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„Marie fängt Feuer“ Hauptdarstellerin – Christine Eixenberger: „Die neuen Filme werden besonders“

Zwei neue Filme

 

Christine Eixenberger (32) gehört zu den wenigen Ausnahmetalenten, die ohne jegliche Vorerfahrung gleich für eine Hauptrolle besetzt wurden. In der Rolle als Marie Reiter, in den ZDF „Herzkino“ Filmen „Marie fängt Feuer“, begeistert die Kabarettistin ein Millionenpublikum. Sie sprach mit uns über ihren damaligen Einstieg in die Filmszene und die körperlich schweren Dreharbeiten als Feuerwehrfrau.

 

Frau Eixenberger, Ihre Figur Marie hat im neuen Film „Stürmische Zeiten“ mit einigen Schwierigkeiten in der Familie und im Ort Wildegg zu kämpfen. Was reizte Sie besonders am siebten Teil?

Für mich ist besonders am siebten Teil, dass wir ein aktuelles und sehr relevantes Thema, nämlich den „Fremdenhass“ behandeln. Das ist für den „Herzkino“-Sendeplatz sehr untypisch. Es ist glaube ich auch sehr wichtig, dass wir dieses Thema zeigen, da es gerade auf dem Land leider immer noch zum Alltag gehört. Natürlich richtet sich dieser Fremdenhass im Moment vor allem gegen geflüchtete Menschen, aber selbst, wenn diese bereits seit 25 bis 30 Jahren in Deutschland leben, fließend Deutsch sprechen, sich integriert haben, denken die Menschen trotzdem oft, dass sie nicht hierhergehören. Häme und Spott an den Stammtischen sind leider keine Ausnahme.

Marie scheut nicht den vollen Körpereinsatz als Feuerwehrfrau. Wie haben Sie sich vor Beginn der Filmreihe auf die Rolle vorbereitet?

Wir sind damals sehr von den Freiwilligen Feuerwehren in Bad Bayersoien, Seehausen und Füssen unterstützt worden und konnten an den verschiedenen Übungen teilnehmen. Dachrettungen, Knotenkunde und mit dem Spreizer arbeiten gehörten unter anderem zu unseren Aufgaben. Sie haben uns intensiv mit eingebunden, was für uns Schauspieler natürlich extrem hilfreich war. Dadurch saßen die bestimmten Handgriffe am Set schneller. Außerdem bekamen wir ein besseres Gefühl für deren Arbeit.

Zu Beginn des neuen Films „Stürmische Zeiten“ hat Marie einen großen Feuerwehreinsatz. Eine Autowerkstatt brennt lichterloh. Wie haben Sie diese Szene gedreht und wie nahe waren Sie am Feuer?

Wir waren schon sehr nahe dran. Natürlich wurde am Ende auch ein bisschen mit Special Effects gearbeitet, aber zum Beispiel das brennende Auto löschten wir selbst. Dafür wurde vor dem Anzünden eine Paste auf das Auto aufgetragen und angezündet. Zum Drehzeitpunkt konnte dadurch das Feuer kurz vorher hochgedreht werden, damit es effektvoller aussieht. Dann mussten wir es löschen. So wie der Zuschauer die Szene am Sonntag sieht, so haben wir es selbst gedreht, ohne gedoubelt zu werden. Es war körperlich schon anstrengend, klar, aber ganz ehrlich: Vor allem war es eine Riesengaudi, also ein Riesenspaß (lacht).

Bekamen Sie ein wenig Panik, als Sie diese Szene drehten?

Nein, das nicht. Du bist da so in der Rolle, dass du auch wie eine Feuerwehrfrau denkst – du machst deinen Job, das heißt: Löschen, was das Zeug hält (lacht).

Stefan Murr bei den Dreharbeiten zu "Marie fängt Feuer"

Ein kleiner Einblick in die Dreharbeiten des neuen Films „Lügen und Geheimnisse“ – Stefan Murr (im Feuerwehranzug) wartet auf seinen Einsatz. Foto: ZDF/Marc Reimann

Sie haben Grundschullehramt studiert und sind seitdem als Kabarettistin tätig. „Marie fängt Feuer“ ist ihre erste Rolle vor der Kamera. Wie kam es eigentlich dazu?

Ben Blaskovic, ein alter Schulfreund von mir, selbst auch Schauspieler, kam mit seinem damaligen Agenten zu einem meiner Auftritte im „Schlachthof“ in München. Und der hat wohl sehr überzeugend gefunden, was er da gesehen hat: Ich schlüpfe bei meinem Typen-Kabarett sehr schnell in verschiedene Rollen. Er sprach mich daraufhin an, ob ich mir nicht vorstellen könnte, als Schauspielerin für Film und Fernsehen tätig zu sein. Also eigentlich hat er gesagt: „Was meinst, probieren wir’s?“ Und ich so: „Ok, probier ma’s!“ (lacht). Im Sommer 2015 folgte schnell mein erstes Casting für „Marie fängt Feuer“. 

Wie lief dies ab?

Ursprünglich war ich für die Rolle der besten Freundin von Marie vorgesehen. Doch im Casting Prozess wurde ich von Angie auf die Hauptrolle Marie umbesetzt. Ich bin mit der Einstellung dorthin gegangen, dass das beim ersten Mal bestimmt nicht klappen wird, ich aber dafür wertvolle Erfahrung für die kommenden Castings sammeln kann. Dann klappte es doch, ich bekam die Hauptrolle und konnte es anfangs überhaupt nicht realisieren. Dachte: „So ein Schmarrn, denen muss doch ein Fehler unterlaufen sein“ (lacht).

Ohne jegliche Vorkenntnisse gleich eine Hauptrolle zu spielen, ist bestimmt nicht einfach. Wovor hatten Sie am meisten Bedenken?

Zum einen natürlich, dass ich die großen Erwartungen, diese Rolle so authentisch und überzeugend wie nur möglich zu spielen, erfüllen kann. Da bin ich mein größter Kritiker. Und dann waren da natürlich die Bedenken, die Abläufe am Set hinzubekommen. Ich fragte mich vor den Dreharbeiten deshalb immer wieder: Sind die sich wirklich sicher, dass das eine gute Idee war, mich zu besetzen (lacht)? Ich wusste wirklich fast nichts über die Drehabläufe und stand am ersten Drehtag am Set, las den Drehplan und wunderte mich das wir nicht alle Szenen chronologisch drehen. Außerdem wusste ich nicht, wo ich hin musste. Aber in dem Moment als ich zu Drehen begann, verflogen alle Bedenken. Da bin ich jedem Beteiligten für seine einfühlsame Art und das große Vertrauen noch immer sehr dankbar.

Christine Eixenberger, Saskia Vester, Wolfgang Fierek in "Marie fängt Feuer"

Marie (Christine Eixenberger, vorne) und ihre Familie (Saskia Vester und Wolfgang Fierek, hinten) demonstrieren in „Stürmische Zeiten“ mit den Bürgern in Wildegg gegen Fremdenhass. Foto: ZDF und [m]Craubner + Hartmann; Foto: Marc Reimann, Bernd Schuller

Wo ist das Lampenfieber am größten – auf der Bühne als Kabarettistin oder als Schauspielerin vor der Kamera?

Zehn Minuten bevor es auf die Bühne geht, kommt ein wenig Lampenfieber auf – diese Energie nutze ich dann, um mich hochzupushen. Ich flippe da gestisch und mimisch jedes Mal völlig aus im Backstage-Bereich. Für einen Außenstehenden muss das aussehen, als hätte ich gerade mehrere Schlaganfälle gleichzeitig (lacht). Das geht beim Drehen natürlich so nicht. Vor dem ersten Drehtag verspüre ich meistens einfach eine große Freude. Die Nervosität kommt da eher situativ – gerade vor wichtigen Szenen, in denen ich zum Beispiel sehr viele Emotionen oder eine gewisse Körperlichkeit zeigen muss. Du hast nur eine sehr begrenzte Zeit für den Dreh und alles muss auf den Punkt funktionieren. Die Aufregung verfliegt aber mit jedem Drehtag immer mehr.

Gedreht wurde wieder in der bayerischen Gemeinde Bad Bayersoien. Wo verbringen Sie am liebsten ihre Zeit, wenn Sie dort drehen?

Der Soier See ist schon ein gewisser Dreh und Angelpunkt für mich. Da ich gerne Sport mache, laufe ich dort meine Runden und sitze auch oft bei der Krieger-Gedächtniskapelle. Das ist ein wunderschöner Ort, um zur Ruhe zu kommen und ich genieße es jedes Mal sehr, dort zu sitzen. Ist einfach sehr gesund: Rumsitzen und blöd schauen. Als Gegengift gegen Stress aller Art ist das sehr zielführend (lacht). 

Wie wird es mit Marie in den kommenden beiden Filmen weitergehen?

Marie`s große Lebenslüge ist natürlich noch sehr präsent. Sie hat ihrem Sohn verschwiegen, dass der leibliche Vater immer noch lebt. Dies belastet nicht nur das Verhältnis zu ihrem Sohn, sondern auch zu ihrem Partner Stefan. Zu dem ganzen Chaos, lässt sich dieser zu einem Fehler hinreißen, der die Beziehung noch mehr belastet. Es wird somit unheimlich spannend, wie sich ihr Leben so weiterentwickelt. Langeweile ist vielleicht mein Ding, aber nicht das von Marie (lacht).

Christine EIxenberger und Stefann Muss in "Marie fängt Feuer"

Es kommen schwere Zeiten auf Marie (Christine Eixenberger) und Stefan (Stefan Murr) zu. Foto: ZDF/Marc Reimann

Am 12. Mai 2019 wird um 20:15 Uhr der Film „Stürmische Zeiten“ ausgestrahlt. Bereits eine Woche später geht es spannend mit „Lügen und Geheimnisse“ weiter. Im Sommer gehen die Dreharbeiten für Christine Eixenberger und das Team von „Marie fängt Feuer“ weiter.

 

„Stürmische Zeiten“

(pm) – Der Brand in Altays Autowerkstatt zeigt ungeahnte Folgen. Die Stimmung in Wildegg kippt. Und so muss Marie sich nicht nur um Altays Familie kümmern, sondern auch ein Zeichen setzen. Die Freiwillige Feuerwehr von Wildegg kann den Brand nicht mehr löschen, und so steht Altay vor den Trümmern seiner Existenz. Der Verdacht der Brandstiftung steht sehr schnell im Raum, und ein populistischer Lokalpolitiker versucht, diesen für sich auszunutzen. Marie ist hin- und hergerissen, seit Philipp in Wildegg wohnt. Zwar sieht sie, dass es Max gut tut, seinen Vater kennenzulernen. Aber sie und Stefan treibt es immer weiter auseinander.

 

„Lügen und Geheimnisse“

(pm) – Unerklärliche Vergiftung bei einem kleinen Mädchen. Die Freiwillige Feuerwehrfrau Marie macht sich in Wildegg auf die Suche nach der Ursache, um Schlimmeres zu verhindern. Nach einem Einsatz auf einem Bauernhof bricht Emma, die kleine Tochter der Familie Egermann, plötzlich zusammen. Die Vergiftungserscheinungen sind unerklärlich, bis klar wird, dass die Eltern in ihrer Biogasanlage illegale Abfälle entsorgen. Marie versucht wieder, mehr Zeit in ihre Beziehung mit Stefan zu investieren. Doch leider ahnt sie nicht, dass Stefan ihr etwas beichten will, das ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt.