Cast & Crew

5 Fragen an: Anna Fischer

Hauptrolle in Heimatkrimi

 

Anna Fischer (32) durfte sich für ihre neue Hauptrolle in „Die Bestatterin – Der Tod zahlt alle Schulden“ mit einer besonderen Berufsbranche auseinandersetzen. Sie sprach mit uns über die Dreharbeiten und darüber, wann man am besten seinem Bauchgefühl folgen sollte.

 

Frau Fischer, ihre Figur Lisa Taubenbaum gibt nach dem Tod ihrer Mutter den Beruf der Physiotherapeutin auf, um im elterlichen Bestattungsunternehmen auszuhelfen. Ein besonderer Charakterzug. Was faszinierte Sie an Lisa?

Man kann seinen Werdegang und berufliche Karriere noch so planen, wenn das Leben dazwischenfunkt, kommt es anders und man muss Entscheidungen treffen. Lisa muss den Tod ihrer Mutter genauso verarbeiten, wie der Rest der Familie und entscheidet sich für sie. Ob das ein besonderer Charakterzug ist, kann ich gar nicht so genau sagen, weil man meiner Meinung nach eher abgestumpft gegenüber seiner Familie oder auch Freunden sein müsste, so zu tun, als könnte alles so weiter gehen. Das Faszinierende an Lisa ist die herzliche und lebenslustige Herangehensweise, mit den Umständen zurechtzukommen und dabei offen für alles andere zu sein und sich treu zu bleiben.

Sie ist davon überzeugt, dass sich hinter vermeintlichen Todesfällen eine Mordserie verbirgt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Lisa ihrem Bauchgefühl folgt und sich gegen alle durchsetzt. Ist das Bauchgefühl immer der richtige Weg?

Das Bauchgefühl ist in dem Moment wichtig, wenn der Verstand zu viele Für- und Widerargumente abwägen muss. Da sollte man wirklich darauf hören. Aber immer darauf zu bauen, dass das Bauchgefühl dich durchs Leben bringt, kann meiner Meinung nach manchmal auch schwierig sein. Eine Portion Glück und Verstand sollte in manchen Situationen nicht fehlen.

Lisa legt sehr viel Wert darauf, dass die Verstorbenen ein ästhetisches Erscheinungsbild haben. Die Thanatopraxie ist nicht leicht.  Wie haben Sie sich dieses komplexe Handwerk für die Rolle erarbeitet?

Im Vorfeld der Produktion durfte ich in einem Leichenschauhaus und einem Bestattungsunternehmen mit Thanatopraxieabteilung hospitieren. So konnte ich mich über das ästhetische Zurechtmachen von Leichen, sowie die plastische Wiederherstellung von Deformierungen informieren. Durch Gespräche mit den Mitarbeitern konnte ich mir eher ein theoretisches „Handwerk“ erarbeiten. Wie es praktisch bei der Lisa von der Hand geht, kann man sich ja anschauen.

Anna Fischer in "Die Bestatterin - Der Tod zahlt alle Schulden"

Anna Fischer (vorne links) bereitete sich für ihre Rolle als Bestatterin intensiv vor, damit alle benötigten Handgriffe saßen. Zusammen mit Hartmut Volle (hinten rechts) stand sie vor der Kamera. Foto: ARD Degeto/SWR/Daniel Schmid

Welche Szene forderte Sie am meisten im Spiel?

Tatsächlich gab es eine Szene, die aufwendig war. Bei der Beerdigung und auf dem Friedhof zum Beispiel. Weil ein relativ großes Team, viele Komparsen, Technik und auch das pietätvollere Verhalten an so einem Ort, in der Kombination mit dem mentalen Zustand, in den ich mich für meine Rolle hineinversetzen musste, eine Rolle spielte. Vor allem die Blaskapelle am Grab, die immer weiterspielte, war sensationell. Eine ganz besondere Stimmung zwischen Konzentration, lustige Begebenheiten und ernsthaften Bedingungen.

Anna Fischer in "Die Bestatterin - Der Tod zahlt alle Schulden"

Die besagte Szene. Foto: ARD Degeto/SWR/Daniel Schmid

Gedreht wurde auch auf der Schwäbischen Alb. Welchen Ort können Sie allen Reisehungrigen empfehlen?

Die Reisehungrigen sollten nicht gerade die heißesten Partygänger sein. Wir haben ja hauptsächlich um Kirchheim unter Teck und Umgebung gedreht, da geht es schon etwas ruhiger zu, als ich es in Berlin gewohnt bin. Beeindruckend sind die wunderschönen Fachwerkhäuser überall entlang der Fachwerkstraße. Das einladende Ambiente mit den gastfreundlichen Menschen und die sanfte Landschaft der Schwäbischen Alb mit den Bürgerseen zwischen Nürtingen und Kirchheim, mit den mittlerweile woanders selten gewordenen Obststreuwiesen.

Die Bestatterin - Der Tod zahlt alle Schulden"

Lisa Taubenbaum (Anna Fischer) hat ihre Bestimmung gefunden und arbeitet mit viel Leidenschaft als Bestatterin. Foto: ARD Degeto/SWR/Daniel Schmid

Anna Fischer ist am 01. Juni 2019 in „Die Bestatterin – Der Tod zahlt alle Schulden“ um 20:15 Uhr im Ersten zu sehen. Ein Heimatkrimi mit großem Herzfaktor. Gedreht wurde auf der Schwäbischen Alb und in Stuttgart.


„Die Bestatterin – Der Tod zahlt alle Schulden“

(pm) – Lisa Taubenbaum (Anna Fischer), jung und lebenslustig, ist nach dem ungeklärten Unfalltod ihrer Mutter in ihr Heimatdorf auf der Schwäbischen Alb zurückgekehrt. Gemeinsam mit ihrem Vater Alfons (Hartmut Volle), der seit dem Unfall im Rollstuhl sitzt, und ihrem Bruder Hannes (Frederik Bott), der leidenschaftlich gerne Särge schreinert, will Lisa das familieneigene Bestattungsunternehmen weiterführen. Allerdings gehen die Geschäfte ausgesprochen schlecht. Doch dann ereignen sich innerhalb von 24 Stunden gleich zwei Todesfälle: Der örtliche Bankdirektor erschießt sich versehentlich bei der Jagd und Oma Wertbacher erliegt augenscheinlich einem Herzanfall. Ganz natürliche Todesfälle! So zumindest lauten die Befunde des Landarztes (Christof Wackernagel), die dem örtlichen Polizeichef Goller (Patrick von Blume) genügen, um beide Fälle zu den Akten zu legen. Doch wie kommen die Würgemale an Oma Wertbachers Hals? Und wie erschießt man sich unabsichtlich mit seiner eigenen Flinte? Dorfpolizist Goller findet daran nichts Ungewöhnliches, Lisa hingegen schon. Doch erst als der Stuttgarter Kommissar Zellinger (Christoph Letkowski) anrückt, beginnen die Ermittlungen, aus denen Lisa sich natürlich nicht heraushalten kann.