Interview des Monats

Aleksandar Jovanovic im Interview des Monats: „Deine innere Stimme bringt dich zum Ziel“

Neue Serie auf VOX

 

Seine Schauspielausbildung absolvierte Aleksandar Jovanovic (47) mit dem Schwerpunkt Tanz. Es folgten zahlreiche Engagements in Musicals und die Arbeit als Tanzlehrer. Für seine neue Rolle in der Serie „Das Wichtigste im Leben“ kehrt er zu seinen Wurzeln zurück. Mit uns sprach er über die Herausforderungen der Dreharbeiten und gibt Mut, seinen Träumen zu folgen.

 

Herr Jovanovic, für die neue Serie können Sie einen großen Erfahrungsschatz in Sachen Tanzen miteinbringen. Wie sehr liebten Sie die Tanztechnik Ballett in Ihrer Ausbildung?

Ich sah es als reine Technik, die ich erlernen muss, um an mein Ziel zu kommen. Für mich war es wie eine Art Vokabel Training, wenn man eine Sprache neu erlernt. Man muss es täglich trainieren, es anwenden und verstehen. Es war ehrlich gesagt nicht meine Lieblingsklasse, aber ich erschien immer pünktlich zum Unterricht und war fleißig (lacht).

Gab es etwas, was Sie beim Training zum Verzweifeln brachte?

Oh, da gab es so einiges, was mich zum Verzweifeln brachte. Da ich von Natur aus nicht gut dehnbar bin, musste ich sehr viel trainieren. Es gab Tage, an denen kam ich zwei Millimeter weiter an den Boden und ich freute mich riesig. Am nächsten Tag machte ich die gleiche Übung und es war wieder ein Millimeter schlechter. Immer zwei Schritte vor und einer zurück – das brachte mich zum Verzweifeln. Aber Ballett ist komplex. Du brauchst jede Menge Ausdauer, um irgendwann mal an den Punkt zu kommen, wo du die Technik einfach so abrufen kannst.  

Verraten Sie uns Ihr Geheimrezept, wie Sie es schafften, solange durchzuhalten?

Ich habe mir die Frage des „Wofür“ gestellt. Die kann sich jeder selbst stellen, bei dem was er gerade macht. Wenn du diese Frage emotional beantworten kannst, stehst du automatisch morgens sehr früh auf, trainierst für dein Ziel, egal wie anstrengend und hart es ist. Das ist auch heute noch meine Geheimwaffe.

Diese Frage stellt auch Dinko seinen Tanzschülern immer wieder. Wofür beziehungsweise warum möchtest du Balletttänzer werden?

Ja, das stimmt. Da ich selbst früher als Tanzlehrer gearbeitet habe, war es für mich ein Geschenk, all meine Erfahrung und das, woran ich glaube, mit in meine Rolle einbringen zu können. Da bin ich dem Regisseur, Produzenten und Drehbuchautoren sehr dankbar für.

Wir konnten auf Instagram verfolgen, dass Sie intensiv Tanztraining vor den Dreharbeiten genommen haben. Wie lange haben Sie für Ihre Rolle trainiert?

Wir haben rund sechs Wochen, fünfmal die Woche, ungefähr zwei Stunden am Tag trainiert. Die Suche nach einem geeigneten Tanztrainer dauerte deutlich länger. Es war nicht einfach, jemanden zu finden, wo mir der Tanzstil gefällt, der wiederum zu meinen Fähigkeiten komplementär ist und dem es möglich war, in knapper Zeit mir das nötige Handwerk anzutrainieren. Zum Glück fand ich Eva, mit der ich mich auf den Dreh intensiv vorbereiten konnte.

Aleksandar Jovanovic in "Das Wichtigste im Leben"

Aleksandar Jovanovic bereitete sich intensiv auf seine Rolle als Tanzlehrer Dinko vor. Foto: TVNOW/Martin Rottenkolber

Für alle, die bisher mit Ballett noch nie in Berührung kamen. Was macht diesen Tanzstil aus?

Ballett lebt von klaren eleganten Linien, von der Sprung und Drehkraft. Außerdem ist es eine konservative Art und Weise, eine Emotion darzustellen.

Sie tanzten bereits in vielen Musicals, wie zum Beispiel „Rocky Horror Show“ mit. Bühne oder vor der Kamera – wo fällt das Tanzen leichter?

Vor der Kamera. Auf der Bühne hast du immer nur die eine Chance. Wenn da etwas schiefläuft, kannst du nur hoffen, dass die Zuschauer gerade auf die Uhr oder woanders hingeschaut haben. Beim Film kannst du es zur Not immer wiederholen (lacht).

Ist Ihnen schon mal etwas sehr Peinliches während eines Auftrittes oder eines Drehs passiert?

Ja, in der Sendung „Schmidteinander“. Ich war damals bei den „Hupfdolls“ und wir haben während des Jingles immer getanzt. In einer Live Aufnahme musste ich vor der Kamera eine Pirouette machen und bin mitten in die Kamera reingefallen (lacht).

Dinkos Schüler Philipp kämpft für seinen Traum. Was raten Sie Menschen, die sich nicht trauen, Ihren Träumen zu Folgen?

Als allererstes ermutige ich Eltern, Lehrer, Trainer von Vereinen oder Vereinigungen, Kindern Mut zu machen, auf ihre innere Stimme zu hören und dieser zu Folgen. Die Welt wird eine sanftere und schönere, wenn wir alle die Möglichkeit dazu haben. Es bedarf für sich selbst natürlich erstmal großen Mut, sich dieser inneren Stimme zu stellen. Deshalb empfehle ich allen Menschen, vor allem Jugendlichen: Hört darauf. Wenn ihr es gehört habt und es erschreckend ist, dann wartet erstmal einen Moment, bis sich der Gedanke geformt hat. Dann nehmt allen Mut zusammen und folgt eurer Stimme. Denn es gibt nur dieses eine Leben und es ist die Absolution der Zeit. Denkt an die letzten Minuten in eurem Leben, da wollt ihr nicht zurückschauen und sagen: Oh, das habe ich nicht gemacht.

Sie haben sich von der Bühne als Tänzer verabschiedet und sind Schauspieler geworden. Wie war dieser Prozess bei Ihnen? Konnten Sie schnell sagen: Das ist jetzt mein Weg.

Es war ein längerer Prozess. Irgendwann merkte ich, dass das Tanzen nicht mehr weitergeht und es war in dem Moment total klar für mich.

Was fühlten Sie in dem Moment, als für Sie die Entscheidung klar war?

Es war für mich eine Erleichterung. Ich merkte schon in den letzten zwei Jahren, wo ich tanzte, dass ich immer wieder zu mir sagte: Mal schauen, wie lange ich das mache. Dann zog ich irgendwann nach einer „Starlight Express Show“ meine Rollschuhe aus und wusste: das war`s. Natürlich war ich dann erstmal aufgeregt, weil ich nicht wusste, wie es weitergeht. Aber da ich immer auf mein Bauchgefühl höre, ging es schnell weiter mit dem Schauspiel.

Aleksandar Jovanovic

Er hat seinen Weg gefunden – vom Tänzer zum Schauspieler, ein langer Prozess der sich für Aleksandar Jovanovic gelohnt hat.  Foto: Christine Rogge

Ist das Bauchgefühl immer eine sichere Entscheidungshilfe?

Ich finde, man sollte die Dinge gut überdenken, auf sein Bauchgefühl hören und je nach Entscheidung auch nochmal eine Nacht darüber schlafen. Die größte Fähigkeit, die wir als Menschen antrainieren können, ist ein Feingefühl dafür zu entwickeln, wann etwas dran ist im Leben. Immer dasselbe zu tun ist Armut, aber eine gute Mischung aus vielen Möglichkeiten und daraus dann das Richtige zu nutzen, ist das Reichtum, was wir als Menschen haben können.

Was ist für Sie eigentlich das Wichtigste im Leben?

Liebe, Gesundheit und Freiheit.

Und nun bitte ehrlich sein. Welcher Tanzstil liegt Ihnen überhaupt nicht?

Ich glaube, Foxtrott, Salsa oder lateinamerikanische Tanzstile sind überhaupt nicht mein Ding. Beim Walzer bin ich auch relativ steif (lacht).

Aleksandar Jovanovic in "Das Wichtigste im Leben"

Aleksandar Jovanovic spielt seine Rolle grandios und zeigt sein tänzerisches Talent vor der Kamera. Foto: TVNOW/Martin Rottenkolber

Die neue Fiction-Serie „Das Wichtigste im Leben“ wird ab dem 05. Juni 2019 um 20:15 Uhr auf VOX ausgestrahlt. Aleksandar Jovanovic („Schutzengel“) ist ab der zweiten Folge zu sehen. Die Serie zeigt all denjenigen unter uns, die ihren Träumen hinterherlaufen, wie wichtig es ist, auf sein Bauchgefühl zu hören und sie zu verwirklichen. Nur so lässt sich großartiges im Leben erreichen.

 

„Das Wichtigste im Leben“

(pm) – Sandra (Bettina Lamprecht) und Kurt Fankhauser (Jürgen Vogel) durchleben mit ihren drei Kindern Philipp (Sidney Holtfreter), Luna (Bianca Nawrath) und Theo (David Grüttner) eine turbulente Zeit. Der Kleinste, Theo, soll bald eingeschult werden, spricht aber von der einen auf die andere Sekunde nicht mehr. Luna ist mitten in der Pubertät und zum ersten Mal verliebt – ausgerechnet in den älteren Stiefbruder ihrer besten Freundin, die gar nicht gut auf Lunas Schwarm zu sprechen ist. Und Adoptivsohn Philipp, dem Ältesten der drei Geschwister, wird im Basketballteam, das sein Vater hingebungsvoll trainiert, eine große Karriere vorausgesagt. Allerdings ist Philipps Traum ein ganz anderer: Er möchte lieber professioneller Balletttänzer werden.