:15 Uhr das Winterspecial „Der Bergdoktor – Preis des Lebens“ im ZDF ausgestrahlt. Die zwölfte Staffel mit sieben neuen Folgen startet direkt eine Woche später am 10. Januar 2019. Wie gewohnt wird die Kultserie jeden Donnerstag um 20:15 Uhr ausgestrahlt.

 

„Der Bergdoktor – Preis des Lebens“

(pm) – Martin Gruber freut sich über das Wiedersehen mit seinen alten Freunden Heiko und Hermine, mit denen er vor vielen Jahren in New York Zeit verbracht hat. Gemeinsam mit seinem Bruder Hans organisiert Martin eine Skitour, die von dem erfahrenen Bergführer Tom und dessen Freundin Nina begleitet wird. Doch der unbeschwerte Tag endet in einer Katastrophe: Die Gruppe gerät in eine Lawine. Während sich Martin, Hans, Heiko und Nina in letzter Sekunde retten können, fehlt von Hermine und Tom jede Spur. Nach einer verzweifelten Suche können beide schwer unterkühlt gerettet werden. Hermine geht es schnell wieder gut, doch als sie sich mit ihrem Mann Heiko auf den Heimweg nach München macht, kollabiert sie. Martin stellt fest, dass Hermines Herz rebelliert und nur in Anwesenheit von Tom zur Ruhe kommt. In ihrem eisigen Gefängnis sind bei Hermine, aber auch bei Tom, tiefe Gefühle für den anderen entstanden. Martin verordnet ihnen eine gemeinsame Auszeit auf einer einsamen Berghütte, obwohl er weiß, dass sich Hermine in Tom verliebt hat. Heiko sieht in dem wesentlich jüngeren Mann keine Gefahr für seine Ehe, wird aber schon bald eines Besseren belehrt. Die Situation eskaliert, als Martin die letzten Untersuchungsergebnisse von Tom analysiert.