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„Papa hat keinen Plan“ Hauptdarstellerin – Clelia Sarto: „Nachhaltigkeit beginnt im Inneren“

Zauberhafte Komödie im Ersten

 

Clelia Sarto (45) ist eine leidenschaftliche Sängerin und Schauspielerin. Am kommenden Freitag ist sie in dem Film „Papa hat keinen Plan“ zu sehen. Wir sprachen mit ihr über zwei wichtige Themen im Leben – Veränderungen und Nachhaltigkeit.

 

Frau Sarto, in Ihrer neuen Rolle verkörpern Sie eine Konzertmusikerin. Sie selbst singen leidenschaftlich gerne. Was reizte Sie besonders an der Rolle von Serafina?

Unserem Drehbuchautor Marek Helsner ist es gelungen, eine Komödie zu schreiben, die eine besondere Form von Tiefe hat. Jeder kann sich mit dieser Geschichte identifizieren, vor allem diejenigen, die eine gescheiterte Beziehung oder Ehe hinter sich haben. Nach der gescheiterten Ehe von Serafina verliebt sie sich neu und es gibt wie so immer ein großes Durcheinander. Dies bot mir ein großes Potential und reizte mich besonders an der Rolle.

Ihre Figur reist ihrem Ex-Mann und ihrer 16-jährigen Tochter nach Italien hinterher. Gegenüber ihrem Ex hat sie ein gespaltenes Verhältnis und vieles ist nicht geklärt. Warum neigen wir Menschen gerne dazu, die unangenehmen Dinge vor uns herzuschieben und somit unser Leben dadurch komplizierter zu machen?

Weil es weh tut. Uns fällt es leicht, die Verantwortung abzugeben, warum die Beziehung nicht funktioniert hat. Bei sich selbst zu schauen bedeutet möglicherweise Anstrengung und kann sehr schmerzhaft sein. Wenn einmal die Büchse der Pandora geöffnet ist, sind Veränderungen meistens die Folge und manchmal ist man dazu nicht bereit oder weiß nicht, wie man es genau umsetzen kann. Dann ist es angenehmer, die Büchse zuzulassen und die Dinge so zu nehmen, wie sie sind.

Letzteres ist keine besonders gute Lösung.

Nein, denn es schlummert weiterhin immer etwas in einem. Ständig wird man an die Dinge erinnert, die man noch zu klären hat. Keine Anstrengung ist so groß, als sich irgendwann sagen zu müssen: Hätte ich doch damals was anders gemacht. Ich kläre deshalb lieber die Dinge gleich, ohne es lange aufzuschieben.

Veränderungen müssen aber nicht grundlegend falsch, sondern können auch etwas Gutes sein. Wie sehen Sie das?

Das sehe ich ganz genauso. Blöderweise kommen Veränderungen meist in den unpassendsten Lebenssituationen (lacht). Dann sollte man geduldig mit sich sein und genau schauen, wie sich alles entwickelt. Vieles geht nicht von heute auf morgen, was ich immer mehr feststelle, je älter ich werde. Ich gehörte zu den Menschen, die am liebsten gleich alles lösen wollten. Doch manches braucht seine Zeit und ich musste lernen, dass ich nicht alles kontrollieren kann. Auch, wenn es manchmal sehr schmerzhaft war, bin ich für jede Veränderung sehr dankbar. Das Ziel ist es, irgendwann vor dem Spiegel zu stehen und zu sich sagen zu können: Ich mag mich so, wie ich bin. Das geht nur, wenn man solche Entwicklungen vollbracht hat.

Clelia Sarto. Bianca Nawrath und Lucas Gregorowicz

Drei die sich wieder gefunden haben – Mutter Serafina (Clelia Sarto, links), Tochter Mia (Bianca Nawrath, Mitte) und Vater Jan (Lucas Gregorowicz, rechts). Foto: ARD Degeto/Daniela Incoronato

Was wir Menschen derzeit auch sehr gut verdrängen, ist der Müllberg, den wir tagtäglich produzieren. Sie selbst engagieren sich auf Instagram zusammen mit Ihrem Mann, dem Schauspieler Aleksandar Jovanovic, für Nachhaltigkeit. Wie kam es zu @theplanterz?

Wir haben uns vor einiger Zeit dazu entschlossen, vegan zu leben. Aleksandar und ich bemerkten schon länger, dass uns tierische Produkte körperlich nicht gut tun. Als wir dann eines Abends eine Dokumentation über Massentierhaltung sahen, entschlossen wir uns von dem einen auf den anderen Tag dazu, auf tierische Produkte zu verzichten. Wir konnten plötzlich nicht mehr wegschauen und hatten daraufhin die Idee, auf Instagram eine Art Online-Gemisch-Warenhandel für jegliche Themen rund um Nachhaltigkeit anzubieten.

Clelia Sarto

Clelia Sarto engagiert sich zusammen mit ihrem Mann für Nachhaltigkeit. Foto: Christine Rogge

Viele Menschen fühlen sich überfordert und wissen manchmal gar nicht, wie einfach eine Umstellung auf ein bewusstes nachhaltiges Leben sein kann. Haben Sie irgendwelche Tipps für eine erfolgreiche Umstellung?

Nachhaltigkeit beginnt im Inneren. Wenn ich mit mir nachhaltig umgehe und mich nicht überfordere, indem ich denke, dass ich perfekt alles umsetzen muss, ist die Umstellung nicht schwer. Wichtig ist vor allem, mit kleinen Veränderungen anzufangen. Man sollte erstmal nur die Dinge verändern, die einem leichtfallen. Dies kann zum Beispiel sein, dass man für jeden Einkauf einen Jutebeutel benutzt, anstatt bei jedem Einkauf die Plastiktüten im Supermarkt zu kaufen.

Auf Instagram posten Sie sehr schöne Tipps, was man aus genutzten Produkten noch alles herstellen kann. Was war ihr Lieblings Recycling Produkt, welches Sie selbst herstellten?

Ich habe meine geliebten Turnschuhe in Blumentöpfe umgewandelt (lacht). Sie waren ziemlich abgelaufen, aber so haben sie noch einen schönen Nutzen. Außerdem mache ich regelmäßig unser Waschmittel selbst. Das ist ganz einfach. Kernseife, Waschsoda und Wasser in einem Topf aufkochen. Das ganze zwei Tage ziehen lassen. Damit die Wäsche schön duftet, gebe ich noch ein paar Tropfen ätherische Öle hinzu. Es ist einfach und kostet nicht mal 1,50 Euro.

Clelia Sarto und Aleksandar Jovanovic informieren über NachhaltigkeitAus Alt mach Neu – die geliebten Turnschuhe haben nun eine neue Aufgabe gefunden. Foto: Screenshot von @theplanterz

Ein nachhaltiges Leben muss also nicht, wie viele befürchten, teuer sein?

Nein, auf keinen Fall. Es ist manchmal nur ein Unterschied von ein paar Cent, den das qualitative Produkt mehr kostet. Mir ist es dies Wert und ich kaufe lieber die Kartoffeln oder Äpfel von einem lokalen Bauern, als die Importierten im Supermarkt. Da weiß ich, dass es gute Qualität ist. Schließlich führe ich diese Dinge meinem Körper zu und möchte ihn nicht unnötig belasten.

 

Am 12. April 2019 wird um 20:15 Uhr die Komödie „Papa hat keinen Plan“ im Ersten ausgestrahlt. Sie beruht auf den Motiven des Romans „Wenn nicht, dann jetzt“ von Edgar Rei. Gedreht wurde von Oktober bis November 2017 in Santa Maria di Castellabate (Italien) und in Berlin.

 

„Papa hat keinen Plan“

(pm) – Der Berliner Klavierbauer Jan Epstein (Lucas Gregorowicz) weiß genau, was zu tun ist, wenn es um die Restaurierung hochsensibler Instrumente geht. Als Kleinunternehmer ist er jedoch mindestens so erfolglos, wie in seiner Rolle als Familienvater. Insgeheim trauert Jan der gescheiterten Ehe mit der Konzertmusikerin Serafina (Clelia Sarto) nach und bei seiner 16jährigen Tochter Mia (Bianca Nawrath) hat er einiges gutzumachen. Eine unverhoffte Gelegenheit dazu bietet sich, als ihn die Teenagerin überraschend bei der Lieferung eines liebevoll reparierten Klaviers nach Italien begleiten möchte. Unterwegs merkt Jan, was sie wirklich zur Mitreise veranlasst hat: eine große Portion Unlust auf den bevorstehenden Umzug mit ihrer frisch verliebten Mutter und deren Verlobtem Einar (Tim Bergmann). Hinzu kommt Liebeskummer, den Mia mit Ablenkung kurieren möchte. Trotz der widrigen Voraussetzungen beschließt Jan, aus der Lieferung einen Kurzurlaub mit offenem Ende zu machen. Dass zu Hause seine Freundin Stef (Johanna Christine Gehlen), die ihn mit Zukunftsplänen festnageln möchte, und der Gerichtsvollzieher auf ihn warten, will Jan am liebsten in altbewährter Manier verdrängen. Wegen seiner Unzuverlässigkeit taucht schon bald eine beunruhigte Serafina im Urlaubshotel auf, natürlich mit Einar im Schlepptau, um bei Mia nach dem Rechten zu sehen. Jetzt sieht Jan die Chance, nicht nur um seine Tochter zu kämpfen, sondern auch um seine Ex-Frau.