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„Tatort“ Hauptdarstellerin – Cornelia Gröschel: „Ich habe großen Respekt vor Polizisten“

Personalwechsel in Dresden

 

Endlich ist es soweit – nach dem Ausscheiden von Alwara Höfels (Henni Sieland) ermittelt nun Cornelia Gröschel (31) alias Leonie Winkler im Dresdner Ermittlerteam. Wie der Einstieg lief, verriet sie uns im Interview.

 

Frau Gröschel, Sie sind neu im Dresdner „Tatort“ Ensemble. Wie lief das Casting eigentlich damals ab?

Ich muss gestehen, es gab kein Casting (lacht). Es gab ein Essen bei einem Berliner Italiener, bei dem ich die Produzentin und Producerin kennengelernt habe. Sie fragten mich dann, ob ich es mir vorstellen könnte, in Dresden Tatort-Ermittlerin zu werden. Ich freute mich natürlich sehr darüber, da ich aus Dresden komme.

Der erste Fall von Leonie Winkler hat es in sich und es ist ein wirklich besonderer „Tatort“ geworden. Sie arbeitet streng nach Protokoll und hält sich an die Vorschriften. Was hat sie noch für besondere Charakterzüge?

Leonie ist sehr willensstark. Zu Beginn lehnen die Kollegen die Zusammenarbeit mit ihr ab, aber Leonie setzt sich solange durch, bis sie mit ihr gemeinsam den Fall lösen. Das große Misstrauen, das sie von ihrem Vater erfährt, welcher früher ebenfalls Ermittler war, verstärkt nur noch ihren Willen, den Beruf gut zu machen.

Ich fand es sehr spannend, dass Sie keine Leichen sehen kann. In ihrem Beruf gehört dies schließlich zum Alltag.

Wir feilen noch an der Geschichte, warum sie diese Eigenschaft besitzt (lacht).

Cornelia Gröschel in "Tatort - Das Nest"

Wir dürfen gespannt sein, wie es mit Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) weitergehen wird. Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Daniela Incoronato

Wie viele Ideen dürfen Sie selbst in die Entwicklung der Figur mit einbringen?

Ich kann mich glücklicherweise recht intensiv an der Entwicklung beteiligen. Sobald ich die neuen Drehbücher erhalte, schaue ich, wie ich die Figur noch intensivieren kann. Meine Anmerkungen werden im Team besprochen und wir sehen dann gemeinsam, was wir am Ende noch einfließen lassen können.

Sie kommen in ein bereits vorhandenes Team und ersetzen die Position von Alwara Höfels. Wie haben Sie sich auf den ersten Fall „Das Nest“ vorbereitet?

Da ich vor den Dreharbeiten keinerlei Berührungspunkte mit diesem Beruf hatte, sammelte ich Erfahrung bei der Bundespolizei in Dresden. Mir war es sehr wichtig, deren Abläufe kennenzulernen, um die Rolle so authentisch wie nur möglich spielen zu können.

Karin Hanczewski, Martin Brambach und Cornelia Gröschel in "Tatort - Das Nest"

Leonie Winkler (Cornelia Gröschel, rechts) mit ihren neuen Kollegen Karin Gorniak (Karin Hanczewski, links) und Peter Michael Schnabel (Martin Brambach, Mitte) in Dresden. Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Daniela Incoronato

Was war die größte Herausforderung, die Sie währenddessen meistern mussten?

Wir haben eine Tätersuche in einem verlassenen Haus imitiert. Für mich war dabei das Abscannen eines Raumes eine große Herausforderung. Dabei ist es wichtig, dass du den Verbrecher zuerst siehst und nicht er dich. Es sieht im Film wahnsinnig einfach aus, aber das ist es in Wirklichkeit nicht. Ich war froh, dass ich zur Vorbereitung zusammen mit einem Trainer der Bundespolizei auf einem alten stillgelegten Militärgelände üben konnte. Gemeinsam sind wir dort mit unechten Waffen durch die Räume gestreift, und es half mir sehr für die Einstiegsszene beim anschließenden Dreh.

Hat sich Ihre Meinung über den Beruf durch die Rolle und Erfahrung bei der Bundespolizei verändert?

Ich habe noch mehr Respekt vor Polizisten bekommen, weil sie im schlimmsten Fall bereit dazu sein müssen, in den körperlichen Konflikt zu gehen. Das würde mir persönlich sehr schwerfallen, denn es besteht schließlich immer die Gefahr, in solchen Situationen körperlich schwer verletzt zu werden. 

„Tatort“ ist seit Jahren Kult – was muss für Sie ein guter „Tatort“ haben?

Ich mag es, wenn es unvorhersehbare Fälle sind und diese eine gewisse Authentizität mit sich bringen. Mir gefallen zum Beispiel die unaufgeregten Fälle von Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner aus dem Schwarzwald sehr gut. Sie haben eine tolle Natürlichkeit, was ich sehr mag.

Was erwartet den Zuschauer am kommenden Sonntag?

Den Zuschauer erwartet einen unheimlich spannenden Kriminalfall, der darüber hinaus zeigt, wie zwei junge Kolleginnen zusammenwachsen.

Cornelia Gröschel mit Regisseur Alex Eslam und Kameramann Carlo Jelavic bei den Dreharbeiten zu "Tatort - Das Nest"

Cornelia Gröschel (links) bekommt von Regisseur Alex Eslam (Mitte) Anweisungen für den kommenden Dreh. Kameramann Carlo Jelavic (rechts) wartet auf den Drehstart. Foto: MDR/Wiedemann & Berg/Daniela Incoronato

Der Dienstantritt für Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) ist am 28. April 2019 um 20:15 Uhr im Ersten.  „Tatort – Das Nest“ ist düster, aber verfügt über eine unheuimliche Spannung, die ihn dadurch sehenswert macht.

 

„Tatort – Das Nest“

(pm) – Bei einem gefährlichen Einsatz wird die Dresdner Kommissarin Karin Gorniak schwer verletzt. Der gesuchte Mörder kann entkommen und Karins neue Kollegin Leonie Winkler muss den Fall übernehmen. Doch die Ermittlungen sind zäh, Winkler kommt nicht weiter und droht, den Fall abgeben zu müssen. Aber nicht nur ihre berufliche Kompetenz wird in Frage gestellt. Der unausgesprochene Vorwurf der Kollegen, Gorniak im Einsatz allein gelassen zu haben, wiegt schwer. Als Karin Gorniak nach zwei Monaten aus dem Krankenhaus entlassen wird, zieht sie sich zurück und lässt sich in den Innendienst versetzen. Aber nur sie hat den Täter gesehen und könnte ihn identifizieren. Winkler erkennt, dass sie nur gemeinsam mit Gorniak den Fall lösen wird.