Cast & Crew

„Camping mit Herz“ Hauptdarstellerin – Diana Amft: „Es lohnt sich immer, für seinen Traum zu kämpfen“

Herzerwärmende Komödie im Ersten

 

Sommerzeit ist Camping Zeit – Diana Amft (43) ist am kommenden Freitag in der Komödie „Camping mit Herz“ an der Seite von Christoph M. Ohrt zu sehen. Wir wollten natürlich von ihr wissen, was für sie ein gutes Camping ausmacht und sprachen mit ihr über ihre bisherige Karriere.

 

Frau Amft, in Ihrem neuen Film spielen Sie eine Campingplatzbesitzerin. Sind Sie selbst ein großer Fan des Campens?

Früher war ich begeisterter Camper. Da ich mir ein Wohnmobil nicht leisten konnte, gehörte ich auch zu denen, die das Zelt bevorzugten. Egal, wie heiß es im Sommer war, in den Morgenstunden war es immer total kalt. Diesen Morgentau miterleben zu können, war immer faszinierend für mich. Und dann noch das Erfolgserlebnis, wenn man es schafft, auf dem Bunsenbrenner einen Kaffee zu zaubern (lacht). Campen gibt dir einen totalen Bezug zur Natur. Das haben mir auch nochmal unsere Dreharbeiten bewiesen. Du steigst aus deinem Zelt, gehst direkt über die Dünen ans Meer. Das ist total schön und ich kann verstehen, woher die Leidenschaft zum Campen kommt.

Wie sieht diese Leidenschaft genau aus?

Wir haben im Herbst auf dem Campingplatz in Prerow-Zingst gedreht. Es waren zu dieser Zeit sogar noch Camper da. Im Film haben wir das dortige Leben sehr schön inszeniert. Die gemeinsamen Grillabende, das gemeinsame Lagerfeuer, der Kaffee am Morgen mit einer dicken Decke vor seinem Zelt eingemummelt, der Sonnenuntergang am Abend – all das macht diese Leidenschaft vom Campen aus.

Wie war Ihr erstes Campingerlebnis?

Zum ersten Mal gezeltet habe ich mit mehreren Freundinnen und wir haben die ganze Nacht durchgequatscht. Es war unheimlich kalt, aber es entstand eine tolle Gemeinschaft. Das erste Mal so richtig auf dem Campingplatz war ich am „Steinhuder Meer“ in Niedersachsen. Ich verbrachte dort eine unheimlich schöne Zeit mit einer Freundin und deren Familie. Durch den Kontakt zu den anderen Campern entstand schnell auch hier eine große Gemeinschaft. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Schlauchbootfahren (lacht).

Wie sieht es heute aus? Lieber Wohnmobil oder doch das gewohnte Zelt?

Dadurch, dass ich viel zu Dreharbeiten unterwegs bin, findet mein Campingerlebnis meist in Form von Grillen bei Freunden statt (lacht). Das Liebe ich.

„Camping mit Herz“ ist eine Komödie mit viel Tiefgang. Was braucht für Sie eigentlich eine gute Komödie?

Tiefgang gehört für mich zu einer guten Komödie dazu. Je mehr dieser vorhanden ist, umso mehr kann ich als Zuschauer mit den Figuren mitfühlen. Unserem Regisseur Josh Broecker ist es unheimlich gut gelungen, diese Feinheiten der unterschiedlichen Charaktere zu inszenieren. Mich hat unser Film dadurch sehr bewegt. Natürlich gehört für mich auch dazu, dass ich auch lachen kann und mich gut unterhalten fühle.

Christoph M. Ohrt und Diana Amft in

Camping Kalle (Christoph M. Ohrt, links) und Desiree (Diana Amft, rechts) sind zwei besondere Charakter die aufeinandertreffen. Foto: ARD Degeto/Sandra Hoever

Ihre Figur Desiree kämpft unerlässlich für ihren Campingplatz, deren Existenz stark bedroht ist. Trotzdem hält sie an ihrem Traum, den Platz zu erhalten, fest. Was raten Sie Menschen, die in der gleichen Situation sind?

Es lohnt sich immer, nicht aufzugeben, nur so kann man etwas bewegen. Es ist natürlich kein Garant, dass die Situation, in der man sich befindet, auch tatsächlich besser wird. Aber es ändert sich meist ein gewisser Teil der Situation.

Sie selbst mussten sehr für ihren Traum, eine Schauspielausbildung zu absolvieren, kämpfen. Sie bekamen zwölf Absagen bis es an der Münchner Schauspielschule „Zerboni“ geklappt hat.

Da war ich ein richtiges Steh-auf-Männchen. Diese Zeit war für mich nicht einfach. Jedes Mal zog ich mich nach einer Absage zurück, weinte mich aus, wischte irgendwann die Tränen weg und sagte mir: Weiter geht`s.

Was war damals der Auslöser, dass Sie von der Justizfachangestellten zur Schauspielausbildung tendierten und so hartnäckig waren?
Den einen Auslöser gab es bei mir nicht. Ich liebte es schon immer, Theater zu spielen und als mir eine Freundin erzählte, dass man dies auch auf einer Schule lernen kann, wollte ich es unbedingt probieren. Ich gebe zu, ich hatte damals überhaupt keine Ahnung (lacht). Wusste nicht, was sind klassische oder moderne Stücke. Wochenlang habe ich mich durch die Büchereien gewälzt. Damals gab es ja noch kein Internet und die Recherche war mühsam. Von Vorsprechen zu Vorsprechen habe ich von den Ratschlägen gelernt, sofern ich welche bekam.

Die Auswahlverfahren sind meist nicht einfach. Viele angehende Schauspieler erzählten mir bereits, dass sie zum Teil richtig niedergemacht wurden bei dem Vorsprechen.

Im Nachhinein finde ich es auch nicht gut, wie sie mit den Träumen von jungen Menschen umgegangen sind und dies zum Teil auch leider heute noch tun. Ich glaube, vielen ist nicht bewusst, wie lange und hart man für diesen Traum arbeitet. Manche mussten sich damals sehr lange eine Fahrkarte zusammensparen. Nach stundenlangem Warten und Hoffen wurde der Traum binnen Sekunden zerstört. Manchmal weiß ich auch nicht, woher ich diese Überzeugung nahm und das durchgehalten habe.

In Ihnen schlummerte wahrscheinlich die große Leidenschaft zu dem Beruf, da lässt sich vieles aushalten.

Ja, das mag sein. Aber ich muss auch zugeben, dass ich einen super Background hatte. Ich hatte parallel zu den Auswahlverfahren meine Ausbildung zur Justizfachangestellten abgeschlossen. Der Direktor hatte mir ein Jahr Beurlaubung zugesagt, damit ich meinen Traum austesten kann. Ich habe ihm aber gleich mitgeteilt, dass dies sehr lieb von ihm sei, er mir aber die Stelle nicht freihalten braucht, denn ich würde ziemlich wahrscheinlich nicht wiederkommen (lacht). Diese komplette Überzeugung musste ich auch damals haben, sonst hätte ich gar nicht die Kraft dazu gehabt, diesen Weg zu gehen. Jeder, der sich dafür entscheidet, geht diesen Weg mit Leidenschaft und man sollte im Nachhinein immer das positive aus möglichen Hindernissen ziehen. Für mich war es eine harte Generalprobe und ich lernte dadurch schnell, was es heißt, auch mit den Niederlagen umzugehen, welche mich nach der Ausbildung erwarten würden. Man bekommt Absagen oder hat auch mal eine Zeitlang keinen Dreh. Mit diesen unterschiedlichen Situationen musst du erstmal lernen umzugehen.

Christoph M. Ohrt, Diana Amft, Stefan Retzbach, Josh Broecker und Eckhard Jansen währen der Dreharbeiten zu

Ein Blick hinter die Kulissen – Christoph M. Ohrt (links außen) und Diana Amft (zweite von links) besprechen zusammen mit Regisseur Josh Broecker (rechts), dem Produzenten Stefan Retzbach (hinten links) und Kameramann Eckhard Jansen (hinten rechts) eine abgedrehte Szene. Foto: ARD Degeto/Thomas Neumeier

Die Rolle Inken in “Mädchen Mädchen” brachte Ihren Durchbruch. Es folgte Gretchen Hase in der Erfolgsserie “Doctor`s Diary”. Wie schwer war es damals, nicht in eine Schublade gesteckt zu werden?

Irgendwo lässt es sich fast nicht vermeiden, dass dies passiert. Aber ich muss sagen, dass ich mich sehr wohl im Komödien Bereich fühle. Ich liebe es, Rollen zu spielen, wo man sich selbst gut mit identifizieren kann. Ich nenne sie immer „Girl next door“ Rollen (lacht). Zudem sind Komödien auch wirkliche Herausforderungen, da sie nicht leicht zu bedienen sind. Sicherlich würde ich auch gerne mal ein Drama spielen, aber das gelingt nur, wenn man auch ein wirklich gutes Drehbuch bekommt.

Die Frauenrollen im Film haben sich stark verändert. Oft stehen nun auch Frauen ab einem Spielalter von 38 Jahren mehr im Vordergrund. Wie sehen Sie die derzeitige Entwicklung?

Ich habe das Glück, dass ich in die Zeit komme, wo wir dieses Problem nicht mehr so intensiv wie früher haben. Die Stoffentwicklungen bemühen sich heute, gerade solche Frauen mehr in den Vordergrund zu stellen. Was ich persönlich sehr gut finde. Denn das sind richtige Mut-mach-Geschichten, wenn zum Beispiel eine Frau mit 40 in eine Konfliktsituation kommt und nochmal ganz von vorne beginnen oder stark kämpfen muss.

Christoph M. Ohrt und Diana Amft in

Christoph M. Ohrt (link) und Diana Amft (rechts) genossen die gemeinsamen Dreharbeiten in Prerow-Zingst. Foto: ARD Degeto/Sandra Hoever

Die herzerwärmende Komödie mit Diana Amft und Christoph M. Ohrt wird am 21. Juni 2019 um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Regisseur Josh Broecker hat zusammen mit Drehbuchautor Andy Cremer und der restlichen Crew eine Geschichte geschaffen, welche Lust auf mehr macht. Es lässt sich also hoffen, dass schon bald ein zweiter Teil an der wunderschönen Ostseeküste entsteht und wir erfahren dürfen, wie es mit Desiree und Camping Kalle weitergeht.

 

„Camping mit Herz“

(pm) – Einmal Schlager, immer Schlager! Um sich aus der Wiederholungsschleife mit Abwärtsdrift zu befreien, muss Christoph M. Ohrt als alternder Star sich nicht nur auf seine wahren musikalischen Wurzeln besinnen, sondern auch endlich sein tief eingebranntes Image als „Campingplatz-Kalle“ abschütteln. Seine Popularität nutzen möchte Diana Amft als toughe Campingplatzbesitzerin, der das Wasser bis zum Hals steht. Beide kämpfen mit harten Bandagen, schließlich geht es für sie um alles. Das schlagfertige Hauptdarstellerduo steht im Zentrum der Komödie „Camping mit Herz“, die auf subtil ironische Weise mit Klischees der Lagerfeuerromantik spielt.