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„Notruf Hafenkante“ Hauptdarstellerin – Aybi Era: „Das Leben ist die wahre Schule“

Neue Folgen, neues Cast

 

Direkt von der Schauspielschule in eine erfolgreiche Vorabendserie einsteigen – der Traum vieler angehender Schauspieler. Aybi Era (29) hat es geschafft und ist ab Donnerstag in der ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“ zu sehen. Wir sprachen mit der Hamburgerin über die Herausforderungen, in ein festes Ensemble einzusteigen.

 

Frau Era, direkt von der Schauspielschule wurden Sie für eine Hauptrolle besetzt. Was dachten Sie in dem Moment, als Sie die Zusage bekamen?

Das war total verrückt, denn ich drehte gerade mit Marc Barthel einen Film. Marc wusste bereits, dass er die Hauptrolle in „Notruf Hafenkante“ bekommt und wir sprachen darüber, wie es mit mir aussieht. Ich wartete sehnsüchtig den ganzen Tag auf den Anruf. Als sie mir dann mitteilten, dass ich an der Seite von Marc ebenfalls in der Hauptrolle besetzt bin, gab es kein Halten mehr für mich.

Das heißt?

Ich ließ meinen Emotionen freien Lauf und schrie am Set einmal laut auf vor Freude. Alle dachten wahrscheinlich, ich habe mich verletzt (lacht). Aber ich wollte und konnte mich nicht zurückhalten und lies meiner Freude freien Lauf.

Ich besuchte Sie bereits im vergangenen Jahr am Set und es machte den Eindruck, dass Sie schnell im Team angekommen sind. Doch wie war der Einstieg in ein bereits festes Ensemble wirklich für Sie?

Wir haben zuerst zusammen mit Sanna Englund und Matthias Schloo gedreht. Ich war am Anfang wie ein kleiner Fan und schaute mir alles genau am Set an. Das Büro des Polizeichefs und die Uniformen. Außerdem beobachtete ich Sanna ständig, wie sie sich in ihrem Kostüm bewegte. Ich sprach sie daraufhin an, wie sie durch die Uniform zu ihrer Figur gefunden hat und bekam den wertvollen Tipp, dass vieles über die Füße, sowie einen sicheren Stand passiert. So fand ich schneller in meine Rolle. Für mich sind alle Kollegen gestandene Schauspieler und ich bin so stolz, an der Seite dieser großartigen Schauspieler drehen zu dürfen. Ich konnte es damals überhaupt nicht realisieren. Nach sechs Monaten kam ich langsam am Set an und begriff, dass es real und diese Welt nun auch meine ist.

Bruno F. Apitz und Aybi Era in "Notruf Hafenkante"

Aybi Era (rechts) brauchte eine Zeit, um zu realisieren, dass sie eine Hauptrolle in der beliebten Vorabendserie bekam. Zusammen mit Bruno F. Apitz (links) steht sie nun regelmäßig vor der Kamera. Foto: ZDF/Boris Laewen (bola)

Eine Serie zu drehen bringt viel stressigere Arbeitsbedingungen mit sich, als ein Film. Wie war die Umstellung direkt von der Schule zum Serien Dreh?

Ehrlich gesagt habe ich mir die Umstellung nicht so schwierig vorgestellt, als sie in Wirklichkeit war. Vor allem das fast tägliche Drehen war neu und wahnsinnig aufregend für mich. Ich kam an das Set und musste mich an diese völlig neue Sprache gewöhnen. An der Schule bekamen wir diese nicht vermittelt, da du diese auch wirklich nur am Set lernen kannst. Irgendwann weißt du, dass wenn es „alle Schauspieler auf Position“ heißt, du langsam dein Wasserglas zur Seite stellen und entspannt auf deine Position gehen kannst.

Somit ist es wichtig, für den Nachwuchs bereits während der schulischen Ausbildung, so viel Praxiserfahrung wie nur möglich zu sammeln?

Ja, auf jeden Fall. Ich arbeitete viel als Setrunner für Musikvideos und war oft Komparse, um die grundlegenden Dinge am Set frühzeitig mitzubekommen. Außerdem ist es immer gut, einen Fuß in der Branche zu haben. Wichtig ist aber auch, dass du das Leben außerhalb der Schule nicht aus den Augen verlierst. Nur wenn du dein Leben in vollen Zügen genießt und nicht ständig für die Schule lernst, kannst du das wahre Leben kennenlernen. Das echte Leben ist die wahre Schule. Ich rate immer: Sei körperlich in Bewegung, betreibe zum Beispiel Kampfsport, triff dich mit Freunden unterschiedlicher Nationen oder sammele anderweitig Lebenserfahrung. Denn diese Eindrücke brauchst du später für deine Persönlichkeit und immer auch für Rollen.

Gerade in der ersten Folge sehen wir, wie Ihre Figur Pinar Aslan vollen Körpereinsatz zeigt und sich in einem männerdominierenden Beruf Respekt verschafft. Wie haben Sie sich auf die neue Rolle vorbereitet?

Ich habe schon während meiner Ausbildung mit der Kampfsportart „BJJ“ angefangen und intensivierte die Kenntnisse noch einmal für den Dreh. Außerdem bekamen wir Schauspieler auch unheimlich viel Unterstützung von der Hamburger Polizei. Dort durften Marc und ich ein Praktikum absolvieren, um uns die wichtigsten Handgriffe anzueignen.

Welche Erfahrung sammelten Sie im Praktikum?

Wir begleiteten die Polizisten zu einem Einsatz, wo zuvor ein Streit mit einem anschließenden dumpfen Schlag und dem wegrennen eines Mannes gemeldet wurde. Vor der Haustür angekommen wies man uns daraufhin, dass wir mit allem rechnen müssen. Zum Glück stellte sich jedoch heraus, dass es nur ein harmloser Familienstreit war. Die Mutter ging gerade mit dem Kind spazieren und der Vater rannte aus der Wohnung, weil er sie suchen wollte. Es war ein totales Missverständnis. Zu sehen, wie die Polizisten in solch einer Situation konzentriert und angespannt arbeiteten, fand ich sehr beeindruckend. Wir hatten an dem Tag Glück, dass nichts Schlimmes passierte, aber Polizisten sehen leider sehr oft auch andere Dinge. Da fragte ich mich schon, wie sie das alles wegstecken können.

Aybi Era in "Notruf Hafenkante"

Einblicke in den Berufsalltag sind  für manche Rollen unerlässlich. Wie man sich im Einsatz verhält, lernte Aybi Era von der Hamburger Polizei. Foto: ZDF/Boris Laewen (bola)

Sie leben und arbeiten in Hamburg. An welchem Ort in der Hansestadt finden Sie Ruhe nach dem anstrengenden Drehtag?

„Planten un Blomen“ ist mein Rückzugsort. Das ist ein großer Park mit zahlreichen Blumen, Pflanzen, Bäumen – rundum ein wunderschöner grüner Ort mitten in der schnelllebigen Stadt. Dort kann ich herrlich entspannen, nach einem anstrengenden Drehtag.

Pinar Aslan hat ein kleines Geheimnis nach Hamburg mitgebracht. Wie wird es mit ihr in der kommenden Staffel losgehen?

Der Zuschauer wird Pinar in der kommenden Staffel erst einmal näher kennenlernen. Ihre besondere familiäre Herkunft wird ein Thema sein und sie wird immer mehr in die Familie des PK21 hineinwachsen.

Aybi Era in "Notruf Hafenkante"

Pinar Aslan (Aybi Era) kommt neu in das Team des PK21 in Hamburg und hat mit einigen Hürden zu kämpfen. Foto: ZDF/Boris Laewen (bola)

Aybi Era absolvierte ihre Ausbildung an der „Schule für Schauspiel Hamburg“. Derzeit dreht sie bereits fleißig neue Folgen für die im nächsten Jahr startende Staffel in den Hamburger Filmstudios. Ab dem 26. September 2019 gibt es jeweils donnerstags um 19:25 Uhr 25 neue Folgen im ZDF.

 

„Notruf Hafenkante“

(pm) – Sie arbeiten Hand in Hand, die Streifenpolizisten des PK 21 und die Notärzte im nahegelegenen Elbkrankenhaus. Das Polizeikommissariat 21 liegt direkt an der Hamburger Hafenkante, jener unverwechselbaren Uferlinie, die vom Museumshafen über den Fischmarkt, vorbei an den St. Pauli-Landungsbrücken bis zur Speicherstadt mit der neuen Hafen City führt. Ihre Polizeiarbeit führt sie auch immer wieder ins nahe gelegene Elbkrankenhaus. 

Und so geht es weiter:

„Erster Einsatz“

(pm) – Im PK 21 treten neue Kollegen ihren Dienst an. An der Seite von Hans und Franzi müssen sich Pinar Aslan und Kris Freiberg gleich an ihrem ersten Tag in einem schwierigen Fall bewähren. Die Polizisten suchen nach einem Unbekannten, der eine Prostituierte bedroht hat.

Ausstrahlung am Donnerstag, 26. September 2019, 19.25 Uhr.

„Patentochter“

(pm) – Eine Schießerei am Hafen ruft die Polizei auf den Plan. Schnell wird klar, dass hier ein Drogendeal eskaliert ist. Die Spur führt zu Malik Aslan – Pinars Bruder. Das LKA wird auf den Vorgang aufmerksam und beginnt, Pinar zu observieren. Hat sie sich wirklich von ihrer Familie und dem Berliner Clan losgesagt, wie sie behauptet? Oder ist sie dazu bereit ihrem kriminellen Bruder aus der Misere zu helfen?

Ausstrahlung am Donnerstag, 10. Oktober 2019, 19.25 Uhr.