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„Leberkäsjunkie“ Hauptdarstellerin – Lisa Maria Potthoff: „In jedem Wandel liegt ein Zauber inne“

Eberhofer und Susi sind zurück

 

Susi und Franz sind seit mehr als sechs Jahren das chaotischste Paar auf der Kinoleinwand. Sie können nicht wirklich miteinander, aber auch nicht ohne einander. Heute startet der neue Film der Eberhofer Filmreihe „Leberkäsjunkie“ in den deutschen Kinos. Lisa Maria Potthoff (41) stand in der Rolle der Susi dieses Mal vor besonderen Herausforderungen, wie sie uns im Interview vor der Premiere verriet.

 

Frau Potthoff, diese Woche startet der sechste Teil der beliebten Filmreihe in den Kinos. Die bisherigen Filme haben schon mehr als 3,5 Millionen Besucher begeistert, welcher ist eigentlich ihr Lieblingsteil?

Ich mag den neuen Film „Leberkäsjunkie“ sehr. Er ist lustig, aber es ist auch schön, dass die Figur Franz Eberhofer ein, zwei Momente hat, wo der Zuschauer der Figur sehr nahekommen kann und sie schon fast ein wenig tragisch wird. Aber natürlich mag ich auch die anderen Filme!

Ihre Figur Susi, hat mit ihrem Halb-Ex-Freund Franz, diesmal schwer zu kämpfen. Er steckt mitten in einer Midlife-Crisis und bekommt zu alledem noch seine geliebten Leberkässemmeln vom Arzt, aufgrund seines hohen Cholesterins verboten. Was reizte dieses Mal besonders an der Rolle?

Für Susi stellt sich nun nicht mehr nur die Frage, ist nun Franz ihr Freund oder nicht? Sie haben jetzt ein gemeinsames Kind und müssen gucken, wie das Modell Patchwork funktionieren kann. Daran scheitern die beiden dann doch immer wieder (lacht). Nicht nur Franz hat so seine Probleme, auch die liebe Susi ist inkonsequent. Es kriegt jetzt alles nochmal eine existenziellere Dimension zwischen den beiden, was ich spannend finde. In der Arbeit an den Eberhofer-Filmen müssen wir immer den Spagat zwischen dem überhöhten Verhalten der Figuren, der Komik und der Ernsthaftigkeit und Tragik der Figuren finden. Das ist herausfordernd, macht aber großen Spaß.

Ist es nicht besonders schwer, diese Balance zu halten? Ein bisschen zu viel oder zu wenig und schon findet der Zuschauer die liebe Susi vielleicht nicht mehr sympathisch.

Jede Figur in jedem Genre hat ihre Herausforderung. Bei Susi ist es die Aufgabe, dass sie bei all der Reibung mit Franz nicht anfängt den Menschen auf die Nerven zu gehen (lacht). Deswegen bin ich auch immer sehr erleichtert, dass die Zuschauer die Susi so mögen.

Nerven würde ich nicht sagen, mir tut sie immer nur ein wenig leid.

Ich denke, das ist nicht nötig. Alle sprechen immer über Franz`s  Fehler oder Inkompetenz als Freund und Vater, aber Susi verhält sich auch nicht immer korrekt. Sie drückt diesmal Franz den gemeinsamen Sohn aufs Auge, weil sie sich angeblich auf eine Prüfung vorbereiten muss. Geht dann aber ausgiebig auf der Kirmes feiern. Sie sucht sich schon auch ihre Freiheiten und misst da mit zweierlei Maß, was die Verantwortlichkeit für ein Kind angeht. Susi weiß sich schon ganz genau zu helfen und ist eine Frau, die nicht unter die Räder kommt.

Lisa Maria Potthoff, Luis Sosnowski und Sebastian Bezzel in "Leberkäsjunkie"

Franz (Sebastian Bezzel, rechts) und Susi (Lisa Maria Potthoff, links) mit ihrem gemeinsamen Sohn Paul (Luis Sosnowski, Mitte). Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH/Bernd Schuller

Ihre Figur ist durch Franz Eberhofer oftmals genervt und hat manchmal einen sehr trockenen Humor. Wie anstrengend ist es solch einen ständig genervten und sich über jede Kleinigkeit aufregenden Charakter darzustellen?

Wenn Sie meinen Mann Fragen würden, würde er Ihnen sagen: „Ach meckern, kann die Lisa ganz gut.“ Insofern fällt es mir leicht diese Rolle zu spielen und macht großen Spaß (lacht). Die Fehler nicht bei sich selbst sondern beim anderen zu suchen, ist auch im wahren Leben immer einfacher. Aber im Ernst: Ich glaube nicht, dass Susi ständig genervt ist und sich über jede Kleinigkeit aufregt. Franz und Susi haben es auch sehr gut miteinander, können gut miteinander feiern –  siehe Bierzelt, und haben wahrscheinlich rasend guten Sex. Wie man sieht, auch noch nach wie vor trotz Trennung.

2012 wurde der erste Film „Dampfnudelblues“ gedreht, welcher 2013 das Publikum begeisterte. Wie viel dürfen Sie selbst nach all den Jahren in die Figurenentwicklung mit einbringen?

Jede Idee, die ich zu meiner Figur habe, wird sehr herzlich aufgenommen. Das Team der Eberhofer Krimis versteht die Susi unheimlich gut. Wir feilen am Set nur noch an Kleinigkeiten. Die Beziehungsebene von Franz und Susi ist in jedem Film mal mehr oder weniger im Focus. Aber jedes Mal ist es eine kleine Reise zwischen den beiden. Jetzt schon über sieben Jahre. Das ist natürlich ein Traum für mich als Schauspielerin.

Es ist bereits der nächste Teil „Kaiserschmarrndrama“ für August 2020 angekündigt. Susi hat in den letzten Filmen eine schöne Entwicklung ihres Charakters gehabt, wenn Sie sich etwas wünschen dürften. Was würde mit ihr als Nächstes passieren?

Das, was als Nächstes mit Susi passiert, wird sehr lustig und gut. Meistens haben die Drehbuchautoren mir mehr mit meiner Figur ermöglicht als ich mir erhofft habe, von daher bin ich wunschlos glücklich.

Die Szenen im Haus der Eberhofers sind bei dieser Verfilmung auf einem anderen Hof entstanden. Ist solch ein frischer Wind durch eine neue Location eher beflügelnd oder hemmt es im Spiel?

„In jedem Wandel liegt ein Zauber inne“ – heißt es immer so schön, was sehr gut zu unserer neuen Situation passt. Sicherlich war es erst einmal ein Schock, dass unser alter Hof nicht mehr genutzt werden konnte. Aber ich finde diese kleine Veränderung sehr gut. Der neue Hof erzählt nochmal eine ganz andere Weite und ist noch trister als der Alte. Für mich im Spiel gab es keine Veränderungen, was an dem grandiosen Szenenbild lag. In der Küche wo viele Szenen des Films stattfinden, war wirklich kein Unterschied zur vorherigen Küche zu bemerken. Perfekte Arbeit der Szenenbildnerin.

Pauli der gemeinsame Sohn von Franz und Susi wird ein Jahr alt. Man sagt immer in der Filmwelt: Mit einem Kind zu drehen ist unheimlich schwer. Ist es das wirklich?

Noch schwerer ist es mit einem Kind und einem Hund eine Szene zu drehen. Da steht die Tiertrainerin daneben, die bei der eigenen Großaufnahme schnippt, weil der Hund in die richtige Richtung schauen soll und das Baby macht auch Geräusche, die es nicht machen darf. Da muss man sich schon schwer konzentrieren. Zusätzlich der Zeitdruck, weil das Kind aufgrund des Jugendschutzes den Drehort nach drei Stunden verlassen muss. Das ist wirklich eine Herausforderung, die wir aber super geschafft haben. 

Lisa Maria Potthoff, Luis Sosnowski, Sebastian Bezzel und Enzi Fuchs in "Leberkäsjunkie"

Pauli (Luis Sosnowski, 2. von links) wird ein Jahr alt. Grund genug um ausgiebig im Spielwarenladen zu shoppen. Franz (Sebastian Bezzel, hinten) ist weniger begeitstert und folgt Susi (Lisa Maria Potthoff, links) sowie der Oma (Enzi Fuchs, rechts) nur ungern. Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH/Bernd Schuller

Wie sehen die Vorbereitungen vor einem Dreh mit dem eigenen Filmkind aus?

Da ein Kind nur eine begrenzte Zeit am Set sein und auch nur eine kurze Zeit drehen darf, hat man nicht die Möglichkeit sich stundenlang mit dem Kind vorab zu beschäftigen. Aber es ist natürlich nicht toll kurz vor dem „Bitte“ sich das Kind auf den Arm geben zu lassen. Ein Baby versteht nicht, was da mit ihm passiert und bekommt einen Schreck. Deshalb ist es für mich bei solchen Dreharbeiten immer unheimlich wichtig, dass ich vorab mit dem Kind rede und es sich an mich gewöhnen kann. Es soll ja dem Kind möglichst Spaß machen, oder zumindest nicht traumatisch werden. Unser Hauptdarsteller war jedoch sehr professionell und auf jedem unserer Arme glücklich. Ein Profi (lacht).

Gab es eine Szene, die Sie mehrfach drehen mussten, weil es partout nicht klappen wollte?

Nein, aber wir haben in jedem Film irgendwie immer absurde Szenen (lacht). Dieses Mal drehten wir in einem Bierzelt, wo wir eine absolute high peak Stimmung spielen mussten. Wir standen mit den Bierkrügen auf der Bank, den Tischen und lieferten eine Stimmung bis zur Ekstase ab. Für den Zuschauer sieht es natürlich so aus, als tobt der Bär in dem Festzelt. Aber während des Drehs waren nur drei Kellner damit beschäftigt die Gläser einzuräumen, weil bald das Festzelt eröffnet werden sollten. Wir drehten diese Szene an einem Nachmittag auf der berühmten „Kirtawies`n“ in Dingolfingen, bevor das Festzelt am Abend gestürmt wurde. Um uns herum stand das Filmteam und wir feierten, als wären wir total betrunken. Total absurd solche Szenendrehs (lacht).

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Diese Szene geht in die Hall of Fame der absurdesten Eberhofer Szenen ein. Susi (Lisa Maria Potthoff, 2. von links) und Franz (Sebastian Bezzel, 2. von rechts) versöhnen sich wieder auf der Kirmes. Mit dabei sind die Freunde Jessi (Eli Wasserscheid, links) und Flötzinger (Daniel Christensen, rechts). Foto: 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Was ich auch sehr lustig und absurd fand, war das Bobby-Car Rennen. Vier Erwachsene liefern sich auf kleinen Bobby-Cars ein erbarmungsloses Rennen.

Das machte natürlich höllisch Spaß. Tatsächlich waren meine Schuhe an der Ferse, bis zu meinen Socken runtergebremst. Natürlich sollten es die Stuntdouble drehen, aber wie es so ist, haben wir es am Ende doch ein paar Mal selbst gemacht. Das hat so ein Spaß gemacht, auch wenn die Sohle danach hin war (lacht).

Franz und Susi – wird es irgendwann doch einmal eine Hochzeit geben?

Das weiß ich nicht und ich frage mich das ehrlich gesagt auch. In den letzten Filmen hat man ja gesehen, dass es erst einmal vom Tisch ist, aber lassen wir uns von Rita Falk überraschen, wo die Reise mit den beiden noch hingeht.

„Leberkäsjunkie“ ist der sechste Teil der beliebten Filmreihe auf Basis der Kriminalromane von Rita Falk. Zusammen mit Sebastian Bezzel („Heute bin ich blond“) und Simon Schwarz („Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken“) ist Lisa Maria Potthoff („Sarah Kohr“) ab 01. August 2019 auf der Kinoleinwand zu sehen. Bisher in der Filmreihe erschienen sind: „Dampfnudelblues“, „Winterkartoffelknödel“, „Schweinskopf al dente“, „Griessnockerlaffäre“ und „Sauerkrautkoma“. Gedreht wurde letztes Jahr im September und Oktober 2018 in Niederbayern, Landshut und München. Jede Menge Lachfaktor und eine große Portion trockener Humor bieten erneut ein großartiges Filmerlebnis.

 

„Leberkäsjunkie“

(pm) – Schluss mit Leberkäs. Diesmal bekommt es der Eberhofer (Sebastian Bezzel) mit seinem bisher schlimmsten Widersacher zu tun: Cholesterin. Ab jetzt gibt’s nur noch gesundes Essen von der Oma (Enzi Fuchs). Zu den Leberkäsentzugserscheinungen gesellen sich brutalster Schlafmangel und stinkende Windeln, weil Halb-Ex- Freundin Susi (Lisa Maria Potthoff) den Franz verpflichtet hat, eine Weile auf den gemeinsamen Sohn Paul aufzupassen. Die Verziehung des Sohnes kriegt er nebenbei gut hin, aber wie immer ist die Idylle von Niederkaltenkirchen durch allerhand Kriminalität getrübt: Brandstiftung, Mord und Bauintrigen. Selbstverständlich eilt Kumpel und selbst ernannter Privatdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) zu Hilfe, um ungefragt bei Ernährung, Erziehung und Ermittlung zu beraten.